Der Nachwuchs des Jugendblasorchesters spielte in der Aubachhalle. Valentin Feucht begeisterte mit Soli.
Die letzten Töne des Lummerland-Liedes waren noch nicht verklungen, als ein „Jim Knopf“ des Verbandsjugendblasorchesters (VJBO) Schwarzwald-Baar mit einem „So, Feierabend für heute“ das Ende des Konzerts signalisierte. Mit der in unterschiedlichen Tempi nuanciert vorgetragenen Insel mit zwei Bergen hatte das Orchester zum Abschluss einen weiteren Höhepunkt erklommen.
Zuvor hatte das VJBO Schwarzwald-Baar mit einem Feuerwerk an sinfonischer Blasmusik während zwei Stunden sein Publikum begeistert. In diesem Jahr war es in der Mundelfinger Aubachhalle zu Gast, in der die gastgebende Musikkapelle die Bewirtung übernahm.
Aus den Worten der stellvertretenden Präsidentin im Blasmusikverband Schwarzwald-Baar, Alexandra Götz, war nicht nur während der Begrüßung herauszuhören, dass sie die Entwicklung und die Leistungen des Nachwuchsorchesters zuversichtlich stimmt. Vor allem hinsichtlich der Zukunft der Blasmusik im Kreisgebiet. Gemessen am Applaus, den das Orchester während des Konzerts erhielt, sah sich Götz mit ihrer Zukunftsperspektive vor rund 300 Zuhörern bestätigt.
Schwerpunkt liegtauf der Neuzeit
Unter der Leitung des renommierten Dirigenten Alexander Beer führte das Orchester kompositorische Meisterwerke der zurückliegenden Jahrhunderte mit Schwerpunkt auf der Neuzeit auf. Der Profi am Dirigat hatte für die Aufführung vier Kompositionen ausgewählt. Alle bestanden aus mehreren Sätzen, die es dem VJBO ermöglichten, eine große Bandbreite seines Könnens zu präsentieren. Zum Konzertauftakt startete der Hörgenuss für das Publikum mit Auftritten eines Blechbläser- und eines Holzbläserensembles, die sich jeweils aus Aktiven des VJBO zusammengefunden hatten.
Das Gesamtorchester setzte in seinem ersten Stück auf eine italienische Originalkomposition aus der Feder von Camillo di Nardis. Die Musiker übertrugen während der Aufführung von „Il Giudizio Universale“, das übersetzt so viel wie „das Jüngste Gericht'“ bedeutet, die Melodramatik und Stimmungswechsel des Stückes auf ihr Publikum.
Völlig neue Dimension der Perkussionsinstrumente
Vor der Pause war im Concertino für Percussion und Blasorchester der große Moment für den aus Pfohren stammenden Musiker Valentin Feucht gekommen, der das VJBO am Schlagwerk bereichert. Der Dirigent des Musikvereins Achdorf und Ausbilder verstand es, in drei Sätzen das Publikum in eine völlig neue Dimension der Perkussionsinstrumente zu entführen. Dabei wechselte er von einem Solo für Pauke und Tambourin, über ein Solo für das Marimba- und Vibraphone zu einem Schlagwerk, das aus mehreren Trommeln bestand. Von Beginn an verstand es Feucht, fließend von lautstarken Rhythmen in sanfte Rhythmen zu gleiten und dabei die gesamte Klangfülle der jeweiligen Instrumente auszureizen.
Mit den armenischen Tänzen stieg das VJBO in den zweiten Konzertteil ein. In vier Stücken knüpfte es nahtlos an seine Leistung an, mit der es bereits im ersten Teil sein Publikum begeistert hatte. Dass sich das Orchester auch in Sachen Jazz auszudrücken vermag, erlebte ein begeistertes Publikum während einer für Blasmusik angepassten Komposition von Dimitri Schostakowiksch, der Jazz-Suite Nr. 2. Musikpassagen, die dazu einladen, zu träumen und in Fantasien zu schwelgen, beendeten den offiziellen Teil des Konzerts.
Alexandra Götz dankte zum Abschluss allen Beteiligten, die zum Gelingen des Konzerts beigetragen hatten. Gleichzeitig erinnerte sie daran, dass das Konzert auch für das VJBO der letzte Auftritt des Jahres gewesen ist. Der gastgebenden Musikkapelle wünschte sie für ihr 175-Jahr-Jubiläum zwischen dem 28. Mai und 1. Juni 2025 viel Erfolg.
Zusammensetzung
Die Abteilung
Das Verbandsjugendblasorchester ist eine Abteilung des Blasmusikverbands Schwarzwald-Baar und zählt rund 70 aktive Musikerinnen und Musiker zwischen 14 und 27 Jahren. Sie kommen aus den 60 Musikvereinen und Musikkapellen, die dem Verband angehören. Das Orchester wartet mit einem abwechslungsreichen Repertoire von rund 100 Stücken auf und wird seit 2023 von Profi-Musiker Alexander Beer dirigiert.