Mit seinem ersten Orgel-Neujahrskonzert zündete der neue Regionalkantor Thomas Frey ein musikalisches Feuerwerk.
Mit anspruchsvollen Werken von Max Reger, Olivier Messiaen und Johann Sebastian Bach und weihnachtlich-festlichen Klängen begeisterte Frey in der Taborkirche mit Virtuosität und Spielfreude an der Rieger-Orgel.
Festliches Glockengeläut stimmte auf das Konzert ein. Hans Rebholz, Vorsitzender des Fördervereins „Freunde der Musik in der Taborkirche“, hieß die Konzertbesucher willkommen. Rebholz ging auf den schönen Brauch des Orgel-Neujahrskonzerts ein, das immer als Benefizkonzert gegeben werde. Die Spendenerlöse kommen jeweils einem sozialen Zweck zugute. Das Konzert war von Karl Echle (Kirchenmusikdirektor im Ruhestand) ins Leben gerufen worden. Es habe nun mit Frey einen fantastischen Nachfolger.
Frey, seit Oktober als Regionalkantor für die Seelsorgeeinheit Freudenstadt-Alpirsbach tätig, habe bereits mit der Schola Gregoriana konzertiert und den Weihnachtsgottesdienst mit Chor und Orchester geleitet, wie Rebholz erläuterte. Der Spendenerlös solle dem Kinder- und Jugendhospizdienst der Malteser zugutekommen, die eine hervorragende Arbeit leisten, betonte Frey.
Wie ein Feuerwerk ließ Frey die Orgel laut und imposant zu Beginn der „Variations and Fugue on The English National Anthem“ von Reger erklingen. Gut heraushörbar erklang das „…send her victorius…“, mit dem Thema nach dem Vorbild der englischen Nationalhymne. Fantastisch gespielt, erklang nach der Vorstellung dieses Themas eine facettenreiche Variation, die sich steigerte und bei der immer mehr Orgelpfeifen ihren Klang entfalteten bis hin zum triumphalen großen Orgelklang am Ende. Ein herrliches Klangerlebnis.
Ganz anders wirkten die Meditationen von Olivier Messiaen über „Die Geburt des Herrn“, von denen drei zu Gehör kamen. Bei „La Vierge et L`Enfant“ (Die Jungfrau und das Kind) umrahmten zwei ruhige Teile einen kleinen Freudenausbruch, die von Frey durch spannende Akkorde und auch durch einige Dissonanzen sehr dicht und legato gespielt wurden, bevor sich die harmonische Freude durch kleine Triller Bahn brach.
Fantastische Klangreise
Eine fantastische Klangreise bescherte Frey bei „Le mages“ (Die Weisen) mit fein akzentuierten Einzel-, Doppel- oder Dreierklängen und gegenläufigem Melodiespiel. Gerade so, als würden die Weisen sich immer wieder suchend umsehen und doch ihrem unaufhörlich leuchtenden Stern folgen – bis das Ziel erreicht ist. Von Johann Sebastian Bach kamen drei Kompositionen zu Gehör. Ein festlich klingendes Praeludium C-Dur (BWV 547), mit dem Anfangsmotiv von „Sie werden aus Saba alle kommen“, bei dem die erhabene königliche Karawane, das Gewusel der Bediensteten sowie Trompetenklänge beeindruckend von Frey interpretiert wurden, bis zum fröhlich anmutenden und unisono endenden Schluss des Stücks – der Ankunft. „Gute Nacht, o Wesen“ aus „Jesu, meine Freude“ (BWV 227) mit seinen filigranen Wechseln lud zum Genießen ein, bevor die „Fuge C-Dur“ ihre klangliche Strahlkraft entfaltete.
Am Ende dieses beeindruckenden Konzerts zeigte Frey erneut seine Spielfreude und virtuose Brillanz bei Olivier Messiaens emotionsgeladenem „Dieu parmi nous“ (Gott unter uns) mit seiner besonderen Dynamik, schnellen Läufen, kurzen Trillern bis zum fulminanten und alles durchdringenden Schlusston.
Lang anhaltender Applaus
Die Konzertbesucher dankten mit herzlichem und langem Applaus für ein fantastisches Konzert. Mit der Zugabe „Es ist ein Ros’ entsprungen“ von Brahms mit wunderschönem Echo in der Melodie ließ Frey abschließend musikalischen Weihnachtsglanz aufleuchten.