Nachdenkliche und Mut machende Lieder hat Andi Weiss in der Rosenfelder Stadtkirche vorgetragen. Foto: Huonker

Ein beeindruckendes Konzert hat Andi Weiss in der Stadtkirche in Rosenfeld gegeben.

Rosenfeld - Andi Weiss leitete sein Konzert mit dem Hinweis auf seine extreme Aufgeregtheit ein, da er schon so lange nicht mehr vor viel Publikum aufgetreten sei. Sein Konzertprogramm zu seiner letzten CD "gib alles nur nicht auf" stamme von 2019. Wegen Corona hätte diese aber nicht öffentlich gemacht werden können. Sogleich startete Weiss, der sich auf dem E-Piano begleitete, kraftvoll mit "Morgen ist jetzt". Anschließend erklärte er den Besuchern in der sehr gut besuchten Stadtkirche die Entstehung des Titels. "Morgen ist jetzt" entstand durch ein Gespräch mit seinem achtjährigen Sohn, der nicht warten wollte.

"Jeder hat ein Lebensbuch"

Bei der Vorstellung des Buches zur CD, welches ursprünglich nur als Songbook gedacht war, aber dann immer umfangreicher wurde, weil so viele aufmunternde Texte dazu kam, berichtete Weiss von den Fehlversuchen mit der Druckerei und wie diese Geschichte auf Facebook viele anregte, ihre Geschichte über Fehlversuche dort zu erzählen. Jeder habe bei der Geburt ein weißes Lebensbuch, welches, wenn man es makellos zurück gebe, von einem ungelebten Leben zeuge, so der Songwriter und Therapeut: "Nur wer lebt, macht auch Fehler." In der Coronazeit hätten er und seine Frau, welche auch Therapeutin ist, weitere Impulsbücher herausgebracht.

Nachdem er auf das Glaubensbekenntnis von Dietrich Bonhoeffer Bezug nahm, erklang das Lied "Du weißt, dass es weitergeht". Beim Lied "Der Vogel, der schon im Dunkel singt" aus der demnächst neu erscheinenden CD "Weil immer was geht" lud Weiss ein, zurück zu blicken auf schöne oder traurige Ereignisse.

Familie inspiriert Künstler

Die Einleitung für das nächste Lied "Ich weiß Du wirst nicht untergehen" bildete ein Zitat von Nelson Mandela über den Mut und die Wut. Dem folgte eine Geschichte des Erfinders der Logotherapie, Viktor Frankl, über den Sinn des Lebens, welche Weiss zu seinem Lied "Bleib bitte hier" inspiriert hatte. Nach "Ich schreib dir auf goldenem Papier" das beim Basteln einer Ritterrüstung mit seinem Sohn entstand, erzählte der Sänger von seinem Engagement für die Organisation Opportunity International, welche Menschen in Armut unterstützt. Auf einer Flugreise hatte er eine Begegnung, die ihn zu "Vergiss nicht Deine Flügel" inspirierte. "Wenn ich mal geh" wurde mit der Erzählung über die Vorliebe seines Sohnes für Wortwitze eingeleitet.

Freude auf Happy End

Dem folgte das Lied "Es kommt der Tag, da bist du frei", dem die Geschichte der Buchenwaldhymne zu Grunde liegt, geschrieben von zwei Häftlingen des KZ. Dem Lied "Du bist mehr" folgte das Lied "Happy End". Vorfreude werde oft zerstört, aber am Ende des Lebens gebe es doch ein Happy End.

40 Konzerte online

Pfarrer Bernd Hofmann sprach den Segen und berichtete, dass Weiss in der Conorazeit 40 Onlinekonzerte gegeben habe. Während "Nie allein" wurde von allen Anwesenden, begleitet mit leiser Klaviermusik, der 23. Psalm gesprochen. Als Zugabe sang Weiss mit seiner Stimme, die an eine Mischung aus Reinhard Mey und Herbert Grönemeyer erinnerte, ein Lied aus der CD "Licht am Ende des Tunnels" und zum Abschluss das Lied "Bleib behütet", das mit einem geflüsterten "Schlafen Sie gut" endete.