Der Gesangverein Haltingen sorgte,wie auch die Mandolinen-Gesellschaft, für ein unterhaltsames Programm. Foto: Susanna Wipf Fischer

Der Klingende Samstag in Haltingen – ein Abend mit Charme, Chor und charmantem Altersdurchschnitt, an dem auch die Mandolinen-Gesellschaft Weil am Rhein ihren Auftritt hat.

Der Gesangverein Haltingen hat gemeinsam mit der Mandolinengesellschaft Weil am Rhein ein frühlingshaftes Konzert mit bekannten Melodien zum Mitsingen gegeben. Der „Klingende Samstag“ hat den Besuchern auf jeden Fall gefallen.

 

Der gemischte Chor eröffnete mit „Sing und Swing im Chor“ von Michael Schmoll – zunächst noch etwas zurückhaltend, fast so, als wolle man sich erst einmal vorsichtig herantasten. Doch dann kam Bewegung ins Spiel: Die Damen des Chores schritten singend durch das Publikum und sorgten nicht nur optisch, sondern auch klanglich für einen insgesamt stimmigen Vortrag unter der bewährten Leitung von Kai Trimpin.

Wenn ein Abba-Titel den ersten Höhepunkt hat

Mit Klassikern wie „Wochenend und Sonnenschein“ und „Mamma Mia“, souverän am Klavier begleitet von Katrin Teschke, kam besonders beschwingte Stimmung auf. Die Taktanzahl wurde gesteigert.

Die Arrangements blieben dabei bewusst überschaubar. Die Töne trafen ihr Ziel – und die Freude am Singen traf umso sicherer ins Herz des Publikums.

Musikauswahl trifft ins Herz des Publikums

Ein Blick auf die Bühne ließ keinen Zweifel: Hier sang die geballte Lebenserfahrung. Der Chor war – freundlich formuliert – fest in der Hand der Generation „Silberhaar“.

Was einerseits schmunzeln ließ, machte andererseits nachdenklich. Denn während hier Menschen stehen, die ihrem Verein seit Jahrzehnten, teils über 70 Jahre, die Treue halten, bleibt die Frage: Wer steht hier in 20 Jahren?

Mit dem gefühlvollen „Das Spiel“ wurde es zunächst ruhiger, bevor bei „Mit 66 Jahren“ endgültig klar war: Jetzt ist das Publikum dran. Und das ließ sich nicht lange bitten.

Ehrungen für verdiente Mitglieder

Die Ehrungen vor der Pause wirkten fast wie ein Blick in eine andere Zeit: 25, 30, 50 und sogar 70 Jahre Vereinszugehörigkeit – Zahlen, bei denen heutige Generationen eher an Handyverträge als an Lebensabschnitte denken. Gustav Walliser, Präsident des Gesangvereins Haltingen, konnte Dagmar Mösch (25 Jahre), Hildegard Roser (30 Jahre), Gustav Herbster und Dieter Franz (50 Jahre) sowie Heinrich Schaufelberger und Alfred Müller (70 Jahre) für ihre lange aktive Beteiligung im Chor ehren.

Gustav Herbster (von links, hintere Reihe) und Dieter Franz wurden genauso geehrt, wie Heinrich Schaufelberger (vorne von links), Dagmar Mösch, Hildegard Roser und Alfred Müller. Gustav Walliser, Präsident des Gesangvereins Haltingen, drückte allen seinen Glückwunsch aus. Foto: Susanna Wipf Fischer

Noch vor der Pause übernahm die Mandolinengesellschaft Weil am Rhein die Bühne – und das mit sichtlicher Spielfreude.

Elisabeth Rühle führte mit Charme und einem guten Gespür für Pointen durch das Programm und erklärte augenzwinkernd, dass das Orchester auch ohne Dirigenten bestens zurechtkomme – man spiele schließlich lieber „nach der eigenen Saite als nach der Pfeife“.

Gefühl, Klassiker – und ein Ausflug in die Moderne

Der „Tramoto-Walzer“ von Giacomo Satori, offenbar schon vor 100 Jahren ein Hit, bewies: Manche Ohrwürmer sind erstaunlich langlebig.

Der „Bajazzo“ ist immer noch ein Dauerbrenner

Nach der Pause zeigte sich der Chor von seiner ruhigeren Seite: Ein Kyrie von Dahlberg, das eindringliche „Bajazzo“ sowie ein Fischerlied von Gotthilf Fischer sorgten für nachdenkliche Momente.

An Titel von Udo Lindenberg & Apache 207 sowie von Helene Fischer herangewagt

Doch auch der Sprung in die Gegenwart wurde gewagt: Mit „Komet“ sowie dem unvermeidlichen „Atemlos durch die Nacht“ wurde es wieder schwungvoll. Spätestens hier summte der halbe Saal mit – ob gewollt oder nicht, blieb offen.

Mit „Vive l’amour“ fand der Abend schließlich ein passendes Finale.

Gemeinschaft hat sich gut präsentiert

Es war ein Abend, der zeigte, worum es in solchen Vereinen wirklich geht: Gemeinschaft, Ausdauer – und die Bereitschaft, sich auch mit kleinen Unsicherheiten auf eine Bühne zu stellen.

Mit einem Blumengruß für die Leiterin des Mandolinenorchesters und die Pianistin endete der Abend. Und wer weiß: Vielleicht hat ja doch der eine oder die andere im Publikum Lust bekommen, selbst einmal mitzusingen. Der Chor könnte es brauchen.