Die Dorfrocker haben in Hartheim ordenlich eingeheizt.   Foto: Müller

200 Traktoren und rund 400 Leute vor der Bühne: Die Partyband "Dorfrocker" hat am Donnerstag und Freitag zwei schnell ausverkaufte Konzerte in Hartheim gegeben.

Meßstetten-Hartheim - Wie unkompliziert man ein Konzert für das ganze Dorf auf die Beine stellen kann, haben die Mitglieder des Jugendraums in Hartheim gezeigt: "Wir haben die Dorfrocker neulich in Weilheim gesehen und sie einfach gefragt, ob sie mal zu uns kommen", sagt Carlo Schüssler, Vorsitzender des Vereins.

Die Partyband aus Unterfranken hat aus der Not eine Gaudi gemacht und nach dem Vorbild des Autokinos die Traktorkonzerte ins Leben gerufen. Heißt: Beim Konzert muss man in seiner Kleingruppe auf dem Schlepper bleiben.

Manche kamen mit dem Rasenmähertraktor

Wer keinen hat, wurde halt kreativ: Manche aus dem Ort kamen mit dem Rasenmähertraktor. Andere genossen es schon fast, das historische oder besonders leistungsstarke Arbeitsfahrzeug präsentieren zu können.

Ursprünglich war es auch in Hartheim so geplant. Am Montag ist aber die neue Coronaverordnung in Baden-Württemberg in Kraft getreten, und diese erlaubt Freiluftveranstaltungen mit bis zu 5000 Teilnehmern, auch direkt vor der Bühne. Die Luca-App war an diesem Abend überflüssig, die Kontaktdaten der Konzertbesucher wurde bereits beim Ticketverkauf erfasst.

Der Ticketverkauf ging übrigens recht flott über die Bühne. Obwohl die Werbetrommel spärlich gerührt wurde, waren binnen von Minuten alle 200 Traktortickets, die zwei erwachsenen Personen plus Kindern unter zwölf den Eintritt ermöglichten – vergriffen. Also entschloss man sich zu einer weiteren Runde: Und so wiederholt sich das Traktorkonzert am Freitagabend neben dem Hartheimer Sportplatz: Das Setting und die Akteure waren die gleichen, nur das Publikum ein anderes.

Manche blieben doch lieber auf ihren teilweise mit Blumen verzierten Traktoren hocken, andere genossen es, wieder direkt vor der Bühne zu stehen. Hahnengekrähe markierte den Konzertbeginn und die drei Brüder Philipp, Tobias und Markus Thomann betraten die Bühne. "Wer von euch ist aus Hartheim?", fragte Sänger Tobias in die Runde vor der Bühne: Mindestens die Hälfe aller Hände gingen nach oben – wenn die Dorfrocker spielen, dann ist das ganze Dorf auf den Beinen. Die Kennzeichen der Traktoren zeigten aber auch, dass manche von weiters her mit ihrem Bulldog den Heuberg erklommen haben. Die Einheimischen haben ihnen gegenüber einen Vorteil – sie konnten ein Bier mehr trinken und das Gefährt bis zum nächsten Tag stehen lassen. "Viele der Gäste kennen wir", meint Schüssler.

Hits kommen gut an

Zweieinhalb Stunden – mit einer längeren Pause –­ spielte das Trio seine beliebtesten Hits: Besonders bei "Dorfkind" und "Maulbeerbaum" wurde lautstark mitgesungen, aber auch ihr neues Lied "King" kam beim Publikum gut an – schließlich können sich die meisten Hartheimer mit den Themen rund ums Dorfleben, welche die Band besingt, bestens identifizieren.

Viele der Besucher sind in Dirndln oder Lederhosen erschienen oder gar im "Schaffhäs" – schließlich heißt einer der bekanntesten Hits der Band "Engelbert Strauß" und handelt von ganz besonders robusten Arbeitshosen.