Der Rapper Ski Aggu feiert in der ausverkauften Porsche-Arena sein bislang größtes Solo-Konzert. Mitgebracht hat er einen berühmten Gast sowie eine ernste Botschaft: Kritik und Setlist vom Auftritt.
Bei einem Ski-Aggu-Konzert stellt sich nicht die Frage, ob es eine Party gibt, sondern nur, ob und wo sie danach noch weitergeht. Ausgemacht scheint es am Freitagabend unter den jugendlichen Fans zu sein, dass das bereits beantwortet ist, oder erst mal offenbleiben darf. Zumal nebenan immer noch Wasen ist. Denn es scheint klar, dass es der aus Berlin stammende Rapper, der mit „Wilmersdorfs Kind“ gerade sein drittes Album präsentiert, bei seinen Shows richtig krachen lässt.
„Friesenjung“, Vokuhila und Skibrille
Das ist vor allem seinen Liedern mit dem Ntz-Ntz-Techno-Bumms auf die Zwei zu verdanken, zu denen das bekannteste der „Friesenjung“ mit Otto Waalkes zählt. Bei Aggu, der mit bürgerlichem Namen August Jean Diederich heißt, gibt es neben Partyspaß auch viel Ironie. Dazu zählen die Skibrille, die der 26-Jährige stets trägt, und der blondierte Vokuhila. Mit rotem Schlauchboot und dem Stück „Wilmersdorfs Kind“ fährt er in seine Manege in der ausverkauften Porsche-Arena ein, die er für gute zwei Stunden mit seinen Hits bespielt. „Wir sind heute im Ski Aggu-Zelt“, ruft er mit Trinkspruch aus. Die Bühneninstallation erinnert an eine illuminierte Raumkapsel, die mit DJ eingeflogen kommt, dazu eine Band, die den Rapper begleitet. Bunte Neonröhren tauchen den Raum in Gelb und Pink, dann flimmerndes Stroboskop. Vuvuzela. Alles ist auf Disco, Disco – wie im Lied „Party Sahne“.
Ritter Lean und Bausa
Indie-Rapper Aggu, wie er sich selbst nennt, spielt mal kurz „Blackbird“ von den Beatles auf der Gitarre, badet in der Menge und wechselt beim Auftritt von der Haupt- zur Nebenbühne. Und neben der vielen Techno-Feierei gibt es auch mal ein Stück mit Low-Beat, um dann die Party mit einem Einspieler von Aquas „Barbie Girl“ wieder weiterzutreiben. Sein Publikum bittet er, das Konzert nicht nur durchs Handy wahrzunehmen, obwohl das natürlich trotzdem eine Rolle spielt.
Rosa Konfetti und Liquidos „Narcotic“
Überhaupt ist Ski Aggus Interaktion mit den Fans enorm. Und wie jeder gute Rapper hat er noch Verstärkung mitgebracht; in dem Fall seine Atzen. Neben seinem Kumpel Ritter Lean ist das der Bietigheimer Rappstar Bausa, mit dem er den neuen Song „Belohnen“ spielt. Neben all den quirlig-wilden Konzertmomenten bringt Ski Aggu auch noch eine ernste Botschaft mit, und spricht sich gegen Rassismus aus.
In der Zugabe nimmt er mit dem Stück „Deutschland“ noch die hiesigen Trinkgewohnheiten aufs Korn und geht schließlich bei Sektdusche, rosa Konfetti und dem Liquido-Hit „Narcotic“ in den ewigen Partyabend über.
Ski Aggu: Setlist in Stuttgart
- Wilmersdorfs Kind
- Balla Balla
- Nicht nachmachen
- Immer
- Friesenjung
- Ski Aggu Typebeat
- Weißwein & Pappbecher
- Makrodosis
- Theater
- Der Schlechteste
- Huso
- Auf Ernst
- Zornig
- Abgelenkt
- Wie du manchmal fehlst
- Motorola
- Belohnen
- Maximum Rizz
- Bye X3
- Keine Sorge
- Tour de Berlin
- Anders
- Egoist
- Party Sahne
- Broker
- Deutschland
- Mietfrei
Ski Aggu beim Kessel Festival
Ski Aggu lockte am Freitag nicht nur rund 6000 Fans in die ausverkaufte Porsche-Arena, er wurde auch von René Otterbein, dem Abteilungsleiter des Stuttgarter Hallenduos Schleyerhalle und Porsche-Arena, mit dem erstmals vergebenen „Newcomer Of The Year“-Award geehrt. Künftig sollen einmal jährlich Künstlerinnen, Künstler und Bands auszeichnet werden, die in ihrer bisher jungen Karriere bereits Meilensteine gesetzt und außergewöhnliche Erfolge erreicht haben.
Und das nächste Konzert von Ski Aggu in Stuttgart steht bereits fest: Er tritt im Rahmen des Kessel Festivals, das am 4. und 5. Juli 2025 auf dem Cannstatter Wasen stattfinden wird, auf. Weitere Acts, die bereits angekündigt wurden, sind Kontra K, Max Herre & Joy Denalane, Meute, Paula Hartmann, Bosse und Ennio. Tickets und Infos gibt es hier.