Das Ede-Trio mit Studenten der Hochschule für Musik in Karlsruhe bot in der Cresbacher Marienkirche Klassik zum Genießen. Das Rondo von Dohnányi versprühte ungarische Lebensfreude.
Dank dem talentierten einheimischen Musik-Studenten Raphael Kübler kam Cresbach in den Genuss eines Konzerts mit Studenten der Hochschule für Musik in Karlsruhe. Das 2025 neu formierte Ede-Trio musizierte in der modernisierten, evangelischen Marienkirche in Cresbach mit Werken bedeutender Komponisten.
In der Besetzung Sofia Páez Prat (Violine), Raphael Kübler (Viola) und Auguste Koch (Cello) beeindruckten sie an die 100 Zuhörer. Sie brillierten mit feiner Interpretation, Klangreinheit und künstlerischem Ausdruck. Sie entfalteten eine besondere Dynamik auf ihren Saiten-Instrumenten und glänzten mit solistischen Hervorhebungen. Als vorteilhaft erwies sich die sehr gute Akustik in der Cresbacher Kirche.
Der 20-jährige Raphael Kübler arrangiert auch selbst
Eröffnet wurde die Musikalische Vesper mit Trio in B-Dur D 471 von Franz Schubert (1797-1828), das vom fröhlich-lebhaften Allegro bis zum sehr schnellen Presto-Tempo reichte. Selbst arrangiert hat der 20-jährige Raphael Kübler das Piano Trio in G-Dur des ebenso österreichischen Komponisten der Klassik, Joseph Haydn (1732-1809), das im Presto-Tempo im Rondo finalisiert. So hat er die Klavierparts auf Bratsche umgeschrieben. Das Vielfältige im Streich Trio in F-Dur des deutschen Komponisten Hermann Berens (1826-1880) gab das Ensemble sehr gut wider.
Den wohl anspruchsvollsten Part des Konzerts, die Serenade Opus 10 von Ernst von Dohnányi, meisterten sie mit Bravour. Spürbar waren hier die ungarischen Einflüsse. Dohnányi galt als Wunderkind und trat schon früh als Komponist und Pianist hervor. Beim Rondo im Allegro vivace hat sich in den Finalsätzen ein schnelles Tempo mit einer besonderen Lebendigkeit und Energie verbunden. Großer Applaus und ein Zugabe-Verlangen belohnte das Ede-Trio aus Karlsruhe für ein famoses Konzert. Die Zuhörer zeigten sich begeistert und dürfen sich auf eine Fortsetzung der Gastspiele in 2027 freuen.
Die Premiere in der Heimatgemeinde des jungen Raphael Kübler, der sich seine berufliche Zukunft im professionellen SWR-Symphonie-Orchester vorstellen kann, ist vollauf gelungen. Auffallend wie leidenschaftlich Raphael Kübler die Saiten strich: Er und seine Viola gingen eine Symbiose ein.
Sabine Kübler spricht den geistlichen Impuls
Bei der Musikalischen Vesper sprach Kirchengemeinderätin Sabine Kübler, die Mutter von Raphael, als Geistlichen Impuls ein passendes Abendgebet und zitierte Psalm 150 „Halleluja. Lobet Gott“, der daran erinnert, dass wir Gott mit Freude und Hingabe preisen sollen. Es gab auch was zum Schmunzeln: Denn die Assoziation mit einem schwäbischen Vesper (Abendbrot), bei dem man noch Haydn oder Schubert kennenlernen könne, das sei weit gefehlt. Vielmehr habe der Begriff seinen Ursprung im lateinischen Vespera, das „Abend“ bedeutet: „Es bezeichnet primär abendliche Stundengebete in christlichen Kirchen.“ In Cresbach sei es auch eine Zeit des zur Ruhekommens und des Genießens von klassischer Musik. Mit einem irischen Segenswunsch für den Nach-Hause-Weg wurde der Konzertabend abgeschlossen.
Die Vita der jungen Künstler
Raphael Kübler
(Viola) wurde 2005 in Freudenstadt geboren. Mit zwölf Jahren begann der inzwischen 20-Jährige mit dem Violine spielen bei Ulrike Maurer an der Musikschule Freudenstadt. Im Mai 2022 wechselte er das Instrument zur Viola (Bratsche), der tiefer klingenden Schwester der Geige. Seitdem wirkte er in Orchestern wie dem Schüler-Symphonie-Orchester Baden-Württemberg, der Jungen Walddorf-Philharmonie und dem Süddeutschen Sinfonieorchester mit.
Anfang 2023
wurde er in das Landesjugendorchester Baden-Württemberg aufgenommen. Seit 2026 ist er Mitglied des Thespis-Ensembles in Karlsruhe. Solistische Erfahrungen sammelte Raphael Kübler mit dem Süddeutschen Sinfonieorchester, den Jungen Solisten Stuttgart und dem ökumenischen Vocalkreis Stuttgart.
In Planung
sind für den Cresbacher Studenten der Musikhochschule Karlsruhe im Studiengang „Bratsche im künstlerischen Bereich“ weitere Solo-Konzerte mit dem Schüler-Symphonie-Orchester und dem Collegium Musicum Oberndorf.
Sofia Páez Prat
(Violine), in Madrid geboren, begann ihre musikalische Ausbildung im Alter von acht Jahren und setzte ihre Studien bei Min Kyun Kim, Konzertmeister des Korean National Symphony Orchestra bis jetzt fort. Sie startete eine musikalische Karriere und besuchte Meisterkurse. Sie gewann den ersten Preis der First International Music Competition UAX/Madrid und wurde 2025 mit dem Premier Young Artist Award Stipendium der Indiana University ausgezeichnet.
Auguste Koch
(Violoncello), 2005 in Neubrandenburg geboren, erhielt ihren ersten Cello-Unterricht im Alter von nur fünf Jahren. Koch ist mehrfache Preisträgerin beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“, der Young Competition Rostock und gewann den Internationalen Malchower Kirchenpreis. Koch spielte in namhaften Orchestern und mehrfach war sie als Solistin mit der Neubrandenburger Philharmonie zu hören.