Ein Projektchor und ein Instrumental-Ensemble aus Reutlingen – auf unserem Bild beim diesjährigen Premiere-Gastspiel in der Christuskirche in Waldachtal – wollen am kommenden Sonntag in Heiligenbronn Trost und Zuversicht vermitteln Foto: Walter Maier

Der Reutlinger Projektchor Coro Nuovo gibt am Sonntag, 16. November, in der Wallfahrtskirche Heiligenbronn ein geistliches Konzert.

Ein geistliches Konzert zum Thema „Trauer, Trost und Zuversicht“ wird der Coro Nuovo mit der Camerata Sinfonica unter Leitung ihres Dirigenten Erwin Nothacker in Waldachtal am Sonntag, 16. November, um 16 Uhr in der Wallfahrtskirche Heiligenbronn aufführen. Werke von Brahms, Fauré und Mendelssohn-Bartholdy stehen auf dem Programm.

 

Passend zum November

„Passend zum Trauer- und Gedenkmonat November wollen wir wieder ein besonderes Konzert anbieten“, kündigt Organisatorin und Kirchengemeinderätin Waltraud Welle von der evangelischen Kirchengemeinde Waldachtal an. Ihr Bruder Erwin Nothacker ist der musikalische Leiter des Konzerts.

Der Projektchor tritt in diesem Jahr nach dem Konzert in der evangelischen Christuskirche Tumlingen/Hörschweiler nunmehr zum zweiten Mal in Waldachtal auf: So auch in der katholischen Wallfahrtskirche in Heiligenbronn, das zur St. Agatha-Kirchengemeinde Salzstetten gehört.

87 Mitwirkende

60 Sängerinnen und Sänger sowie 27 Instrumentalisten wirken mit. Die Vokalisten kommen aus dem Chor der evangelischen Petrus- und Paulskirche Degerschlacht/Sickenhausen, außerdem sind Gastsängern aus ganz Baden-Württemberg mit dabei, unter ihnen fünf Vokalistinnen aus dem evangelischen Kirchenchor Waldachtal.

Das Instrumental-Ensemble Camerata Sinfonica aus Reutlingen begleitet den Projektchor. Engagiert als Gesangssolistin wurde erneut Brigitte Häberli und als Organist Michael Aicheler. Auf der Harfe spielt Petra Kruse. Schwester Martina, katholische Wallfahrtsseelsorgerin in Heiligenbronn, wird zum Thema einen geistlichen Impuls sprechen.

Sie haben das Geistliche Konzert in der Wallfahrtskirche vorbereitet: Erwin Nothacker und seine Schwester Waltraud Welle Foto: Walter Maier

Den Titel „Trauer, Trost, Zuversicht“, so der musikalische Leiter Erwin Nothacker, habe man bewusst für die Aufführung am Volkstrauertag gewählt: „Das kann mithelfen, den Trauernden das zu geben, wozu oft Worte fehlen, weil es uns die Kehle zuschnürt.“

Zum Thema des Abends

Der 77-jährige ehemalige Lehrer ist überzeugt: „Da kann uns die Musik helfen zu begreifen, welch wunderbare und trostreiche Stimmung Melodien, Harmonien und Klangfarben in uns hervorrufen können und so manch trostloses Befinden aufhellen.“ Hierzu vermittelt das Geistliche Konzert Auszüge aus verschiedenen Kompositionen. Schon der Eingangschor zu Psalm 42 von Felix Mendelssohn-Bartholdy „Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser, so schreit meine Seele, Gott, zu Dir.“ Dies bringe das Anliegen des Psalmdichters nahe: Die Seele braucht Gottesnähe, um ewiges Leben für uns Menschen nach unserem Tod zu ermöglichen. Im Zentrum des Programms stehen fünf Sätze aus dem Requiem von Gabriel Fauré. Nothacker: „Für mich nimmt es eine gewisse Sonderstellung unter den Requiem-Vertonungen ein.“ Denn „Nicht die Angst vor dem Tod und dem Jüngsten Gericht wie zum Beispiel im Verdi-Requiem dargestellt, sondern die Zuversicht auf die Vergebung der Sünden und die Hoffnung auf das ewige Leben im Paradies werden in diesem Werk in den Vordergrund gestellt.“

Himmlischer Harfenklang

Wie eine Spange um das vorgenannte Requiem möchte der Gesamtleiter Sätze aus dem Deutschen Requiem von Johannes Brahms verstanden wissen. Nur die Harfe verleiht im siebten Satz der Seele Flügel, als flöge sie davon.

Der Choral von Johann Sebastian Bach drückt grenzenlose Hoffnung aus: „Wer nur den lieben Gott lässt walten und hoffet auf ihn allezeit, den wird er wunderbar erhalten in aller Not und Traurigkeit. Wer Gott dem Allerhöchsten traut, der hat auf keinen Sand gebaut.“

Der Eintritt zum Konzert ist frei. „Um eine angemessene Spende zur Deckung der Unkosten wird gebeten“, teilt Waltraud Welle mit.