Ein beeindruckendes Neujahrskonzert erlebten die Zuschauer in der sehr gut besetzten Münsterkirche in Klosterreichenbach.
Das Trompetenensemble Stuttgart und der Domorganist Johannes Mayr präsentierten glanzvolle und auch meditative Trompetenmusik, zudem virtuose Orgelwerke und Improvisationen.
Die Neujahrskonzerte in Klosterreichenbach haben schon eine jahrzehntelange Tradition und sind bei Einheimischen und Urlaubsgästen beliebt. In den letzten Jahren musizierten überwiegend Claude Rippas an der Trompete und Johannes Mayr an der Orgel. Rippas hat nun – aus Altersgründen – das anstrengende Reisen von Konzert zu Konzert aufgegeben, war aber bei diesem Neujahrskonzert als Komponist präsent.
Festlicher und glanzvoller hätte der Auftakt kaum sein können. In der Besetzung mit drei Trompeten, Pauke und Orgel erklang die „Sinfonie des Fanfares“ von Jean-Joseph Mouret. Damit wurde das neue Jahr gleich mit Pauken und Trompeten begrüßt.
Aufeinander eingespielt
Die Musiker sind durch ihre gemeinsamen Auftritte bei renommierten Festivals bestens aufeinander eingespielt. Das verdeutlichten auch die folgenden Barockwerke von Johann Sebastian Bach, die Choralbearbeitung „Allein Gott in der Höh sei Ehr“ und das Trio super „Wir Christenleut habn jetzund Freud“. Bei diesem Stück glänzte Johannes Mayr an der Orgel mit höchster Spielkunst. Mit zwei Trompeten, dem Corno da Caccia, der Pauke und der Orgel wurde Georg Friedrich Händels „Ankunft der Königin von Saba“ aus dem dritten Akt des Oratoriums Solomon gefeiert.
Zu dem alten Kirchenlied „In dulci Jubiläum“ hatte Claude Rippas eine Variation für zwei Trompeten, zwei Corni da caccia, Tamburin und Orgel komponiert, die durch das Tamburin eine leichte, beschwingte Atmosphäre in die altehrwürdige Münsterkirche brachte. Auf ein weiteres Barockwerk, „Bon Joseph écoute Moyà“ von Michel Corrette Noel, folgte das klassische „Jauchzet dem Herrn alle Welt“, eine Vertonung des 100. Psalms von Felix Mendelssohn Bartholdy.
Schier unglaubliche Töne
Und dann bewies Johannes Mayr, dass er zu Recht zu den innovativsten Organisten unserer Zeit zählt. Pfarrer Helge Abel hatte das Thema aussuchen dürfen, zu dem Mayr improvisierte. Abel hatte das Kirchenlied „Nun singet und seid froh“ gewählt. Mayr entlockte der Orgel schier unglaubliche Töne.
Und es stand noch ein weiteres Stück auf dem Programm: Claude Rippas hatte unter dem Titel „My time ain‘t Long“ Spirituals für Trompete/Corni da caccia, Schlagzeug und Orgel komponiert. Und da durften die Bläser ihre besondere Spielkunst demonstrieren. In schnellem Wechsel zwischen Trompete und den Hörnern, unterstützt von Uwe Arlt am Schlagzeug, brachten sie die außergewöhnliche Stimmung der Spirituals nach Klosterreichenbach. Dafür gab es begeisterten, lange anhaltenden Beifall.
Zugaben zum Abschied
Mit zwei Zugaben, zwei Kantaten aus dem Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach, verabschiedeten sich Christian Nägele, Johannes Knoblauch, Joachim Jung, Uwe Arlt und Johannes Mayr von ihrem Publikum.