Fiona Podolski (sitzend) überzeugte an der Rohlf-Orgel in der Altensteiger Stadtkirche. Beim Noten-Umblättern und den Registerwechseln hatte sie Unterstützung. Foto: Stadler

Mit Werken aus mehreren Jahrhunderten eröffnete die junge Organistin Fiona Podolski die diesjährige Reihe "Stunde der Kirchenmusik" in der Altensteiger Stadtkirche.

Altensteig - Mit der ersten "Stunde der Kirchenmusik" in diesem Jahr stimmte die talentierte Organistin Fiona Podolski die Zuhörer in der evangelischen Stadtkirche Altensteig mit Orgelwerken aus mehreren Jahrhunderten auf den Sonntag ein. Liturgin mit Lesungen aus dem Alten und Neuen Testament war Pfarrerin Sabine Lüdke

Orgelwerke aus mehreren Jahrhunderten, darunter auch ein Höhepunkt moderner Orgel-Literatur und zwei Popstücke eines zeitgenössischen Komponisten waren auf dem Programm zum Auftakt der diesjährigen „Stunde der Kirchenmusik“ zu finden.

Vertraut mit der Rohlf-Orgel

Das beeindruckende Wirken bei dieser musikalischen Andacht in der Evangelischen Gemeindekirche an der aus dem Jahr 2002 stammenden Rohlf-Orgel übernahm die junge Studentin Fiona Podolski. "Sie ist keine unbekannte Organistin und hat schon oft auf der herrlichen Orgel im Altensteiger Gotteshaus geübt", stellte Pfarrerin Sabine Lüdke die 21-jährige Musikerin vor. Podolski bereitete sich während ihrer Schulzeit am Christophorus-Gymnasium Altensteig im Musikzug und Orchester auf ihr Studium an der Hochschule für Kirchenmusik der Evangelischen Landeskirche Württemberg in Tübingen vor. Orgelunterricht erteilte ihr auch der Nagolder Kirchenmusikdirektor Peter Ammer neben den Dozenten Ingo Bredenbach und Martin Kaleschke. Fiona Podolski wurde für ihr Orgelspiel schon mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet.

Anspruchsvoller Pedalpart

Die kraftvolle Schönheit der Tonsprache und ihre spannungsvolle Vitalität ließ die junge Organistin gleich zu Beginn der Orgelvesper mit der "Fantasie g-moll BWV 542/1" von Johann Sebastian Bach spüren. Das außergewöhnliche Stück mit seiner beeindruckenden Kraft umspannt fast die gesamte Klaviatur. Den spieltechnisch anspruchsvollen Pedalpart meisterte die in Bösingen lebende Organistin konzentriert und mit sichtlicher Leichtigkeit. Im weiteren Verlauf der liturgischen Musikstunde erklang das Finale der "6. Orgelsonate" von Felix Mendelssohn-Bartholdy, ein Stück, das zum Kernrepertoire der Orgelmusik gehört, und die Choralbearbeitung "Herzallerliebster Jesu", komponiert im Jahr 1896 von Johannes Brahms.

Eingebettet in Lesungen aus dem Alten und dem Neuen Testament sowie zwei Gemeindelieder, begleitet von Fiona Podolski, erwartete die Kirchenbesucher ein Höhepunkt moderner Orgel-Literatur mit energischen sowie spielerischen Motiven und Themen. Um die Organistin hatten sich zwei Damen an der Rohlf-Orgel eingefunden, die nicht nur das Notenwenden übernahmen, sondern auch daran beteiligt waren, den Registern verschiedene Instrumentenklänge und Klangfarben beim lebhaften 1. Satz der "2. Orgelsonate" von Paul Hindemith aus dem Jahr 1937 zu entlocken.

Sechs Hände im Einsatz

Nach einem weiteren Gemeindelied erklang die berühmteste Symphonie aus der Feder des 1937 verstorbenen französischen Komponisten Charles-Marie Widor, der langsame 4. Satz aus der "5. Orgelsinfonie" in f-moll, für dessen Darbietung wiederum sechs Hände an der Orgel im Einsatz waren.

Der im Jahr 1963 in Karlsruhe geborene Kirchenmusiker Michael Schütz komponierte die beiden Popular-Stücke für Kirchenmusik auf der Orgel "Dance with me" und "Straight ahead", mit denen Fiona Podolski sehr schwungvoll und mit viel Dynamik die liturgische Musikstunde ausklingen ließ. Die fast ausschließlich auf der Empore befindlichen Kirchenbesucher in der Stadtkirche quittierten die musikalischen Hochgenüsse mit Beifall im Stehen. Pfarrerin Sabine Lüdke dankte der jungen Organistin für diese Gabe der Musik als Trost in einer Zeit, in der die Gebete sich auf ein Kriegsende in der Ukraine richten.

Die nächste Stunde der Kirchenmusik findet am 30. April um 18 Uhr mit dem Christophorus-Kinderchor Altensteig unter der Leitung von Michael Nonnenmann statt.