Musikvirtuosen nahmen das Publikum mit auf eine musikalische Lebensreise (von links): Kirchenmusikdirektor Karl Echle, Conny Christoffel-Gabriel, Claudia Echle, Werner Schröder, Claudia Schmid und Heinz Gabriel. Foto: Lorek

Vergnügliches stand unter dem Titel „Die heitere Orgel“ bei einem Konzert zur Fasnet in der Taborkirche auf dem Programm.

Zum traditionellen Orgelfasnetskonzert „Die heitere Orgel“ waren viele Zuhörer, darunter treue Fans, in die Taborkirche gekommen. Zum 20. Jubiläum kam ein kurzweiliges Programm mit Heiterem und Vergnüglichem unter dem Motto „Stationen zweier Organisten“ zu Gehör.

 

Die vier Musikkünstler – Kirchenmusikdirektor Karl Echle (Orgel), Werner Schröder (Klavier), Claudia Echle (Gesang) und Claudia Schmid (Akkordeon) – ließen jede Menge Närrisches hören und sehen. Gekonnt und charmant führten Conny Christoffel-Gabriel und Heinz Gabriel durchs Programm und vermittelten Hintergrundinformationen zu Künstlern und Komponisten.

Die fünfte Jahreszeit eröffnete Karl Echle an der Orgel mit „My Bach“ von Andreas Willscher und einer variantenreichen Paraphrase, der musikalischen Umsetzung in eine völlig andere Musikrichtung. Der aufrüttelnde Beginn des Stücks wechselte rasch in Fröhlichkeit und Leichtigkeit und kam mal jazzig oder orchestral daher.

Nahtloser Übergang

Wunderbar war der nahtlose Übergang zum Klavier, an dem Werner Schröder virtuos übernahm und musikalisch in den ersten Teil des Konzerts in seine Heimat, an den Rhein, entführte. Der Walzer „Am schönen Rhein gedenk ich dein“ von Bela Kéler entpuppte sich als schöne Kombination von Orgel und Klavier.

Betörende Variationen

Als Loreley verkleidet und ihr güldenes Haar kämmend, sang Claudia Echle das „Loreley-Lied“ mit der berühmten Frage „Ich weiß nicht, was soll es bedeuten?“. Dabei wurde sie virtuos von Claudia Schmid am Akkordeon begleitet, bevor Werner Schröder am Klavier weitere betörende Variationen des Loreley-Lieds hören ließ.

Der zweite Konzertteil nahm das Publikum mit ins „finsterste Tal“, das Wolftal, der Heimat Karl Echles und Hochburg der schwäbisch-alemannischen Fasnet. Echle ließ die Orgel bei dem „Oberwolfacher Narrenmarsch“ und dem „Wolfacher Michelesmarsch“ mal lustig trillernd, mal fanfarenartig klingen. Dass dabei seine über die drei Manuale fliegenden Finger und die flotte Pedalarbeit, inklusive geringelter Fasnetssocken, gut zu sehen waren, dafür sorgte die Videoübertragung in den Kirchenraum durch Michel Vieth.

Der dritte Konzertteil widmete sich dem Saarland und dem Ruhrgebiet. Auf der Orgel spielte Echle beeindruckende „Variationen über das Steigerlied“, der Bergbauhymne der Region von Andreas Willscher, mal kräftig laut, mal fröhlich klingend. Die Sehnsucht nach der Heimat ließ Claudia Echle ergreifend schön mit dem von der Empore gesungenen Lied „Heimat“ von Antonin Dvorak deutlich werden.

Viel Zwischenapplaus

Auch mit dem vierten Teil, der dem Schwarzwald und Schwabenland gewidmet war, punkteten die vier Musiker, die stets mit Zwischenapplaus belohnt wurden. Die Fantasie über „Täler weit, o Höhen“ nach Gustav Lange, die von Echle facettenreich von dynamisch bis sanft an der Orgel gespielt wurde, begeisterte ebenso wie Schröders jazzige Klaviervariation von „A Walk in the Black Forest“ von Horst Jankowski.

Perfektes Duo

Als perfektes Musikduo zeigten sich Claudia Echle im Schwarzwalddirndl und Claudia Schmid (Akkordeon) beim schwungvollen „Mädle aus dem schwarzen Wald“ aus der Operette „Schwarzwaldmädel“ von Leon Jessel. Mit einer langen Orgelvariation von „Muss i denn zum Städtele hinaus“ nach Johannes Meyer punktete Karl Echle erneut.

Das Publikum spendete reichlich Beifall und wurde mit dem „Radetzky-Marsch“ belohnt.