Familie Schmieder mit (von links) Vater Harald und seinen Töchtern Regina, Sabine und Anja überzeugte als erstklassiger Gospelchor beim Stück „Joyful“ und bot damit ein filmreifes Glanzlicht mit purem Hörgenuss zum Abschluss des Konzertabends in Blumberg. Foto: Conny Hahn

Jugend- und Stadtkapelle Blumbergs brillieren beim Konzert. Filmmusik vor ausverkauftem Haus kommt gut an.

Von A wie Aladin bis Z wie Zauberer von Oz: Die Zuhörer des gemeinsamen Frühjahrskonzerts der Jugend- und Stadtkapelle Blumberg erlebten am Samstagabend in der Stadthalle eine musikalische Weltreise durch etliche bekannte Filmklassiker der vergangenen Jahrzehnte.

 

Die beiden Dirigenten Nicole Münch und Ralf Hoffarth fungierten als Regisseure und hatten ihre Akteure im Vorfeld intensiv auf einen hochkarätigen Film-Marathon vorbereitet. Marius Selig vom Vorstandsteam freute sich über die zahlreichen Besucher in der voll besetzten Halle, darunter auch Bürgermeister Markus Keller sowie Musikschulleiterin Julia Guhl.

Viele Soli eingebettet

Die Jugendkapelle mit über 30 motivierten Musikern machte den Auftakt mit dem Stück „We know the way“ aus dem Kinder-Abenteuerfilm „Vaiana“ mit der gleichnamigen jungen Häuptlingstochter als Hauptfigur. In die Welt des Zauberers von Oz nahmen die jungen Musiker, die ihre Ansage im Wechsel selbst machten, das Publikum danach bei „Music from Wicked“ mit und glänzten dabei mit vielen kleinen solistischen Einlagen einzelner Instrumente.

Motiviert und voller Freude präsentiert sich die Jugendkapelle unter der Leitung ihrer Dirigentin Nicole Münch beim Frühlingskonzert. Foto: Conny Hahn

Nach einem Abstecher in Japan bei der Filmmusik zur dortigen Manga-Serie „Naruto“, endete die Expedition mit „Arabian Nights“ aus dem Disney-Klassiker Aladin und die Wunderlampe in Agrabah, um von dort per Zugabe mit „Lion's Pride“ noch einen Ausflug in die Welt von Azeroth aus dem bekannten Computerspiel „World of Warcraft“ zu machen, was das Publikum mit kräftigem Applaus gebührend honorierte.

Tatort-Klänge nach der Pause

Nach der Pause erfüllte die bekannte Eingangsmelodie zum Sonntagskrimi Tatort als kurzer, aber äußerst fulminanter Auftakt des zweiten Konzertteils die Stadthalle und ließ die Zuhörer kräftig mitwippen. Das jahrelang bewährte Moderatoren-Duo Susanne Freitag und Werner Vogt führte wie immer mit viel Charme und Humor durch das Konzertprogramm, in dem eine Suite zur mehrfach prämierten Tragikomödie „Forrest Gump“ folgte.

Ein wildes Abenteuer zwischen Drachen und Wikingern spielte sich in „How to train a dragon“ ab und verlangte den Musikern auf dem bravourös gemeisterten Drachenflug mit 23¦Tonartwechseln und zahlreichen Passagen für äußerst flinke Finger einiges ab. Beim spannungsgeladenen Disney-Klassiker „Batman“ voller unheimlicher und schauriger Klänge hatten die Zuhörer den Eindruck, das Böse sitze ihnen direkt im Nacken. Mark Löffler und Nevio Celar lieferten sich dabei an ihren Es-Alt-Saxofonen ein erstklassiges Solo-Duell.

Die beiden Solisten Nevio Celar (hinten) und Mark Löffler lieferten sich im Stück „Batman“ an ihren Es-Alt-Saxofonen ein wahres Duell als wechselnde hochkarätige Solisten. Foto: Conny Hahn

„The Jungle Book“ entführte mit bekannten Melodien wie „Probier's mal mit Gemütlichkeit“ anschließend zum Menschenjungen Mogli sowie seinen tierischen Begleitern wie Panther Baghira und Bär Balu. Solistisch glänzten dabei Susanne Freitag an der Posaune, Werner Vogt an der Trompete sowie Sabine Schmieder an der Bass-Flöte.

Kräftiger Applaus zum Abschluss

Vollends vom Reisefieber gepackt, unternahm Reiseleiter Ralf Hoffarth mit Otto Schwarz' „Around the world in 80 days“ in nur einem Stück eine eindrucksvolle Reise durch alle Kontinente. Zum Abschluss folgte ein besonderer Höhepunkt: der vereinseigene Gospelchor in Form der Familie Schmieder mit Vater Harald und seinen drei Töchtern Anja, Regina und Sabine bot mit einer modernen Version von „Freude schöner Götterfunken“ bei „Joyful“ aus dem Film „Sister Act 2“ eine Glanzleistung, die die Halle mit purer Lebensfreude erfüllte.

Äußerst virtuos, mit vollem Klangkörper und technischer Versiertheit, überzeugten die Musikerinnen und Musiker der Stadtkapelle Blumberg mit ihrem Kapellmeister Ralf Hoffarth am Pult beim Frühjahrskonzert der Stadthalle. Foto: Conny Hahn

Das Publikum dankte der Kapelle samt ihrem Dirigenten mit kräftigem Applaus für eine gelungene und abwechslungsreiche Reise und freute sich über Zugaben: Das schmissige Stück „Wer hat an der Uhr gedreht“ aus dem Abspann zur Zeichentrickserie „Paulchen Panther“ wartete mit vielen Effekten auf, bevor es mal klassisch und ruhig, mal fetzig und modern zu Jim Knopf auf die Insel „Lummerland“ ging. Wie es sich für eine Rundreise gehört, manövrierte Reiseleiter Ralf Hoffarth die Reisegruppe erfolgreich zurück zum Ausgangspunkt und beendete die Expedition mit der Tatort-Melodie.

30 junge Talente

Das vierte Mal
Zum mittlerweile vierten Mal richteten die gesamtstädtische Jugendkapelle sowie die Stadtkapelle das Frühjahrskonzert als Doppelkonzert aus. Zum ersten Mal davon dirigierte Nicole Münch die Jugendkapelle mit mehr als 30¦talentierten Nachwuchsmusikern, die damit beginnen, in der Jugendkapelle mitzuspielen, sobald sie einen Leistungsstand zwischen dem Jungmusikerleistungsabzeichen Junior und Bronze erreicht haben. Für viele war es eine Premiere.