Die Musikvereine aus Schabenhausen und Niederschach begeisterten bei ihrem Auftritt in der Schlierbachhalle. Die Freude, nach 52 Jahren wieder gemeinsam ein Konzert zu geben, war spürbar. Das abwechslungsreiche Programm kam beim Publikum an.
Nach fünfjähriger Pause hat sich am Samstagabend die Musik- und Trachtenkapelle Schabenhausen (MTS) auf der Konzertbühne zurückgemeldet.
In der vom Vorsitzende Steffen Wälde bei seiner humorigen Begrüßung so bezeichneten „kuscheligen Enge“ in der Schlierbachhalle boten die gastgebende Kapelle unter der Leitung von Dirigent Thomas Riedlinger und der Musikverein Harmonie Niedereschach (MVN) unter der Leitung von Dirigent Thomas Solt ein begeisterndes Doppelkonzert.
Beide Kapellen wurden mit stürmischem Applaus des Publikums für ihre Darbietungen belohnt und mussten gleich mehrere geforderte Zugaben gewähren. Es gab es auch eine Premiere: Zum ersten Mal wurde eine zu Ehren von Sabine Müller, verdienstvolle frühere und langjährige Vorsitzende und heutige Ehrenvorsitzende, mit dem Titel „Danke Sabine“ überschriebene Polka von Peter Schad öffentlich gespielt.
Mit Blasmusik in Bestform begeistert
Für die personell und musikalisch beeindruckende Gastkapelle aus Niedereschach, die mit Blasmusik in Bestform begeisterte, musste die Bühne in der Schlierbachhalle im Vorfeld des Konzertes um einiges verlängert werden. Dies nahm Steffen Wälde bei seiner Begrüßungsansprache augenzwinkernd zum Anlass, den anwesenden Bürgermeister Martin Ragg aufzufordern, die Gemeinde möge doch einen „kleinen zweistelligen Millionenbetrag“ in die Hand nehmen, um die Schlierbachhalle zu erweitern. Zudem könnte die Gemeinde dann die überlastete und leistungsschwache Lüftungsanlage modernisieren.
Ins Gesicht geschrieben stand Wälde die Freude über den Konzertpartner aus der Muttergemeinde Niedereschach. Er hatte im Archiv gekramt und festgestellt, dass das letzte gemeinsame Konzert mit den beiden Kapellen am 16. April 1972 in Niedereschach war. „Nach 52 Jahren war es langsam Zeit für einen Gegenbesuch“, sagte Wälde lachend und lobte und dankte der Vorsitzenden der Harmonie, Jenny Huber, für die spontane Zusage nach der erfolgten Einladung. Eigentlich habe er wegen der kleinen Besetzung der Harmonie angefragt, aber Huber habe sofort signalisiert: „Wir kommen mit der vollen Besetzung.“
Reise in einem musikalischen Filmexpress
Eröffnet wurde das Konzert vom MVN. Deren Ansagerin Caroline Konrad, die stets die passenden Überleitungen zu den einzelnen Musikstücken fand, lud das Publikum zu einer Reise in einem musikalischen Filmexpress ein. Mit den Titeln „Im Eilschritt nach Sankt Peter“ von Alexander Maurer und arrangiert von Martin Scharnagl, „The Greatest Showman“, arrangiert von Paul Murtha, sowie „Braveheart“ von James Horner und arrangiert von Jan van Kraeydonck, nahm der musikalische Express-Zug der Harmonie schnell Fahrt auf.
Es folgten die Titel „A Symphonic Portrait“ von Andrew Lloyd Webber, arrangiert von Jerry Nowak, „Crimetime“ von Klaus Doldinger und Les Humhries sowie „The Lion King“ von Hans Zimmer und Elton John, arrangiert von John Higgins. Auf der Grundlage des tosenden Beifalls am Ende des ersten Konzertteils konstatierte Wälde trocken: „Der Applaus gibt’s her, dass noch eine Zugabe rausspringt“. Und am Ende wurden es gleich zwei Zugaben.
Neuen Musikbeirat gegründet
Für den zweiten Konzertteil hatte Dirigent Thomas Riedlinger seine Musiker in intensiver Probenarbeit und mit abwechslungsreichen Stücken vorbereitet. Werke, die er gemeinsam mit dem neu gegründeten Musikbeirat ausgesucht hatte. Den beiden jüngsten Mitgliedern der Kapelle, Alissa Mämpel und Moritz Heitz, war es vorbehalten, die Musiktitel anzusagen, was sie mit Bravur erledigten.
Mit den Titeln „Vita pro Musica“ von Thiemo Krass, „Nora“ von Thomas Asanger und „Wild Cat Blue“ von Fats Waller und Clarence Williams, arrangiert von Erwin Jahreis, startete die gastgebende Trachtenkapelle in ihren Teil. Beim „Wild Cat Blue“ brillierte der junge Klarinettist Matteo Mämpel, der im Verlauf des Konzerts mit dem von ihm errungenen Goldenen Leistungsabzeichen ausgezeichnet wurde, als Solist.
Mit den Titeln „Unsere Reise“ von Basti Becks, arrangiert von den Fäaschtbänkler, Höhepunkten aus der Michael-Flatley-Show unter der Überschrift „Lord oft the Dance“ von Roman Hardiman, arrangiert von Frank Bernaerts, und dem Konzertmarsch „In Vita Optimum“ von Lukas Bruckmeyer sowie drei Zugaben endete der rundherum gelungene Konzertabend, der zeigte, wie Blasmusik verbindet und wie sehr man sich in Schabenhausen nach fünfjähriger Pause wieder einen solchen Konzertabend herbeigesehnt hat.
Erstmals keinen Eintritt verlangt
Steffen Wälde dankte am Ende allen, die zu dem gelungenen Konzertabend auf, vor oder hinter Bühne oder bei der Bewirtung beigetragen haben. Erstmals in Schabenhausen wurde beim Konzert kein Eintritt verlangt. Wer wollte, konnte beim Verlassen der Halle einen kleinen Beitrag in eine Spendenkasse werfen.