Bushido bei seiner Abschiedsshow in Stuttgart Foto: Lichtgut/Philip Mallmann

Der Straßenrapper als Familienmensch: Stuttgart wird am Donnerstag zu Bühne des großen Bushio-Finales. Bilder, Setlist und Kritik vom Konzert in der Schleyerhalle.

Der Stehbereich der Schleyerhalle ist an diesem Donnerstagabend nur etwa zur Hälfte gefüllt. Ein schwarzer Vorhang verdeckt die Bühne, darauf leuchtet ein grünes „B“ – Bushidos Logo. Die Stimmung wirkt etwas verhalten. Dabei soll dieser Abend ein besonderer sein.

 

Es ist, wie er selbst sagt, sein allerletztes Konzert. Nicht nur sein letztes in Stuttgart, sondern überhaupt. Die Tour wurde als Abschied angekündigt: Noch einmal durch die großen Arenen, noch einmal die größten Hits spielen – und dann Schluss. Dann fällt der Vorhang. Im Rahmen seiner „Alles wird gut“-Tour hatte er bereits im Januar schon einmal in Stuttgart Halt gemacht. Doch wegen der großen Nachfrage gibt es jetzt verspätet einen Zusatztermin – und die Schleyerhalle wird zu Bühne des großen Bushido-Finales.

Zwei Jahrzehnte Deutschrap

Bushido eröffnet den Abend mit „Kleine Bushidos“. Über der Bühne hängen sechs große Bildschirme, auf mehreren davon ist er gleichzeitig zu sehen. Hinter ihm wechseln sich Videoprojektionen, Schriftzüge und Farbflächen ab. „Wie geil seid ihr denn heute Abend?“, ruft er ins Publikum. Kurz darauf folgen die ersten Klassiker, während sich die Bühne immer wieder in neue Farben taucht.

„Wie geil seid ihr denn heute Abend?“ Bushio in der Schleyerhalle Foto: Lichtgut/Philip Mallmann

Schnell wird klar: Der Abend ist eine Reise durch mehr als zwei Jahrzehnte deutscher Rapgeschichte. Songs aus den frühen 2000ern stehen neben späteren Tracks, die Setlist wirkt wie ein Rückblick auf Bushidos Karriere. Als „Sonnenbank Flavour“ erklingt, wird es deutlich lauter in der Halle. Der Song erschien 2005 und gehört bis heute zu den prägendsten Tracks des Deutschraps – einer von denen, die eine ganze Generation im Kinderzimmer auswendig gelernt hat.

Bushidos Lebensziel: Zeit mit der Familie verbringen

Mit „Alles wird gut“ zündet auf der Bühne ein kleines Feuerwerk. „Alles wird gut – und wenn es noch nicht gut ist, dann ist es auch noch nicht das Ende“, sagt Bushido. Immer wieder spricht er auch über sein Leben heute. „Mein Lebensziel ist Zeit mit meiner Frau und meinen Kindern zu verbringen.“

Der Abend wirkt stellenweise fast wie ein Familienabend. Der aggressive Straßenrapper, mit dem Bushido einst berühmt wurde, scheint längst einer anderen Rolle gewichen zu sein.

Finale mit der Familie

Als das Konzert sich dem Ende nähert, fordert die Halle lautstark eine Zugabe. Bushido kommt zurück – und bringt seine Familie mit auf die Bühne. Mehrere seiner Kinder stehen plötzlich neben ihm, später kommt auch seine Frau dazu. Auf den Bildschirmen laufen Kinderfotos, während er „Papa“ spielt.

Zum Abschluss läuft „Für immer jung“. Goldene Sprenkel fallen von der Decke, während Bushido sich verabschiedet. „Ich wünsche euch allen viel Gesundheit“, sagt er zum Abschied. „Und dass ihr niemals irgendwo leben müsst, wo ihr denkt: Gleich schlägt eine Bombe ein.“

Man kann Bushido vieles vorwerfen. Aber an diesem Abend wirkt es, als hätte der ehemalige Straßenrapper seine wichtigste Rolle längst gefunden: die des Familienvaters.

Bushido in der Schleyerhalle: Setlist

  • Kleine Bushidos
  • Wenn wir kommen
  • Nie wieder
  • Berlin
  • Tempelhofer Junge
  • Electrofaust / Bei Nacht
  • Zeiten ändern dich
  • Sonnenbank Flavour
  • Von der Skyline zum Bordstein zurück
  • Schmetterling
  • Alles wird gut
  • Panamera Flow
  • Stress ohne Grund
  • Sterne
  • Sodom und Gomorrha
  • Alles verloren
  • Vergeben & Vergessen
  • Ronin
  • Nie ein Rapper
  • Papa