Das Trio Zénon brillierte beim Saisonfinale der Konzerte im Blauen Salon des Wolfacher Rathauses. Foto: Buchta

Mit Werken von Debussy, Enescu und Ravel bot ein international besetztes Ensemble im Wolfacher Rathauses ein außergewöhnliches Kammerkonzert.

Das Saisonfinale der Konzerte im Blauen Salon kredenzte am Sonntag einem großen Publikum einen Höhepunkt: Das Trio „Zénon“ mit Charlotte Juillard (Violine), Lydia Shelley (Violoncello) und Emmanuel Christien (Klavier) spielte das Konzert „Die Alchemie des Klangs“ mit selten gehörten Werken von Claude Debussy, George Enescu und Maurice Ravel.

 

Bürgermeister Thomas Geppert begrüßte die Besucher und dankte dem künstlerischen Leiter Oliver Schell für dessen herausragendes Engagement, das der Konzertreihe Ansehen weit über die Stadtgrenzen hinaus verschafft habe. Schell versprach „eines der besten Konzerte, das in den letzten 20 Jahren hier zu hören war“ – ein Versprechen, das die drei Musiker einlösten.

Überdurchschnittliches Niveau der drei Aktiven

Was die drei boten, sprengte selbst die gewohnt hohe Qualität der Konzerte im Blauen Salon. Wilfried Busse übersetzte die französischen Erklärungen Emmanuel Christiens zu jeder der Kompositionen ins Deutsche.

Das Konzert begann mit Debussys Sonate für Violoncello und Klavier d-Moll, einem Spätwerk im Geist der französischen Sonatenkunst des Barock. Der kraftvolle erste Satz überzeugte durch rhythmusbetonte Klavierfiguren und freiere Cello-Rhythmen. Auch optisch bestach die Eleganz, mit der die Cellistin ihrem Instrument zauberhafte Töne entlockte. Heiter-ironisch war der zweite Satz gestaltet, bei dem das Cello mit bewundernswerter Geschmeidigkeit abwechselnd gezupft und gestrichen wurde. Die Präzision bei gleichzeitig starkem Ausdruck führte zu einem feurigen, leidenschaftlichen Finale und dem ersten großen Applaus.

Im zweiten Teil gab es ein „prophetisches Meisterwerk“

Der zweite Teil des Konzerts, die Sonate Nr. 3 a-Moll von George Enescu, wurde als Duett mit Klavier und Violine gespielt. Das von rumänischer Volksmusik inspirierte Werk gilt als „prophetisches Meisterwerk“ mit einem Übermaß an Energie. Als „jubelnde Melancholie“ bezeichnen könnte man den ersten Satz Moderato malinconico: überaus melodisch bei gleichzeitig starken Kontrasten, mit tänzerischen Passagen und solchen in melodischer Urgewalt im fliegenden Wechsel. Mysteriöse Töne in romantischer Färbung sorgten im zweiten Satz für ein Klangerlebnis der besonderen Art, während die Violinistin an die Grenzen ihres Instruments ging. Im dritten Satz dominierte expressives Spiel, das auf einen fast unbändig kraftvollen Schluss und auf den zweiten großen Applaus zulief.

Nach der Pause folgte das Trio a-Moll von Maurice Ravel, eins der bedeutendsten Werke des 20. Jahrhunderts. Deutlich war der baskische Einfluss herauszuhören, schon beim ersten Satz Moderé mit seinen changierenden Rhythmen zwischen kraftvoll und verträumt. Beim Scherzo wurde das Motiv von den Instrumenten gleichsam herumgereicht. In der stringent komponierten Passacaglia wechselten die Musiker in brillanter Eleganz den Takt und leiteten in geradezu orchestraler Klangfülle in chinesischer Färbung zum Finale über.

Info – Die Gruppe

Das Trio Zénon trägt seinen Namen nach der Hauptfigur des Romans „Die schwarze Flamme“ von Marguerite Yourcenar, welche für den Humanismus der Renaissance steht. Die Musiker haben sich laut einer Mitteilung diesen Geist der Weltöffnung zu eigen gemacht.