Siegfried Kögel freut sich besonders auf das Konzert am 10. Mai. Foto: Hannes Kuhnert

In der alten „Waldlust“ startet am 10. Mai die neue Konzertstaffel. Im Interview erzählt Siegfried Kögel, wieso es genau diese Location geworden ist.

Am Sonntag, 10. Mai, startet die Reihe „Waldlust auf Kultur“, eine neue Staffel der Konzerte. Unsere Redaktion sprach darüber mit Siegfried (Siggi) Kögel (68), Initiator und Organisator der Veranstaltungsreihe, die 2025 begonnen hatte.

 

Herr Kögel, was können Sie uns über die neue Staffel sagen?

Bis Weihnachten präsentieren wir an über zehn Abenden Musik unterschiedlichster Stilrichtungen. Da sind Jazz und Rock dabei, Blues und Soul. Es gibt mit Swing und Tango auch Tanz, Musikkabarett und Krimis. Ein Highlight wird am 25. Juli sicherlich die „Sommernacht in der Waldlust“, ein Abend mit Musik, Tanz, Kunst und Unterhaltung, der von Künstlern verschiedenster Genres getragen wird.

Wie verlief Ihre erste Musikreihe in der „Waldlust“?

Sie machte uns Mut zum Weitermachen. Wir sind mit den Besucherzahlen zufrieden, zu einem Konzert kamen 120 Gäste, aber es gibt noch Luft nach oben. Alle Beteiligten haben viel Freude. Wir bekommen ja keine Unterstützung und müssen schauen, dass sich die Veranstaltungen selbst tragen.

Was ist das Konzept Ihrer Konzerte in einem 125 Jahre alten ehemaligen Hotel?

Wir wollen Künstler und Musik hier her holen, die unabhängig von der Stilrichtung einem gewissen Qualitätsanspruch genügen und die sonst kaum in Freudenstadt zu finden wären. Wir bieten anspruchsvolle, unterhaltsame, moderne Musik mit großartigen, mitunter weltbekannten Künstlern. Mit Robin Eubanks hatten wir sogar schon einen Grammy-Gewinner. Bisher waren alle Künstler begeistert und fasziniert von dieser einmaligen Location. Sie wollen alle wiederkommen.

Warum überhaupt die „Waldlust“?

Da muss ich weiter ausholen. Ich saß so vor zwei Jahren ein paar Mal mit Herbert Türk zusammen, dem früheren Vorsitzenden der Denkmalfreunde, der leider völlig überraschend verstorben ist. Er wollte mich dazu überreden, in der „Waldlust“ aktiv zu werden, kannte meine Vergangenheit unter anderem bei den Jazzopen in Stuttgart. Wir hatten tolle Gespräch und entwickelten viele Ideen. Das Haus mit seiner speziellen Atmosphäre hat mich natürlich auch gefangen. Und plötzlich war Herbert weg und bei mir entstand das Gefühl, jetzt oder nie. Ich denke, ihm würde gefallen, was wir auf die Beine gestellt haben.

Sie sind als Sozialpädagogen hauptberuflich Leiter des Kinder- und Jugendreferats F 23 in Freudenstadt. Was veranlasst Sie, Jazzkonzerte zu organisieren?

Zunächst: Das mache ich ehrenamtlich, umsonst und in meiner Freizeit. In Freudenstadt habe ich mit den Jazzveranstaltungen gemeinsam mit Christoph Ruetz und der Kepler-Bigband im F 23 angefangen. Die Band spielte über lange Zeit einmal im Monat im Haus. Das half den jungen Musikern, lockerer zu werden, zu improvisieren. Aus diesen Konzerten entstand mit der Zeit der Jazzclub, der inzwischen in der „Waldlust“ stattfindet. Musik kann die Wahrnehmung eines Ortes verändern. Das erleben wir immer wieder auch in der „Waldlust“. Und das zu erleben macht großen Spaß.

Ihnen geht der Ruf voraus, ein besonderer Experte in Sachen Jazzmusik und Jazz-Veranstaltungen zu sein?

Na ja, ich weiß nicht, ob ich ein Experte bin. Was stimmt ist, dass ich mich viele Jahre im Musikbusiness bewegt habe. Ich war in der Welt der Promotion, der Events und Veranstaltungen tätig, war Geschäftsführer, künstlerischer Leiter, Tourmanager, Pressechef von Künstlern, habe Konzerte, Tourneen und Festivals organisiert und war Mitbegründer der Jazzopen in Stuttgart. Ich habe viele Größen der Branche kennengelernt und manche Freundschaften geschlossen. Da bleibt schon was hängen.

Auf was freuen Sie sich am meisten in der neuen Konzertreihe?

Gleich zu Anfang am 10. Mai kommt Joo Kraus mit Band, ein guter alter Freund. Er zählt zu den renommiertesten Jazztrompetern im Westen. Joo feiert mit einer Tournee ein ganzes Jahr lang seinen 60. Geburtstag. Und ich habe am Tag darauf Geburtstag.

Zur Person

Siegfried Alfons Kögel
leitet seit knapp zehn Jahren das Kinder- und Jugendreferat der Stadt Freudenstadt. Er hat Kommunikationswissenschaften und Sozialpädagogik studiert. Kögel leitete seit 1986 die Presseabteilung im Theaterhaus Stuttgart und organisierte viele Jahre international Konzerte und Veranstaltungen im Bereich Musik, Tanz und Theater.