Das Grünmettstetter Akkordeonorchester unter Leitung von Dirigent Igor Petrol begeisterte bei seinem Jahreskonzert 2025 Foto: Peter Morlok

Alle zwei Jahre lädt das Akkordeonorchester Grünmettstetten zu einem großen Konzert in die Pfarrkirche St. Konrad ein.

Am Sonntagabend war es wieder einmal so weit. Rund 200 Besucher aller Altersschichten waren der Einladung zum Konzert des Akkordeonorchesters in die Kirche gefolgt. Kein Wunder, denn das Akkordeonspiel darf in Mettstetten auf eine lange Tradition zurückblicken, und das Akkordeonorchester zählt zu den renommiertesten Vereinen im Ort.

 

Mit einem getragenen vielstimmigen „Benedictus“ aus dem ersten Satz der Friedensmesse von Karl Jenkins eröffnete das Orchester unter Leitung seines langjährigen Dirigenten Igor Petrol dieses Konzert. Es war ein Auftakt, der auf einen großen Konzertabend einstimmte, bei dem jeder der Zuhörer voll auf seine Kosten kam.

Musik für guten Zweck

Nach einer kurzen Begrüßung durch Vereinsvorstand Manfred Dettling, der auch darauf hinwies, dass man mit den Spenden aus dieser Veranstaltung ein Schulprojekt in Costa Rica unterstützt, schickten die Musikanten „Braveheart“ William Wallace in den Freiheitskampf gegen die Engländer.

Er ist nicht nur ein wertvolles Orchestermitglied, sondern auch Moderator und zweiter Vorsitzender: Jens Kneißler. Foto: Peter Morlok

In großen Melodiebögen entführten sie ihre Zuhörer auf die Hochebenen von Schottland und skizzierten mit ihren Instrumenten die Naturschönheit eines weiten Landes. Doch die Ruhe täuschte. Die Schlacht war unvermeidbar, und in großartig arrangierten Soundcollagen baute sich das Zusammenprallen der Heere in deutlicher Dynamik auf. Herausragendes Instrument war hier das elektronische Knopfakkordeon von Dirigent Petrol, das meisterhaft gespielt, besondere Effekte setzte.

Ein riesiger Beifall belohnte das Orchester, das sich aus neun mehrstimmigen Akkordeons und einem E-Knopf-Akkordeon zusammensetzt, für diese Meisterleistung. Die Akkordeonspieler wurden, wie es in dem Orchester üblich ist, von zwei Keyboards, einem Schlagzeug und einem E-Bass unterstützt – und an diesem Abend zusätzlich von der Stimme von Caroline Singer.

Sie überzeugte mit ihrer Stimme: Caroline Singer Foto: Peter Morlok

Melodiös und facettenreich setzte das Akkordeonorchester Grünmettstetten wenig später die von Dougie MacLean eigentlich für Fiddle geschriebene Melodie „The Gael“ um, die als Hauptthema zum Film „Der letzter Mohikaner“ bekannt wurde. Dann wagte es sich an zwei absolute Klassiker des US-amerikanischen Folk-Rock-Duos Simon & Garfunkel. Mit ihrer Instrumentalversionen gaben die Musiker den Welthits „Bridge over Troubled Water“ und „The Sound of Silence“ ein ganz neues Gesicht und unterstrichen wieder einmal, dass die Musik aus den Schifferklavieren frisch, modern, vielfarbig, voller Schwung und Swing, rhythmisch und zum Großteil ganz dem Musikgeschmack vieler Generationen angepasst ist.

Der „Mister Akkordeon“ von Grünmettstetten: Vereinsvorsitzender Manfred Dettling Foto: Peter Morlok

Die Mettstetter luden ihre Gäste wieder einmal zu einem musikalischen Spaziergang im Sitzen durch die Welthits einiger Epochen ein. Der zweite Vorsitzende des Vereins, Jens Kneissler, agierte dabei nicht nur auf den Tasten seines Instruments, sondern auch als Gästeführer, der im Laufe des zweistündigen Konzerts das Orchester und die Titel vorstellte.

Wie innovativ Dirigent Igor Petrol die Möglichkeiten seines Klangkörpers nutzt, das unterstrich auch die Adaption des eigentlich für Blaskapellen geschriebenen Stücks „Mountain Wind“ (Der Bergwind) von Martin Scharnagl. Dieses kleine, feine Konzertwerk bietet schöne Melodien und eine berührende Atmosphäre, die von den Mitgliedern des Akkordeonorchester beeindruckend umgesetzt wurde.

Gesang begeistert

Ebenso beeindruckend war der Gesangsauftritt von Gastsängerin Caroline Singer (Nomen est Omen), die den Popsong „That’s What Friends Are For“, der einst für Rod Steward geschrieben wurde, zu ihrem eigenen machte. Mit weiteren Stücken wie „Uptown Funk“, „Take on Me“ oder „Top Gun“ begeisterten die Mettstetter Tastenkünstler ihr Publikum, das sich immer wieder mit viel wohlverdientem Applaus bei den Musikanten für dieses wunderbare Konzert bedankte.