Nicholas Daniel an der Oboe wurde in der Alten Synagoge Hechingen von Yeran Kim am Klavier begleitet. Foto: Beyer

Mit Professor Nicholas Daniel gastierte kürzlich ein Experte an der Oboe in Hechingen.

Die Oboe hat ein ganz besonderes, nasales, aber angenehm beeindruckendes Timbre. Bei der Klavierbegleitung von Yeran Kim gastierte im vierten Konzert der Reihe „Fremd bin ich“ mit Professor Nicholas Daniel eine Koryphäe am Holzinstrument in der Alten Synagoge.

 

Ausnahmemusiker wäre auch eine Bezeichnung für den britischen Oboisten, der Werke von der Wiener Klassik bis hin zur Moderne intonierte. Er komponiert auch selbst so wie er auch Werke für die angeführte Besetzung und andere arrangiert. Etwa die „Kirchensonate „Nr. 17 KV 336 in B-dur“ von Wolfgang Amadeus Mozart, bei dessen Aufführung mit der feinfühlig am Klavier begleitenden Yeran Kim am Klavier ein homogener Gesamtklang die Alte Synagoge beschallte.

Das Konzert stand unter dem Titel „Still life“, was man auch als Stilleben verstehen könne, oder als „still alive“ – also noch am leben, erklärte Daniel schmunzelnd.

Herausforderung für die Musizierenden

Herauszuheben sei das dreisätzige, 1939 komponierte Werk „Suite für Oboe und Klavier op. 17“ von Pavel Haas. Die Aufführung der Sätze Furioso, Con Fuoco und dem gemäßigten Moderato war zeitlich lang, aber gewiss nicht langweilig. Es ist in seiner Form mit Dissonanzen durchaus dem Genre der Neuen Musik zuzuordnen und stellte auch eine Herausforderung an die Ausführenden dar.

Der jüdische Komponist war erst im Konzentrationslager Theresienstadt um dann nach Auschwitz überführt zu werden, wo er schließlich ermordet wurde. Wie bei diesem Stück wendete der Oboist auch bei anderen Stücken wie etwa „Second Still Life für Oboe und Klavier“ vom 1948 geborenen Michael Berkeley eine besondere Zirkulationstechnik an, wobei gleichzeitig die Luft zum Blasen ein sowie ausgeatmet wird.

„Von fröhlich bis düster“

Wie am Anfang so am Ende: gewissermaßen als Schlusskadenz erklang wieder eine dreisätzige „Sonate für Klavier und Violine KV 376 in F-Dur“ von Mozart – mit einem herrlich wohlklingenden „Rondeau: Allegretto grazioso“. Ein großartiges Werk, dass in seiner Form einst für die Heilige Messe respektive Gottesdienst vom Genie Mozart ersonnen wurde, wie Daniel erklärte.

Ulrike Stoll-Dyma von der veranstaltenden Initiative Alte Synagoge resümierte am Ende das gesamte Klanggeschehen kurz und bündig passend mit „von fröhlich bis düster“.