Frontmann Mille Petrozza (rechts) und Gitarrist Sami Yli-Sirniö während des Konzerts von Kreator. Furchterregende Köpfe durften dabei nicht fehlen. Foto: Andreas Essig

Die Pioniere des deutschen Thrash Metal liefern auch nach über 40 Jahren noch immer eine krachende Show ab. Bilder, Setlist und Kritik vom Konzert in der MHP-Arena.

Wer am Freitagabend ohne Gehörschutz in die MHP-Arena gekommen war, der war selbst schuld, wenn ihm später die Ohren rauschten. Schließlich hatte sich die erfolgreichste und wohl auch härteste Band aus dem sogenannten Dreigestirn des deutsche Thrash Metal angekündigt: Kreator.

 

Anfang des Jahres hatte das Quartett aus Essen sein mittlerweile 16. Studioalbum rausgebracht. Mit „Krushers Of The World“ sind Kreator derzeit auf Welttour. Und sie „krushten“ auch Ludwigsburg – wieder einmal. Schon 1986 waren sie erstmals hier, damals noch in der legendären Rockfabrik. Und Ludwigsburg hat sich seine Vorliebe für harte Musik erhalten.

Fulminante Feuershow von Beginn an

„Es fühlt sich fantastisch an, wieder hier zu sein“, sagt Frontmann Mille Petrozza. Kurz darauf spaltet er die Menge zum wiederholten Male, so wie Mose einst das Meer geteilt hatte. Nur dass in der MHP-Arena daraus eine Wall of Death wurde, die im Anschluss aufeinander losstürmte. „Ich möchte die totale Zerstörung sehen“, ruft er den Metalheads im Publikum entgegen.

Für Bewegung ist an diesem Abend reichlich gesorgt. Schon als die erste Vorband, die Hardcore-Gruppe Nails aus Kalifornien, zu spielen beginnt, gehen die Mosh Pits vor der Bühne los. Das steigert sich beim Auftritt der US-amerikanischen Thrash-Metal-Legenden von Exodus noch weiter. Die dritte Vorband, die Grindcore-Pioniere Carcass aus England, vermag es weniger, die rund 3000 Zuschauer zum Mitmachen zu animieren. Aber dafür wartet ja noch der Auftritt von Kreator.

Blutüberströmte Köpfe, Dämonen und Satan: Die Bühnendekoration von Kreator unterstreicht die düsteren Texte. Foto: Andreas Essig

Die liefern eine feurige Performance ab – und das nicht nur im übertragenen Sinne: Schon kurz nachdem der Vorhang mit einem Knall gefallen ist und die Vier „Seven Serpents“ vom neuen Album zum Besten geben, werden sie von Feuersäulen umrahmt. Und das Feuer bleibt ein wichtiger Bestandteil der Show. Später werden auch noch zwei Skelette abgefackelt.

Neue Hits und alte Klassiker

Düster sind auch die Texte: „Hate is the virus of the world“, brüllt Petrozza etwa beim starken „Hate über Alles“. Für „Tränenpalast“ hat dann die ebenfalls feurige Britta Görtz, Frontsängerin der Melodic-Death-Metal-Band Hiraes aus Osnabrück, einen Gastauftritt, was vom Publikum mit tosendem Applaus bedacht wird.

Neben den Songs aus dem neuen Jahrtausend haben Kreator aber auch ein paar alte Klassiker im Gepäck, wie „Endless Pain“ vom gleichnamigen Debütalbum aus dem Jahr 1985 oder „Pleasure to Kill“ vom Nachfolge-Album. Zu diesem Song fordert Petrozza die Menge ein letztes Mal zur Wall of Death auf – bevor Kreator nach eineinhalb Stunden geradlinigen Thrash Metals abtreten. Ohne Zugabe. Aber mit dem Versprechen, dass sie wiederkommen werden.

Setlist: Kreator in der MHP-Arena

1. Seven Serpents

2. Hail to the Hordes

3. Enemy of God

4. Satanic Anarchy

5. Sergio Corbucci Is Dead

6. Hate Über Alles

7. People of the Lie

8. Betrayer

9. Krushers Of The World

10. Hordes of Chaos (A Necrologue of the Elite)

11. Satan Is Real

12. Loyal To The Grave

13. Phantom Antichrist

14. Tränenpalast (mit Britta Görtz)

15. Endless Pain

16. 666 – World Divided

17. Violent Revolution

18. Pleasure to Kill