Am Donnerstag, 9. April, tritt der italienische Popstar Nek, hier bei einem Konzert Anfang März in Turin, in der Stuttgarter Liederhalle auf. Foto: imago/Italy Photo Press

Mit „Laura non c’è“ wurde er weltberühmt – diese Woche kommt Nek nach Stuttgart. Im Interview spricht er über seine größten Hits und welche neuen Ideen ihn beschäftigen.

Am 9. April tritt der italienische Popmusiker Nek in der Stuttgarter Liederhalle auf. Der Durchbruch gelang dem Italiener aus Sassuolo 1997 mit seinem Hit „Laura non c’è“. Im Interview blickt der italienische Musiker auf seine lange Karriere zurück, spricht über Motivation, musikalische Entwicklung und seine aktuelle Tour.

 

Nach so vielen Jahren im Geschäft – was motiviert dich immer wieder, neue Musik zu schreiben und auf Tour zu gehen?

Ich mache das, wovon ich schon immer geträumt habe, seit ich jung war. Ich habe das Privileg, einen Beruf zu haben, der eigentlich kein „Job“ ist, sondern meine größte Leidenschaft. Ich brauche keine weitere Motivation – das ist mehr als genug!

Gibt es einen roten Faden, der dein aktuelles Album oder deine Tour definiert?

Vor einem Jahr hat mein Plattenlabel beschlossen, all meine Alben erneut auf Vinyl zu veröffentlichen. „NEK HITS“ ist ein umfassendes Projekt: die Alben, eine Webserie, in der ich die Geschichten erzähle, wie diese Alben entstanden sind, und eine Tour, bei der ich die wichtigsten Songs jedes Albums zurückbringe – die Singles, die Hits, die von meinem Publikum am meisten geliebten Stücke. Diese Songs sind der rote Faden dieser langen Tour.

Dein Hit „Laura non c’è“ ist ein Klassiker und hat Generationen von Fans geprägt. Wie hat sich deine Beziehung zu diesem und anderen früheren Hits im Laufe der Jahre verändert?

Ich weiß, dass viele meiner Kollegen Schwierigkeiten damit haben, ihre bekanntesten Hits aus ihrer Diskografie nach so vielen Jahren, 30 Jahre im Fall von Laura, wieder aufzugreifen. Ich empfinde Dankbarkeit gegenüber diesen Songs. Außerdem sind es als Hits genau die Stücke, die das Publikum am meisten mitreißen und live die Energie am stärksten anheben. Sie werden mir nie langweilig, und ich spiele sie immer wieder gern.

Wie siehst du deine musikalische Entwicklung seit den Anfängen?

Ich bin mit Musik von Bands und Künstlern aufgewachsen, die mich dazu gebracht haben, mich in den Beruf „Musik“ zu verlieben. Ich habe einen Stil entwickelt, der meine Wurzeln nie wirklich verlassen hat. Wenn ich mich weiterentwickelt habe, dann über Klang, Produktion und Arrangements – ich habe nie versucht, mich zu etwas zu zwingen, das nicht zu meinem Gefühl oder meiner Persönlichkeit passt. Ich denke, Beständigkeit ist entscheidend, um eine lange und starke Karriere aufzubauen.

Wo findest du heutzutage die größte Inspiration für deine Texte und Melodien?

Ich muss gestehen, dass ich schon lange nichts Neues mehr geschaffen habe. Ich hatte nicht das Bedürfnis dazu und wollte mich nicht zwingen, etwas zu machen, das man nicht erzwingen kann. Seit einigen Monaten nehme ich jedoch Ideen, Melodien, Texte und Gedanken in meiner Handy-Notizen-App auf – unterwegs, zu Hause beim Entspannen oder draußen auf dem Feld, wenn ich mich um mein Land kümmere – was ebenfalls eine große Leidenschaft von mir ist. Jetzt möchte ich mir die Zeit nehmen, diese Dinge zu ordnen. Sobald die Tour vorbei ist, werde ich daran arbeiten. Und ich freue mich sehr darauf.

Gibt es bestimmte Rituale oder Orte, an denen du besonders kreativ bist, oder kommt die Inspiration eher spontan im Alltag?

Es gibt kein bestimmtes Ritual, keinen festen Moment oder eine spezielle Situation, keinen besonderen Aufwand. Die Ideen kommen – oder sie kommen nicht – wenn die Zeit reif ist, ganz spontan.

Nek bei einem Auftritt in Turin im März. Foto: imago/Gruppo LiveMedia

Abgesehen von der Musik selbst – welche wichtigste Botschaft oder welches Gefühl möchtest du deinem Publikum mitgeben, wenn sie deine Konzerte verlassen oder deine Alben hören?

Mein einziges Ziel ist es, den Menschen, die zu meinen Konzerten kommen, zwei Stunden Leichtigkeit zu schenken. Ich habe keinen anderen Anspruch. Ich kann und will niemandem etwas beibringen. Wenn die Leute ein bisschen leichter nach Hause gehen als sie gekommen sind, dann habe ich definitiv gewonnen.

Die Musikindustrie hat sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert, besonders durch Streaming und soziale Medien. Wie bewertest du diese Entwicklungen als Künstler mit so viel Erfahrung?

Das ist eine schwierige Frage. Wir sprechen von einer Welt – der Streaming-Welt –, in der jede Woche tausende neue Songs erscheinen. Über „Karrieren“ zu sprechen, wird von Tag zu Tag komplizierter. Es ist schwieriger geworden, in all dem echtes Talent zu erkennen und herauszufiltern. Aber es ist da, es existiert und irgendwie muss es sichtbar gemacht werden.

Welchen Rat würdest du jungen Künstlern geben, die heute versuchen, in der Branche Fuß zu fassen?

Ich mag Künstler, die eine klare Identität haben, einen Wiedererkennungswert, einen eigenen Stil. Ich glaube, am Ende ist es entscheidend, ehrlich und glaubwürdig zu sein, unabhängig von Trends und Strömungen. Langfristig zahlt sich genau das aus.

Am 9. April wirst du in Stuttgart in der Liederhalle auftreten. Wie verändert sich deine Art aufzutreten vor internationalem Publikum? Was können deine deutschen Fans von dieser Show erwarten?

Ich kann es kaum erwarten. Ich weiß nie genau, was mich bei Auftritten im Ausland erwartet – vor allem in einem Land, in dem ich lange nicht gespielt habe. Ich gehe auf die Bühne und frage mich: „Wie werden sie reagieren?“ Meine deutschen Fans können sich auf viel Energie freuen. Das „Trio“-Setup besteht aus Schlagzeug, Bass und Gitarre und entstand aus dem Wunsch heraus, zum Kern der Musik zurückzukehren – zu einem puren, direkten Sound. Es funktioniert, das verspreche ich!