Ein stimmungsvolles Ereignis war das „Konzert im Advent“ in der Stadtkirche Nagold. Foto: Heiko Hofmann

Es ist das Konzert-Highlight im Advent: Selten ist Nagolds Stadtkirche so voll wie beim „Konzert im Advent“ des OHGs. Die Auftritte wurden regelrecht gefeiert. Hier die Fotos.

Vorweihnachtliche Klänge berührten die Herzen des Publikums und sorgten für Begeisterungswellen in der prall gefüllten Nagolder Stadtkirche.

 

Das „Konzert im Advent“ erfreut sich seit Jahren großer Beliebtheit unter der Nagolder Bevölkerung. Jetzt schloss sich der breit gefächerten Kooperation zwischen dem Otto-Hahn-Gymnasium und der Städtischen Musikschule auch der Gymnasiums-Schulchor aus der Partnerstadt Jesenice (Slowenien) an.

Sowohl Oberbürgermeister Jürgen Großmann als auch der Oberstudiendirektor des OHGs Ulrich Hamann und der Bürgermeister aus Jesenice Peter Bohinec betonten in kurzen Ansprachen den Stellenwert der bisherigen Zusammenarbeit, zeigten sich stolz auf die erweiterte Form der Partnerschaft und bezeichneten die singende Jugend als Hoffnungsträger und Brückenbauer zwischen den Völkern.

Orgelklänge und der Mittelstufenchor besorgen den Anfang

Silbrige Orgelklänge (Theresa Lang) verkündeten die Vorfreude auf Christi Geburt, dann stellte der Mittelstufenchor des OHGs (Leitung und Klavierbegleitung Frank Meyer) sein weltlich-geistliches Programm auf tänzerische wie unterhaltsame Weise vor.

Der Schulchor aus Jesenice beim Auftritt in Nagold. Foto: Heiko Hofmann

Die Austausch-Schüler aus Slowenien (Leitung Urška Odar) brachten mehrere englischsprachige Songs (darunter das fabelhaft a capella gesungene „Winter Wonderland“ von Felix Bernard) sowie stimmungsvolle Weihnachtslieder aus ihrer Heimat mit.

Aus dem homogenen Gesang strahlten Lebensfreude und musikalische Leidenschaft, die auch dem Vokalensemble des OHGs (Leitung Friederike Luz und Matthias Flury) eigen sind - genauso wie das bewundernswert hohe technische Gesangsniveau und die motivierende Arbeit der Dirigenten.

Vereint gesungen: Das OHG Vokalensemble mit dem Gymnasiumschor aus Jesenice. Foto: Heiko Hofmann

In den gemeinsam einstudierten Programmpunkten wie „Halleluja“ von Leonard Cohen oder in dem mit Glockenklang-Effekten gefüllten „Carol of the Bells“ und „Ding dong merrily high“ stellte die vereinte Großformation auch ihre musikalische Anpassungsfähigkeit erfolgreich unter Beweis. Denn die Zeit für Proben war sehr knapp bemessen und auch der Dirigentenstab ging von Hand zu Hand.

Feinfühlige Interpretation des Nagolder Kammerorchesters

Mitten im Konzertverlauf verzauberte das Nagolder Kammerorchester (Leitung Christian Pöndl) die Zuhörer mit der feinfühligen Interpretation des Concerto grosso op. 6 Nr. 8 (besser bekannt als „Weihnachtskonzert) von Arcangelo Corelli. Im fragilen und transparenten Klangbild der Streicher widerspiegelten sich Szenen aus Bethlehem und im abschließenden „Pastorale“ wiegten die Musiker den neugeborenen Gottessohn zärtlich und hingebungsvoll in den Schlaf.

Das Kammerorchester von OHG und Musikschule musizierte unter anderem das Weihnachtskonzert von Corelli. Foto: Heiko Hofmann

Mit derselben Sensibilität begleitete das Orchester zwei Chorwerke von Ola Gjello, in den zuerst das Vokalensemble, dann der slowenische Schulchor ihre stimmlichen Fähigkeiten mitsamt der klanglichen und dynamischen Vorzüge - ohne miteinander zu konkurrieren - präsentierten.

Überaus gelungene wie besinnliche Premiere

Während die slowenischen Gäste das populäre „You raise me up“ (zu Deutsch: Du richtest mich auf) auf der Bühne intonierten (die jungen Choristinnen trugen weiße und rote Schals als ein Zeichen der Verbundenheit mit den Gastgebern), sangen die Heimischen hinter dem Altar lautlos mit.

Die überaus gelungene wie besinnliche „Premiere“ (laut OB Großmann) unterbrach immer wieder donnernder Applaus und begeisterte Rufe.

Ganz zum Schluss bedankten sich die Zuhörer für das leistungsstarke, beinahe zweistündige Konzert mit einer gewaltigen Ovation im Stehen und sangen gemeinsam „Macht hoch die Tür“. Das Spendengeld wird zukünftigen Chor-Projekten zugute kommen.