150 Jahre Musikverein Schenkenzell findet einen krönenden Abschluss des Jubiläumsjahres mit einem Doppelkonzert.
In dem würdigen Rahmen einer voll besetzten Festhalle feierte der Jubelverein den Abschluss seines Festjahres mit dem Jahreskonzert und mit einem Konzert des Partnervereins aus Schenkon.
„Uffda!“ der Musikverein feiert 150 Jahre und die gemeinsame Jugendkapelle Schiltach/Schenkenzell animierte mit „Spanish Fever“ zu neuer Lebensfreude mit einem Flamenco. Sie begrüßte die Gäste aus dem Kanton Luzern mit einer Ouvertüre aus der Oper Wilhelm Tell, dem Nationalhelden der Schweiz. Als Big Band stellte sich der Musikverein Schenkon mit dem Jazzstandard „Puttin´on the Ritz“ vor. Mit dem Rumisberger Marsch von Walter Joseph belegte er aber seine musikalische Herkunft in der Schweiz.
Mit dem regnerischen Stück von Jermaine Jackson wechselten die Musiker in die Unterhaltung und ließen mit rhythmischem Wechsel zwischen Schlagzeug und Klarinette die Dragons in Concert ausklingen.
„We will rock you“ versprach der Musikverein mit den Hits von Freddy Mercury mit Queen. Die Zugabe war ein weiterer Marsch von Walter Joseph zum Mitklatschen.
Ambitionierte Tonmalerei
Für 50 Jahre aktive Mitgliedschaft wurde Roland Heizmann geehrt und von Vizepräsident Manfred Schafheutle zum Ehrenmitglied im Blasmusikverband Kinzigtal ernannt. Ihm zu Ehren spielten die Musiker die Polka „Ein halbes Jahrhundert“.
Ein Fabelwesen aus der Welt der Legenden der amerikanischen Ureinwohner erhob sich mit heftigen Einstieg zum „Flight of the Piasa“. Ein fliegender Drache mit vier Füßen bewegt sich wohl wenig elegant am Himmel, aber es war für den Musikverein ein lockeres Vorspiel. Zu Aurora versprach der Titel im Programm ein angenehmes Erlebnis zu einer aufsteigenden Sonne in der Morgenröte. Aber der erfahrene Musiker Armin Thiel warnte vor einem Stück, wie es in Schenkenzell noch nie zu hören war. Und auch nie mehr zu hören sein werde. Er könnte mit der ambitionierten Tonmalerei recht behalten, sich aber im ebenso ambitionierten Dirigenten Sascha Jager täuschen.
Himmlische Harmonien
In einer sanft aufsteigenden Morgensonne der Erwartungen brach ein Wirbelsturm der Klänge himmlische Harmonien, immer wieder beruhigt durch das angespielte Thema, das nach Trommelwirbeln abrupt endete und die Tonmalerei einfach wegwischte.
Da wurden die Rail Riffs zur Party auf Schienen, zu der es sowieso keinen Halt im Ort gibt. Mit Gloria Estafette beruhigten die Musiker möglicherweise aufgewühlte Gefühle mit dem Anspielen ihrer bekannten Hits. Zu später Stunde wurden 150 Jahre Musikverein noch abgefeiert, die Kobalt-Hexen waren noch fit.