Sophia Brickwell (Gesang) und Klaus Hügl (Klavier) treten in Rexingen auf. Foto: Sophia Brickwell

Ein Liederabend in der ehemaligen Synagoge Rexingen erzählt am Sonntag, 29. März, um 17 Uhr Musikgeschichte als Lebensgeschichte.

Veranstalter des Konzerts ist der Synagogenverein Rexingen. Der Eintritt kostet 15 Euro. „Songs of Exile“ erzählt die spannende Geschichte jüdischer Musiker, die in den 1920er und 1930er Jahren die deutsche Kulturlandschaft geprägt und teils revolutioniert haben.

 

Um dem Terror der Nazis zu entkommen, flohen sie in die USA und arbeiteten dort für Hollywood und den Broadway. Ein Liederabend erzählt Musikgeschichte als Lebensgeschichte: Vier Komponisten, deren Melodien bis heute im kollektiven Gedächtnis geblieben sind, mussten Deutschland 1933 verlassen.

Prägende Stimmen der Weimarer Republik im Exil

Kurt Weill, Werner Richard Heymann, Friedrich Hollaender und Hanns Eisler gehörten zu den prägenden Stimmen der Weimarer Republik – und wurden zu Künstlern des Exils.

Sophia Brickwell (Gesang) und Klaus Hügl (Klavier) aus Tübingen musizieren Stücke, deren Witz und Lebensfreude heute wie damals die Menschen begeistern können. Das geplante Konzert spannt einen Bogen vom Berliner Kabarett über den Tonfilm bis zum Broadway und macht hörbar, wie sich eine Epoche in Musik verwandelt hat: scharfzüngig, melancholisch, ironisch und zutiefst menschlich.

Im Zentrum des Abends steht auch ein Jubiläum: Am 14. Februar 2026 jährte sich der Geburtstag des Komponisten Werner Richard Heymann zum 130. Mal. Seine Filmlieder wurden zu Welterfolgen der 1930er Jahre – „Das gibt’s nur einmal“ oder „Irgendwo auf der Welt“ sind bis heute Inbegriff des musikalischen Tons der Weimarer Zeit. Heymann prägte den Klang der frühen Filmoperette maßgeblich.

Untrennbar mit seiner Herkunft verbunden

Als die nationalsozialistische Filmindustrie 1933 jüdische Künstler entließ, sollte für ihn eine Ausnahme gelten. Er lehnte ab und ging ins Exil. In Hollywood arbeitete er an zahlreichen Filmen weiter, doch seine Sprache – das Berliner Chanson – blieb untrennbar mit seiner Herkunft verbunden.

Der Liederabend verbindet bekannte Songs mit selten gespielten Exilwerken und führt so durch ein Kapitel deutscher Kulturgeschichte, das untrennbar mit Vertreibung, Neubeginn und Erinnerung verbunden ist. Die Musik erzählt dabei nicht nur von vergangenen Lebenswegen, sondern auch von Fragen, die bis heute aktuell geblieben sind: Zugehörigkeit, Sprache, Heimat und künstlerische Freiheit.

Der Verein zählt 250 Mitglieder. Weitere Informationen gibt es auf der Homepage: www.ehemalige-synagoge-rexingen.de