Vielseitige Blasmusik, Ehrungen und Abschiede standen im Mittelpunkt des Jahreskonzerts.
Nach einem Jubiläumsjahr 2024, in dem man 50 Jahre Musikverein „Harmonie“ Grünmettstetten feierte, machte sich der Verein in diesem Jahr auf, neue Gipfel zu erklimmen. Sowohl in der Vereinsstruktur als auch musikalisch.
Die Vorstandschaft ist neu aufgestellt und auch in der musikalischen Leitung gab es Veränderungen.
Jörg Teufel gab nach über 15 Jahren an der Spitze des Orchesters den Taktstock an Oliver Martini weiter. Der langjährige musikalische Leiter bleibt dem Verein jedoch erhalten. Er wechselt auf die Musikerseite an die Querflöte und übt zudem seit März 2025 das Amt des Vorsitzenden im Bereich Verwaltung aus.
Dirigent Teufel wechselt ins Orchester
„Es ist toll, wenn der alte Dirigent im Orchester bleibt. Der kann dann auch mal aushelfen, wenn der aktuelle Dirigent keine Zeit hat“, lobte Volker Breitenstein vom Blasmusikkreisverband Freudenstadt, der an diesem Abend die Ehrungen übernahm.
Doch ganz ohne letzten großen Auftritt entließ das Orchester seinen bisherigen Leiter nicht. Mit dem Stück „Festlicher Einzug“ setzte Teufel einen letzten Höhepunkt unter sein so erfolgreiches Dirigat. Er nutzte die kraftvollen Fanfaren und die majestätische Melodiebögen der Komposition, um gleich zur Eröffnung dieses Konzerts im Advent, das man in der Altheimer Halle spielte, sein Blasorchester in voller Klangpracht erstrahlen zu lassen. Es war der meisterhafte Abschied eines Mannes, der das Mettstetter Orchester prägte wie kaum jemand vor ihm. Das Publikum und seine Musikanten dankten ihm mit langanhaltendem Applaus.
Nach einer harmonischen Stabübergabe wagte sich der neue Dirigent Oliver Martini gleich an richtig große Aufgaben.
Der Mount Everest als klangvolle Inspiration
Kaum den Taktstock in der Hand wurden auch gleich der höchste Berg der Welt, der „Mount Everest“ – zumindest musikalisch – in Angriff genommen.
Man hörte die Vorfreude auf dieses Abenteuer mit jedem Ton, und im Zusammenspiel aller Register bauten sich Klanggebirge auf, die in feinen Passagen und leichten Melodiebögen umgangen wurden, bevor wieder eine der großen musikalischen Aufgaben auf das Orchester wartete. Nach gut fünf Minuten hatten die Mettstetter Instrumentalisten diese Herausforderung gemeistert und wurden dafür mit einem bewunderten „Wow“ aus dem Publikum heraus belohnt.
Ausflug in den Orient als Klanginszenierung
Vom Himalaya nahm die „Harmonie“ ihre Besucher dann mit in den Orient. Und dort „auf einen persischen Markt“. Sequenzen bekannter Melodien, verwoben mit innovativen Instrumentaleinsätzen, skizzierten hier ein quirliges Marktgeschehen. Man hörte förmlich die Marktschreier ihre Ware anpreisen, sah Berge von Gewürzen vor dem geistigen Auge und fröhliche Gaukler ihre Kunststücke vorführen.
Es war eine Geschichte, ach was, ein richtiges Tongemälde, das alle Register mit den vielen eingestreuten klangmalerischen Effekten forderte, und niemand im Saal hätte sich gewundert, wenn die Holzbläser eine Schlange aus dem Korb gelockt hätten.
Bevor man in die Pause ging, öffneten sich majestätische Weiten beim Kampf um den Südpol. Michael Geisler beschrieb in seinem Stück „The Dream of Victory“ die Jagd des Norwegers Roald Amundsen, um als erster Mensch den Südpol zu erreichen. Sein „Traum vom Sieg“ kostete ihn das Leben.
Nach der Pause wurde es weniger dramatisch. Mit einem Coldplay-Medley und der instrumentalen Fassung des Bonnie-Tyler-Superhits „Total Eclipse Of the Heart“ gab es eine kleine Verbeugung in Richtung Rock und Pop, bevor man zum Ursprung aller Blasmusikkapellen, zu Marsch und Polka, zurückkam.
Insgesamt war es wieder einmal ein großartiges Konzert und zudem ein mehr als guter Einstand von Oliver Martini.