Das Quartett Willa Musica hat die Konzertreihe in der Peterskirche in Blansingen am ersten Mai eröffnet. Foto: gok

Mit dem Konzert des Quartetts Willa Musica werden traditionell die Blansinger Konzerte eröffnet. Der Auftakt in diesem Jahr besonders vielseitig und abwechslungsreich gewesen.

So vielseitig und abwechslungsreich war das Programm der Blansinger Konzerte selten wie an diesem ersten Mai in der Peterskirche. Das Quartett Willa Musica ist bekannt dafür, in der „Arena-Kapelle des Markgräflerlandes“ nicht nur durch virtuose und authentisch interpretierte Werke aus den unterschiedlichen Verästelungen des europäischen Barocks zu glänzen, sondern auch mit humorvoll formulierten Erläuterungen die Besonderheiten der vorgetragenen Stücke und der eingesetzten Instrumente verständlich werden zu lassen.

 

Mit zwei Werken von Gottfried Finger und dem fast gleichaltrigen Alessandro Scarlatti umrahmte das Quartett ein Programm, das ansonsten zwischen Werken für Chalumeau, Orgel, Diskant-Gambe, Sopran- und Diskant-Blockflöte und Barock-Klarinette eine bunte Palette unterschiedlichster historischer Instrumente beschrieb. Zum ersten Mal wurde der Rahmen mit drei Altblockflöten gestaltet, da Barbara Leitherer nicht nur die Gamben-Familie meisterhaft beherrscht. In Fingers Sonata Settima untermalte Dieter Lämmlin mit seinem Cembalo eine ständig wechselnde dynamische Tonfärbung, die auch in den langsamen Stücken durch die Verschmelzung langer Töne, eine abwechslungsreiche Verzierung und schattierender Affekte immer spannend blieb. Bei den schnellen Sätzen verzauberten die drei Flöten mit arabeskenhaften Läufen, bei denen die Stimmführung ständig wechselte.

Publikum begeistert von Solo-Stücken

Aber auch die Solo-Stücke ließen das Publikum in der vollen Kirche staunen. Christian Leitherer entlockte seinem kleinen Chalumeau in einer Sonate aus der Zeit um 1700 einen einschmeichelnd sonoren Klang. Und Dieter Lämmlin zeigte die Klangfülle der Orgel mit drei virtuos gespielten Sätzen von Domenico Zipoli. Mit „Diminitionen“ über ein Motiv von John Dowland am englischen Hof hatte Johann Schop im Übergang von Renaissance zu Barock der bekannten Melodie der „Pavane Lachrimae“ überraschend ungewohnte Nuancen entlockt: Barbara Leitherer mit ihrer Diskant-Gambe und Dieter Lämmlin mit dem Cembalo schufen mit seiner Komposition ein berückend schönes Klang-Gemälde. Und Tonio Paßlick zelebrierte mit seiner Sopran-Blockflöte die frühlingshaften Vogel-Imitationen von Francois Couperin, der die „Verliebte Nachtigall“ für den Hof des Sonnenkönigs komponiert hatte.Im Wechsel mit dem Cembalo steigerten sich die Zwitscher-Klänge zum furiosen Finale. Eine kurze Gavotte von Rameau stellte die noch höhere Diskant-Flöte vor.

Mit Händel und Corette ins Finale

Georg Friedrich Händel wird die „Sonate C-Dur für Viola da Gamba und Cembalo concertanto“ zugeschrieben, mit der Barbara Leitherer und Dieter Lämmlin begeisterten. Und mit der Suite in C-Dur von Michel Corette geriet der Höhepunkt des Programms zum Fanal für Barock-Klarinette, Gambe und Cembalo. Die drei Musiker wechselten von tänzerischen zu triumphalen Klang-Symphonien mit kurzen Atempausen in einschmeichelnd schönen Rondeau-Passagen.

Als Zugabe spielte das Quartett Willa Musica eine eigene Version des Mai-Lieds „Wie lieblich ist der Maien“, das sie abschließend stimmlich intonierten, bevor das begeisterte Publikum zum Umtrunk vor der Peterskirche eingeladen wurde.