Der Förderkreis der Horber Realschule hatte zum zweiten Mal zu einem Abend voller Swing, Jazz, Latin, Fusion, Funk und Rock eingeladen. Zwei Big-Bands brachten diesen Mix mit.
Stand die Premiere im vergangenen Jahr, bei der gleich zwei Ereignisse gefeiert werden konnten – 25 Jahre Förderverein der Realschule Horb und das Schulhofprojekt mit grünem Klassenzimmer – noch unter dem Motto „Wir gehen auf ne Pizza nach Nizza“, da die 9a ihre Klassenkasse mit der Bewirtung aufbesserte, so organisierte der Förderverein das Konzert in diesem Jahr aufgrund der großen Nachfrage, wie der Fördervereins-Vize Sascha Heinrich und Klassenlehrer der 10a, die an diesem Abend bewirtete, in einem kurzen Gespräch erklärte.
Und das mit der großen Nachfrage stimmte. Die Veranstalter hatten in der Aula eine Konzertbestuhlung aufgebaut und kaum ein Platz war frei. Sogar die Stehtische im hinteren Bereich waren gut besetzt und die Zuhörer nahmen teilweise lange Wege auf sich, um sich die Gelegenheit, zwei der renommiertesten Bands zu hören und zu erleben, nicht entgehen zu lassen.
Mit einer instrumentalen Variante des Billie Eilish-Songs „Bad Guy“ stieg Martin Stöckel mit seiner Bigband der Horber Musikschule in den Abend ein und gab nach diesem musikalischen Schmankerl die Bühne für ein kurzes Begrüßungswort frei.
Begeisterung für Livemusik
Hier freuten sich Schulleiterin Heidrun Linka und Sascha Heinrich, der den Fördervereinsvorstand Bernd Stemmer vertrat, über die gute Resonanz und betonten, dass die Begeisterung für Livemusik gerade in einer so lebendigen Schule wie der Horber Realschule groß sei und es für den Förderverein eine Herzensangelegenheit sei, kulturelle Veranstaltung hierher zu holen.
Beide hoben besonders die Leistung von Schulsekretärin Birgit Weinstein hervor, die im Hintergrund viel zum Gelingen dieses Abends beitragen hat.
Doch dann gehörte die Bühne ganz den Musikern und ihrer Symbiose aus sattem Blech und ganz viel Rhythmus, der entsteht, wenn starke Trompeten und Posaunen auf soundprägende Saxofone treffen und dieser Groove von E-Gitarren, Keyboard und Drumset abgerundet wird. Damit begeisterte sie für mehr als zwei Stunden die Fans.
Saxofon-Solo
Stücke wie „Back in Town“, bei dem nicht nur das Trompetenregister seinen großen Moment hatte, sondern Laszlo Papesch eine Sax-Solo spielte, das sich „sie“ schrieb und der Mann an der E-Gitarre viel mehr als nur ein paar harte Riffs zum Klangerlebnis beisteuert, animierten das fachkundige Publikum immer wieder zu spontanem Zwischenapplaus. Auch die Interpretationen des Gute-Laune-Stücks „I Wanna Be Like You“, dem Monkey-Song aus dem Dschungelbuch oder der Funk-Klassiker „September“ der US-amerikanischen Band „Earth, Wind and Fire“ kamen derart genial über die Lautsprecher, dass Stillsitzen und nur zuhören fast nicht möglich war. Der Big-Band-Sound lädt regelrecht zum Mitmachen ein.
Auf Profi-Niveau
Beide Bands spielten auf absolutem Profi-Niveau. Da passierte nichts aus Zufall. Selbst die schrägsten Töne waren gewollt und genau an den richtigen Stellen gesetzt.
Während Martin Stöckel, Horbs Mister Music, seine Band mit souveräner Lässigkeit, gleichzeitig aber auch mit großem Engagement, was die Einsätze und Rhythmuswechsel betraf, durch die Arrangements führte, war Altmeister Volker Mall eher der Maestro am Dirigentenpult, der mit spärlichen Gesten auskam. Eine Respektsperson eben, die in der Big-Band-Szene Baden-Württembergs eine Ausnahmestellung einnimmt.
Stöckel, der den Herrenberger Bandleader schon seit 40 Jahren kennt, nannte Mall „meinen Lehrer“, spielte er doch lange bei der Herrenberger Band, die als dienstälteste Bigband der ganzen Region gilt, im Posaunenregister mit.
Wohlverdienter Applaus
Beide Bands schenkten ihren Zuhörern ein musikalisches Erlebnis, das sicher noch lange nachhallt. Zwei Bands dieser Güte zusammen auf einer Bühne erlebt man nicht alle Tage, doch der Förderverein und die guten Beziehungen von Birgit Weinstein machten es am Donnerstagabend in der Horber Realschule möglich. Und dafür gab es mehr als nur wohlverdienten Applaus.