Vielfalt und Anspruch begleiteten das Konzert des Gesangvereins Feuerbach in der Johanniterkirche.
Nach der rundum gelungenen Vorstellung zog der erste Vorsitzende Karl-Heinz Deiss gar vor der Dirigentin Ulrike Rombach seinen Hut – treffender gesagt seinen Zylinder. Mit dem Motto „Ich bin nur gut, wenn keiner guckt …, aber am besten mit ganz viel Publikum“, sollte die nahezu 30-köpfige gemischte Sängerschar richtig liegen.
Randvoll besetzt war die Kirche nach Einladung des Vereins. 1865 gegründet blicken die Mitglieder auf 160-jähriges Bestehen zurück. Passend dazu erfolgte genau hundert Jahre später die Weihe der Johanniterkirche. Das Gotteshaus präsentierte sich zu dem besonderen Anlass von der schönsten Seite. Stimmungsvolle Lichter schmückten etwa die Fenster, Kerzen brannten auf dem Altar, gar ein Mond war angedeutet und sollte noch eine Rolle spielen.
Als erstes trat mutig der Nachwuchs, ein Sprecher und ein Cajonspieler, vors Publikum. Der Rest gesellte sich zum feierlich einziehenden Chor, gemeinsam interpretierte das Ensemble die „Alpenrumba Chlunki Halunki“. Sprachlich in derselben Ecke die nächste Nummer namens „Liedchen“. Gekonnt veredelt wurden stimmlich Wortfetzen wie „Palim Palim“.
Mit Zylinder auf dem Kopf
Dann kam eine ganze Reihe Zylinder zum Vorschein, und mit der schwarzen Kopfzierde nahmen es die Herren mit den Damen auf. Gesungen wurde erwähnter Mottosong, mal getrennt, mal zusammen sowie mehrstimmig.
Anerkennung für Liedvorträge
Während die Feuerbacher vorgeben nur mit viel Publikum gut zu sein, jammerte Max Raabe bekanntlich im Original: „Sie sollten mich hör’n, wie laut ich singen kann allein im Bad“. Das Lied kam an und sollte ebenso beklatscht werden wie „Die Rose“. Eine 45 Jahre alte Hymne, die zu anerkennendem Nicken und andächtigem Lauschen führte.
Dann mischte sich die Dramaturgie ein, und schickte die Sängerschar erneut im Schritttempo auf die Empore. Währenddessen kam eine Weise zu Gehör, die sozusagen von der akustischen Höhenluft profitierte und einen Bruch einleitete.
Breites Spektrum bedient
Die Blicke des Publikums richteten sich zum künstlichen Himmel des nunmehr abgedunkelten Altarraumes, der funkelte und leuchtete. Ein Vogelkäfig rutschte ins Visier, um das feine Stückchen „Es saß ein klein wild Vögelein“ einer Gruppe namens Zebra Sommerwind einzuleiten. Immer noch über den Köpfen der Hörer versammelt, gab der Chor als drittes das uralte Volkslied „Guter Mond, du gehst so stille“ zum Besten.
Mit der Rückkehr zur „Bühne“ kündigte sich ein Genrewechsel an: „Mamma Mia“, vorgetragen als deutsche Version. Mit voller Kraft wurde der Refrain geschmettert.
Rainer Lenz greift in die Tasten
Hier wie an anderer Stelle griff Rainer Lenz beherzt in die Tasten, um dem Chor exzellentes Geleit zu geben. Außerdem hatte der Rundum-Musiker, wie Deiss betonte, das Akkordeon und die Ukulele in seinem instrumentalen Gepäck. Nicht zuletzt trat er als Moderator auf, und alle Talente zusammen sollten ihm am Schluss einen donnernden Applaus einbringen.
„Wir hätten gern mehr Lieder gesungen“
„D’r Hans im Schnokeloch“, hieß das nächste Stück, tatsächlich glatte fünfzig Jahre alt. Zu hören war, dass sich hinter dem heiteren Titel keine leichte Nummer verbarg. Viel Niveau bot weiter die Ballade „Gabriellas Song“. Gefühlvoll von den Registern dargeboten und die vielleicht schönste Melodie des Abends. „Bravo“, jubelten die Zuhörer, die lautstark Beifall sandten. Als Zugabe erklang das rhythmisch einnehmende „Wir hätten gern mehr Lieder gesungen“.
Begrüßt und verabschiedet wurden die Anwesenden vom Vorsitzenden Deiss, der Dank aussprach und den Gästen den Tipp mit auf den Heimweg gab: Einmal links bitte – zum Gemeindesaal zwecks gemütlichen Ausklangs.