Die Mitglieder des Gesangvereins begleiten ihr Publikum traditionell in der Weihnachtszeit. Foto: Ines Bode

Das Adventskonzert des Gesangvereins Wittlingen umgibt eine liebgewonnene Tradition.

Die alte Kirche St. Michael mit der nostalgischen Orgel, ein voluminöser Tannenbaum und die effektvolle Beleuchtung verkörpern die besondere Zeit. Das Repertoire bleibt sich treu – ein Aspekt, den die Zuhörer schätzen.

 

Anders ausgedrückt ließe sich bilanzieren: Auf den gemischten Chor von Dirigent Tomi Kaufmann ist Verlass. Alle Jahre wieder versetzen die Sänger ihr Publikum in weihnachtliche Stimmung.

Ein Übriges tut das „Chörle“ aus Rickenbach um Leiter Martin Angel, willkommener Gastchor seit einigen Jahren. Einige Titel wurden als stimmstarke Mannschaft interpretiert.

Die Begrüßung und Moderation oblag der Vorsitzenden Ulrike Bothur. Ihren Worten zufolge umgibt fast jedes Lied eine eigene Geschichte. Los ging’s mit einem Adventsgruß aus dem Odenwald nach Wittlinger Art, gefolgt von „Das ist die stillste Zeit im Jahr“, einer sanften Weise. Lebhafter gestaltete sich der Song „Hört es klingt vom Himmelszelt“, auch bekannt als „Mary’s Boychild“, der als Pophit Karriere machte.

Musikalische Wärme

Weihnachten“ wurde feierlich besungen, Damen und Herren trennten sich ein wenig, um nach Theodor Storm zu vermitteln: „Mir ist das Herz so froh erschrocken. Das ist die liebe Weihnachtszeit.“ Warum nicht das Bild der Krippe beschreiben, sagte sich ein englischer Notenschmied, und skizzierte eine friedvolle Situation – voll musikalischer Wärme dargeboten. Ein klarer Fall für die Sopranlinie „Hell vom Turm die Glocken künden“ – und wohl ein Fall für St. Michael zur vollen Stunde.

Mit „Gaudete“ von 1581 schlug das „Chörle“ neue Töne und ein gutes Tempo an, ebenso mit „Virgin Mary“, ein Traditional und ein Reggae dazu. Nicht schleppend, wie mitunter gehört, sondern frisch ging’s mit „Go tell it to the Mountain“ den Berg hinauf.

Außerdem folgte mehrstimmig vorgetragen „Es ist ein Ros‘ entsprungen“, ein Klassiker wie „Tochter Zion“. Bei letzterem hatte der Beleuchter mit roter und grüner Bestrahlung den adventlichen Nerv getroffen.

Als Sprecher des „Chörle“ trat Josef Droll auf. Zu „Carol of the Bells“ ließe sich viel erzählen: Es sei ein berückendes wie mahnendes Stück, und laut Bothur mit Hoffnung auf Frieden in der Ukraine verbunden.

Liebling mancher Sänger

Das wunderbare kontemporäre „Angels‘ Carol“ unter Klavierbegleitung von Monika Argast erklang, und dann kam er: „Benedictus“. Mehr ist nicht zu sagen zum Meisterstück des Walisers Karl Jenkins: eine grandiose Leistung in Noten, bravourös interpretiert. Ein Liebling mancher Sänger, wie Rosina Mundt-Schneider anmerkte.

Und damit nicht genug: Berührende Takte reihten sich mit „Sanctus“, Teil eines Requiems, und der Audrey Assad-Hymne aneinander – einstudiert war ein anspruchsvolles Arrangement. Zum Schluss ertönte „Stille Nacht“, bevor die Anwesenden in „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit“ einstimmten.