Die Band „Poems on the Rocks“ begeisterte am Samstagabend mehr als 130 Rock- und Lyrikfreunde in der „Waldlust“.
Die vom Verein der Denkmalfreunde Waldlust in Kooperation mit Siegfried Kögel vom F 23 veranstalteten Konzerte im ehemaligen Ball- und Speisesaal des früheren Grandhotels und Kulturdenkmals Waldlust in Freudenstadt haben sich inzwischen als beliebtes Veranstaltungsformat etabliert und locken aufgrund des bekanntermaßen hohen Niveaus jedes Mal zahlreiche Gäste aus dem näheren und weiteren Umfeld von Freudenstadt an. Das war auch am Samstagabend so.
Die Formation „Poems on the Rock“ mit den Musikern Christoph Berner (Gitarre), Helmut Kipp (Schlagzeug), Edgar Müller (Keyboards), Jörg Kraus (Gesang), Andy Kemmer (Bass) sowie Jo Jung (Sprache und Texte) verwandelten den alten Saal mit ihrem Repertoire und der so ganz anderen Form der Darbietung in einen Raum voller Energie, Nostalgie und Emotionen.
Songs gewissermaßen neu interpretiert
Die Stuttgarter Musikprofis spielten nicht nur die bei den Fans in aller Regel bekannten Rocksongs der vergangenen Jahrzehnte von Größen wie Sting, Peter Gabriel, den Red Hot Chili Peppers, David Bowie oder Genesis. All diese Songs wurden durch die mit viel Poesie und unverwechselbarer Stimme vorgetragenen Übersetzungen des Schauspielers Jo Jung gewissermaßen neu interpretiert. Und es war die Kombination aus Musik, Gesang und rezitierten Songtexten, die den Abend zu etwas Besonderem machte.
Den Akteuren gelang es dabei, die jeweiligen Wechsel zwischen Musik und Vortrag stimmig und harmonisch zu gestalten. Nie kam das Gefühl auf, der Ablauf passe nicht. Zwischen den lyrischen Passagen und der Musik, bei denen die Musiker ihr Können immer wieder auch bei eindrucksvollen Soli unter Beweis stellten, machte sich eine besondere Stimmung breit.
Manchmal wurde mitgesungen und mitgesummt, manchmal auch nur – die Beine wippend und den Kopf im Takt nickend – zugehört. Mit ihren Arrangements blieb die Formation meist sehr nah am Original, coverte mit eigenen Akzenten und jeder Menge musikalischer Professionalität aber so gut, dass man dieses Original zu keinem Zeitpunkt vermisste.
Drummer nutzt Ausfall der Technik für Schlagzeugsolo
So kamen die Zuhörer an diesem Abend in den Genuss von Stücken wie „Man in the Mirror“ (Michael Jackson), „Digging in the Dirt“ (Peter Gabriel), „Whiskey in the Jar“ (Metallica), „Ground Control to Major Tom“ (David Bowie) und „Land of Confusion“ (Genesis).
Ein kurzer Ausfall der Technik beeinträchtigte den Abend deshalb nicht, weil Drummer Helmut Kipp die Gelegenheit kurzerhand für ein Schlagzeugsolo nutzte, das mit tosendem Applaus bedacht wurde.
Stehende Ovationen waren am Ende der Dank für einen Abend, der von der ersten bis zur letzten Minute Spaß machte.
So geht es weiter
Termine
Die nächsten Konzerte in der „Waldlust“ vor der kurzen Sommerpause finden am Samstag, 13. Juni, mit der Band „Francfort Special“ (Rockabilly-Sound und Rock’n’Roll-Feeling) sowie am Samstag, 27. Juni, mit der „Linda Kyei Swing Combo“ statt. Am Sonntag, 28. Juni, folgt ein Besuchertag, am Donnerstag, 2. Juli, das „Marian Petrescu Trio“. Ein Höhepunkt wird die „Sommernacht in der Waldlust“ am 25. Juli mit Musik, Tanz, Theater und Kunst.