Máire Breatnach und Thomas Loefke genießen den Applaus ihrer Zuhörer. Foto: Frey

Einen unvergesslichen Abend bereiteten Máire Breatnach und Thomas Loefke ihren Zuhörern in der Johanneskirche in Lombach.

Organisiert hatte das Konzert der Heimat- und Kulturverein des Loßburger Ortsteils. Die kleine Kirche in Lombach war voll besetzt, die beiden sympathischen Musiker haben im Schwarzwald offenbar eine große Fangemeinde. Und die Menschen haben wieder Lust auf Begegnungen, sind dankbar, dass kulturelle Ereignisse wieder möglich sind.

Claus Nübel, extra im irischen Outfit gewandet, begrüßte im Namen des Vereins die Gäste. Schon 2015 war Thomas Loefke mit seiner Gruppe „Norland Wind“ zu Gast in Lombach, nun ist er zusammen mit Máire Breatnach auf Tournee. Die begann in Berlin und führte die beiden zum Abschluss nach Lombach.

Zusammenarbeit mit Sinead O‘Connor

Breatnach ist laut Ankündigung Irlands bekannteste Geigerin, Geschichtenerzählerin und die moderne Version eines keltischen Barden. Sie prägte die irische Musikszene in den vergangenen drei Jahrzehnten und arbeitete mit den größten Musikern der Insel wie Nigel Kennedy, Mike Oldfield, Donovan und Sinead O‘Connor zusammen. Loefke spielt Harfe, das irische Nationalinstrument. Er bereist jedes Jahr die Inselwelt des Nordatlantiks, die ihn zu seinen Kompositionen inspiriert.

Das Duo entführt seine Zuhörer in traumhafte Klangwelten, die in der Fantasie die grandiosen irischen Landschaften entstehen lassen. Auch Breatnach hat viele ihrer Stücke selbst komponiert, darunter Lieder in Gälisch. Sie wirken schwermütig, die Texte sind für nicht Sprachkundige nicht zu verstehen. Das beeinträchtigt die Wirkung aber keineswegs. Schwungvolle Tänze, Jigs und Reel: Bei manch einem Zuhörern bleiben die Füße da nicht ruhig. Loefke begleitet sie dabei meist mit der Harfe, zart und emotional.

Dramatische Liebesgeschichten und irische Mythen

Einige der Kompositionen sind herzzerreißend traurige Melodien. Loefke sagt bei einem Text: „Der ist so traurig, den erzähle ich Ihnen nicht.“ Charmant führt er durch das Programm, erzählt von letzten Königen, dramatischen Liebesgeschichten, irischen Mythen – und korrigiert ganz nebenbei die Geschichte. Oder hätten Sie gewusst, dass bereits im achten Jahrhundert ein Segler aus dem Südwesten Irlands mit seinem Segelboot aufbrach, über die nordatlantischen Inseln wie die Shetlands, die Faroer und Island, schließlich in Neufundland landete? „Damit hat ein Ire Nordamerika entdeckt, so war‘s“, da muss Loefke selbst schmunzeln.

Lombacher Birnenschnaps

Schon in früheren Jahrhunderten galten die Harfenspieler als ausgesprochen trinkfest, erzählt Loefke, um dann von einem Lombacher Birnenschnaps zu schwärmen. Und er erzählt von einem eifersüchtigen Ritter namens Finn Mc Cool, „der war ziemlich uncool“, denn er ließ seinen Rivalen nach einem Hinterhalt sterben, ohne ihm zu helfen.

Nach der Pause erinnert Breatnach mit einem Lied ohne Worte, Walter‘s Song, an ihren 2001 verstorbenen Vater, der die Musik liebte. Bevor die Stimmung zu gefühlvoll wird, darf das Publikum bei einem gälischen Volkslied über einen verrückten Ziegenbock den Refrain mitsingen, was für viel Heiterkeit sorgt. Das zweistündige Konzert endet mit einer Zugabe, die sich die begeisterten Zuschauer erklatschten. Loefke ist am Donnerstag, 27. April, bei „Kultur am Dobel“ in Freudenstadt zu Gast mit dem Trio Acoustic Eidolon. Neben seiner Harfe werden eine ganz besondere Gitarre und ein Cello die Zuschauer zum Träumen bringen, kündigt er an.