Ein rundum gelungenes Konzert haben die Stipendiaten des Vereins „Spitzenklänge“ im Lautlinger Stauffenberg-Schloss gegeben. Höhe- und Schlusspunkt war der Auftritt von Jan Luka Diebold, der eine Eigenkomposition auf dem Klavier spielte.
Zu Beginn hatte der „Spitzenklänge“-Vorsitzende Siegfrid Braun die Zuhörer begrüßt, sichtlich erfreut darüber, dass es so viele waren. Danach übernahm seine Stellvertreterin Renate Musat die Regie und die weitere Moderation der Veranstaltung. Als ersten hieß sie Erik Bäuerle auf der Bühne willkommen, der mit dem „Allegro, ma non troppo“ aus Beethovens früher Klaviersonate in G-Dur opus 49, No. 2, für einen schwungvollen und lebendigen Auftakt sorgte. Danach trug Bennet Wenzel mit seiner Klarinette die Stücke „Lied“ und „Csárdás“ von Emil Cossetto vor. Wunderschön kantabel, wie es der Titel forderte, gestaltete er das erste Stück und wurde dabei von seiner Lehrerin Eri Nakamura-Holtmann einfühlsam auf dem Klavier begleitet. Voll rhythmischen Schwungs, temperamentvoll und virtuos kam der Csárdás einher.
Ähnlich packend, dabei phasenweise sehr melodisch interpretierte Emma Bohnet anschließend am Klavier den „Zigeunertanz“ von Tudor Ciortea, einem rumänischen Komponisten des vergangenen Jahrhunderts. Die Schwestern Caroline und Annika Neuscheler, Violine respektive Klavier, eröffneten das „Allegro“ aus der „Sonate G-Dur“ von Antonin Dvorak mit kraftvollem Einsatz und wussten anschließend durch ihr perfektes Zusammenspiel und ansprechende musikalische Dialogführung zu gefallen. Auswendig trug Maximilian Deines „Le petit noir“ von Claude Debussy vor, ein vom amerikanischen Ragtime inspiriertes Klavierstück mit lyrischem Mittelteil. Das Publikum war begeistert.
Musikalisches Katz- und Mausspiel
Es folgte Felix Mendelssohns Lied ohne Worte op. 100 , dargeboten von Cellistin Finja Eggert und Pianistin Viktoria Häußler. Eggert brachte beim Spiel der ergreifenden Melodie ihr Instrument zum Singen, und Häußler wusste diesen Gesang mit einem kunstvoll gewirkten und höchst eleganten Klangteppich des Klaviers zu unterlegen. Danach nochmals Bennet Wenzel, diesmal als Pianist. Voll rhythmischer Raffinesse war das humoristische Scherzo „The Cat And The Mouse“ von Aaron Copland, ein veritables musikalisches Katz- und Mausspiel, das der junge Künstler mit beeindruckender Virtuosität zum Besten gab.
Ganz in der Traditionder großen Klassiker
Danach stimmten die Geschwister Emily und Jan Luka Diebold die „Meditation“ aus der Oper „Thais“ von Jules Massenet an. Emily Diebold spielte die Solostimme des romantische Werk mit viel Ausdruck auf der Violine, ihr Bruder steuerte eine einfühlsame orchestrale Klavierbegleitung bei. Danach setzte er mit seiner „Novolette Es-Dur“ den Schluss- und gleichzeitigen Höhepunkt des Konzerts. Das Werk begann begann perlend und fließend, gewann dann an Dramatik, ohne dabei seinen überwiegend lieblichen und romantischen Charakter einzubüßen – man fühlte sich an ein Lied ohne Worte erinnert.
Ganz in der Tradition der Klassik blieb das „Allegro con brio“ aus Diebolds „Sonate C-Dur“, einem einfallsreichen und heiteren Stück, das er abschließend mit Schwung, Eleganz und einem Schuss Virtuosität vortrug. Langanhaltender Schlussbeifall war der Lohn – für ihn und alle anderen jungen Musiker.