Vor vollem Haus dirigierte Thomas Rauber das Jahreskonzert der Stadtkapelle Wolfach. Foto: Buchta

Bei ihrem Jahreskonzert konnten vier Debütanten im Kreis der 83 Wolfacher Aktiven begrüßt werden. Dirigent Thomas Rauber forderte sein Ensemble thematisch.

Ein großes Publikum begrüßte Geschäftsführer Bernd Moosmann am Samstag in der voll besetzten Festhalle zum Jahreskonzert der Stadtkapelle – das zweite mit Dirigent Thomas Rauber. Besonders begrüßte er vier junge Musiker, die zum ersten Mal unter den 83 Aktiven dabei waren: Laura Wiegand (Fagott), Melissa Brückner (Flöte) sowie David Sum und Levi Nübel (beide Klarinette).

 

Dirigent Rauber hatte ein so attraktives wie anspruchsvolles Programm zusammengestellt und in monatelangen, intensiven Proben einstudiert. Ein Programm, das das Publikum im Lauf des Abends immer wieder zu Ovationen hinriss. Die Moderation übernahm gewohnt charmant, witzig und mit Fachkenntnis Saxofonist Fabian Schmider. Eröffnet wurde das Konzert mit der feierlichen „Olympic Fanfare and Theme“ von John Williams, mit der von 110 Trompetern die Olympischen Spiele in Los Angeles 1984 einleitet wurden.

Englisches Volkslied-Gut und Katastrophen

Eine wahrhaft hymnische Eröffnung des Konzerts. Mit viel Klarheit umspielte das Orchester die gravitätische, mit zahllosen Akzenten ausgeschmückte Melodie, vorangetrieben durch kraftvolle Trommelwirbel. Drei englische Volkslieder waren das Thema in Ralph Vaughan Williams’ „English Folk Song Suite“, bei der die Musiker in schönen Melodien schwelgten. Ein Stück von hoher Harmonie war das „Intermezzo“, das verträumt mit Oboen-Klängen begann, sanft begleitet vom Orchester. Im Kontrast dazu der „March“, der militärisch-zackig daherkam. Dem Untergang des antiken Pompeji durch einen Ausbruch des Vesuv widmete sich die gleichnamige Tondichtung von José Alberto Pina. Eine musikalische Geschichtsstunde über eine Katastrophe. In einer erschreckend lautmalerischen Musik kündigte unterschwelliges Grollen das Unheil an. In bestürzender Weise wurde die unerwartete Apokalypse beschrieben. Eine enorme dramatische Leistung des Orchesters, das Ergebnis intensiver Proben. Beendet wurde der erste Programmteil mit einer Bearbeitung des Volkslieds „Adai, Adai“ aus Brunei.

Spektakulär begann der zweite Teil des Konzerts: Mit George Gershwins „Crazy For You Overture“. Da gingen die Musiker gleich „Broadwaylike“ zur Sache, mit einer Musik, die alle Register einer Big Band zog. Leben und Leistung Roberto Clementes würdigte Stephen Melillo mit „21 Won Way“. Eine eindrucksvolle musikalische Beschreibung des Aufstiegs eines Latinos in den Baseball-Olymp. Wenn mancher vermutet hatte, mehr ginge musikalisch nicht, dann wurde er durch einen ganz besonderen Höhepunkt überrascht. Sieben Titelmelodien aus cineastischen Meisterwerken Quentin Tarantinos, gespickt mit gleich neun Solisten, allesamt mit beachtlichen Leistungen. Besonders hervorzuheben als Premiere bei der Stadtkapelle war Simone Müllers Auftritt mit der Panflöte.

Zugabe

Der Beifall für das grandiose Konzert war gewaltig, wollte gar nicht aufhören und bescherte zwei Zugaben. Geboten wurden „Street Life“ und „Don’t let me be misunderstood“.Dann war trotz anhaltendem Applaus endgültig Schluss.