Die vier Sänger des Vokalensembles des SWR schlüpften bei ihrem Konzert im Uhrenmuseum in die Rolle der Comedian Harmonists und traten natürlich stilecht mit Frack und Zylinder auf. Foto: Heimpel

Das Vokalensemble des Südwestrundfunks (SWR) begeisterte die Zuhörer im Furtwanger Uhrenmuseum. Mit Frack und Zylinder schlüpften die Sänger in die Rolle der Comedian Harmonists und präsentierten deren Lieder.

Furtwangen - Unter dem Titel "Takt und Rhythmus" hatte das deutsche Uhrenmuseum zu zwei Konzerten eingeladen: einmal am Sonntag als Familienkonzert, dann am Montag, gefördert vom Land Baden-Württemberg, als Aufführung für Schulen. Die erste und zweite Klasse der Anne-Frank-Schule Furtwangen sowie die dritte und vierte Klasse der Grundschule Gütenbach waren mit rund 70 Schülern ins Museum gekommen.

Zu Gast waren Mitglieder aus dem SWR-Vokalensemble Stuttgart: In Frack und Zylinder luden vier Sänger des Vokalensembles und ihr Pianist zu einer Zeitreise zu den Comedian Harmonists ein. Bei der Begrüßung der Gäste des Familienkonzertes am Sonntag freute sich Museumsleiterin Nicole Deisenberger über die große Resonanz. Denn bereits im vergangenen Jahr war das Ensemble zu Gast im Uhrenmuseum, damals aber unter strengen Corona-Vorgaben.

Vier Herren mit Zylinder beeindrucken Publikum

Gegenüber 40 Musikfreunden im vergangenen Jahr waren es nun deutlich über 100 Gäste, darunter eine ganze Schar von Kindern, im Foyer des Museums, die mit den Sängern eine musikalische Zeitreise unternahmen. Die vier Herren mit Zylinder beeindruckten und begeisterten das Publikum. Nicht zuletzt war auch die Mimik und Dynamik des Vortrags neben der musikalischen Spitzenleistung etwas Besonderes. Und so ging das Publikum eifrig mit. Denn es war ein Mitmach-Konzert.

Durch das Programm des Nachmittags führte Birgit Rismondo vom SWR. Gleich zu Beginn gab sie eine ausführliche Einführung in das Mitmachen. Mit verschiedenen Gesten und Bewegungen oder gar mit Hand und Schenkel als Rhythmusinstrument sollte das Publikum mitwirken. Wie sticht beispielsweise ein Kaktus? Wie zeigt man den Auf- und Untergang der Sonne mit dem Arm an? Nach dieser kurzen Übung kamen dann die vier Sänger und ihr Pianist, bereits der Auftakt beeindruckte. Und dann ging es zu den Comedian Harmonists, laut Ansage vor rund 100 Jahren die erste "Boy-Group" in Deutschland. Und mit ihrem bekannten Hit vom "Kleinen grünen Kaktus" startete das Programm. Schon da waren die Zuhörer kräftig gefordert, wenn es galt, den Kaktus und vor allem dann auch sein Stechen darzustellen. Von Anfang an zog das Publikum mit großer Begeisterung mit.

Lieder über Uhren fehlen nicht

Es folgten eine ganze Reihe weiterer Hits wie "Ein Freund, ein guter Freund". Bei "Ich wollt, ich wär ein Huhn" war außerdem das Publikum aufgefordert, bei einer "albernen Einlage" im Gackern der Hühner auch ein anderes Tier, nämlich ein Schaf, zu entdecken.

In einem Museum für Uhren und Zeit dürfen Lieder über Uhren natürlich nicht fehlen. "Große Uhren machen tick, tack" wurde dann sogar gemeinsam mit den Sängern vom Publikum als dreistimmiger Kanon gesungen. Sehr beliebt ist auch der Evergreen "Grandfather’s Clock", wobei der Hinweis nicht fehlen durfte, dass in England inzwischen aus diesem Titel heraus "Großvaters Uhr" die gängige Bezeichnung für große Standuhren ist. Nach einem so schwungvollen und abwechslungsreichen Konzert bedankte sich das Publikum natürlich mit reichlichem Applaus bei den Künstlern. Und so gab das Gesangsquartett noch zwei Zugaben, eindrucksvoll immitierten die Sänger bei einem Titel von Duke Ellington die Bigband-Instrumente.