Die „Sugar Foot Stompers“ sind eine vergnügte Band, die schwungvollen Jazz spielt. Foto: Christoph Schennen

Die „Sugar Foot Stompers“ spielten in der Kirche in Maulburg Jazzstücke, die 100 Jahre alt sind.

Musikfans haben am Samstag ein großartiges Konzert der „Sugar Food Stompers“ erlebt. Die Lörracher Band feiert in diesem Jahr ihr 45-jähriges Bestehen. Jazzfans feiern in diesem Jahr die „Hot Five“-Band, die vor 100 Jahren ihre zwei einzigen Konzerte spielten. Der Geschichts- und Kulturverein hat das Konzert wieder organisiert, weil der Auftritt im vergangenen Jahr sehr gut ankam.

 

Musikalische Hommage an Louis Armstrong

Die „Stompers“ spielen Dixieland-Jazz mit den Instrumenten Sousafon, Trompete, Posaune, Saxofon, Klarinette, Keyboard und Banjo, das man häufig in Westernfilmen hört. Bandleader Heiner Krause merkt man die Begeisterung für den Jazz an, er wippt mit, wenn der Musik-Dampfer in Fahrt gerät und imitiert die markante Stimme von Louis Armstrong, wenn ein Stück von ihm gespielt wird. Im Laufe des dreistündigen Konzerts erzählt er die Geschichte des weltberühmten Musikers. Das Oktett spielt zahlreiche Armstrong-Stücke, die dieser mit den „Hot Five“ oder den „Hot Seven“ aufgenommen hat, unter anderem „Cornet Chop Suey“, „My heart“, „Heebies Jeebies“, „Oriental Strut“, „Sunset Cafe Stomp“, „Irish Black Bottom“, den „Wild man Blues“ oder den „Melancholy Blues“.

Letzterer schaffte es sogar auf die Voyager Golden Record-Datenplatte, die ins All geschossen wurde und von Außerirdischen, wenn es denn welche gibt, gehört werden könnte.

Krause berichtet von den Anfängen von Armstrong in New Orleans, wo der Musiker von 20 bis 4 Uhr Konzerte gegeben hat, unterbrochen vom Mitternachtsessen, das seine Mutter ihm gebracht hat. Ebenso ging es um seine Auftritte in New York und Chicago, ferner um seine zahlreichen Weggefährten wie Joe „King“ Oliver oder „Kid“ Ory.

Die schwungvolle und fröhliche Jazz-Musik begeisterte das Publikum in der voll besetzten Johanneskirche, es gab großen Applaus für die Combo und die Zuhörer klatschten – wie üblich im Jazz – auch nach Soli. Heiner Krause und Hiroki Ichikawa wischen mit ihren Metallfingerhüten rhythmisch über ihr Waschbrett, Ichikawa spielte Sopran-, Alt- und Tenor-Saxofon und eine Metall-Klarinette, der Posaunist begeistert durch prägnante Glissandi und Thomas Kaltenbach ist es zu verdanken, dass die „Stompers“ die Armstrong-Stücke notengetreu spielen können. Er hat sich alte Schellackplatten angehört und die Noten rekonstruiert. Ziel der Band ist es, so zu spielen, wie die Jazz-Musiker es vor 100 Jahren getan haben.

Neuer Keyboarder begeistert das Publikum

Die „Stompers“ sind nicht mehr so besetzt wie zu ihren Anfängen, der Pianist Johannes Mauch etwa hat die Band verlassen. Der Band ist es aber gelungen, einen jungen Keyboarder zu finden, der am Samstag einen gelungenen Einstand feierte und ein gleichwertiger Ersatz für Mauch ist.

Der nächste Auftritt der „Sugar Foot Stompers“ ist am Donnerstag, 22. Januar, im Restaurant „Löwen“, Hauptstraße 23, in Eimeldingen. Beginn ist um 20 Uhr.