Für Jubelstürme sorgten „Ela und die Herzensbrecher“ im Kurtheater, bestehend aus Buddy Bosch, Ela Kirchner, Manne Stauss und Hardy Fritsch (von links). Foto: Lothar Schwark

„Ela und die Herzensbrecher“ begeisterten in Freudenstadt mit deutschen Schlagern.

Diesen Abend werden die Besucher im voll besetzten Kurtheater nicht so schnell vergessen. Mit einem gelungenen Auftritt ließ die Formation „Ela und die Herzensbrecher“ die hohe Zeit des deutschen Schlagers der 50er- und 60er-Jahre aufleben. Immer wieder lang aufbrausender Beifall und anhaltende Zugaberufe belegten eindeutig: Das war eine gelungene Show, die Ela Kirchner mit ihren Gentlemen Manne Stauss (Gesang/Akkordeon), Buddy Bosch (Gesang/Bass) und Hardy Fritsch (Gesang/Bass) in Freudenstadt ablieferte.

 

Die Herzen erwärmt

Manch ein Besucher dürfte sich an seine frühe Jugend erinnert haben, als Schlager wie „Schuld war nur der Bossa Nova“ die Herzen der Menschen erwärmten. Manne Stauss verstand es auf Anhieb, die Theaterbesucher auf die Zeitreise in die 50er- und 60er-Jahre mitzunehmen. Und bereits nach dem ersten Titel „Komm ein bisschen mit nach Italien“ war spürbar, dass dieser Abend die Herzen vieler Menschen erwärmt. Dabei war von Stauss zu erfahren, dass in damaligen Wirtschaftswunderzeiten jährlich fünf Millionen Menschen ihren Urlaub in Italien verbrachten.

Auch sonst stimmte das Publikum immer wieder zu Gassenhauern der 50er und 60er mit ein. Den bekannten Schlager „Für Gabi tu ich alles“ münzte die Band in den Titel „Für Ela tun wir alles“ um. Als gewitzter Freudenstadt-Kenner hatte Stauss manch fröhliche Episode parat. Einen kleinen Seitenhieb bekam auch das Lied „In Freudenstadt im Schwarzwald“, mit dem Tony Marshall damals für Aufregung gesorgt hatte.

Kostüme und Frisuren spiegeln die damalige Zeit wider

Zum Ausdruck brachte Stauss, dass man großen Respekt vor den damaligen Künstlern habe. Viele ihrer Lieder seien inzwischen unsterblich geworden, war er sich sicher.

Zu spüren war, dass „Ela und die Herzensbrecher“ diese Lieder mit viel Herzblut rüberbrachten. Dazu gehört auch das passende Bühnenbild, die Kostüme und Frisuren. All das sollte die damalige Zeit realitätsnah widerspiegeln.

Ela Kirchner beim Auftritt in Freudenstadt Foto: Lothar Schwark

In unnachahmlicher Art zelebrierte Ela Kirchner den unvergesslichen Hit von Trude Herr „Ich will keine Schokolade“. Das Publikum jubelte und ging fröhlich mit. Zwischen den Liedern ließ die Formation auch Werbeblöcke der vergangenen Zeiten aufleben. Dabei zeigte sich, dass sich das Rollenbild der heutigen Frauen und Hausfrauen doch gewaltig verändert hat.

Freddy Quinns Verdienste

Zum Schlager „Die Gitarre und das Meer“ würdigten „Ela und die Herzensbrecher“ gemeinsam mit der Gästeschar die Verdienste des großen Freddy Quinn. Diese Sehnsucht passe auch gut in den Nordschwarzwald, wenn man in der Abendsonne vom Mummelsee in die Weite schaue. Und ganz aufrecht bekannte Stauss: „Ihr habt hier so viele schöne Dinge.“ Der Beifall gab ihm recht.

Der „Babysitter Boggie“ von Ralf Bendix zündete, wie auch die unvergesslichen Titel von Peter Kraus „Wenn du sagst“ oder „Rote Lippen soll man küssen“. An die große Wirtschaftswunderzeit erinnerte der damalige Gassenhauer vom Hazy Osterwald Sextett: „Gehn sie mit der Konjunktur“. Jubelstürme gab es bei „Schöner fremder Mann“, den Conny Francis weltberühmt gemacht hatte. Auch der große Peter Alexander und Manuela lebten nochmals auf.

Stauss stellte nochmals alle Mitwirkende vor, die mit großer Leidenschaft der Musik nachgehen. Mit dem Zugabetitel „Tanze mit mir in den Morgen“ endete ein gelungener Abend in Freudenstadt.