Am Sonntag, 26. April, wird es im Franziskaner mystisch. Die Villinger Kantorei bringt unter dem Titel „Walpurgisnacht“ in ihrem Frühjahrsoratorium zwei Werke zur Aufführung.
Der Gemeindesaal der evangelischen Pauluskirche ist an diesem Probeabend gut gefüllt. Bezirkskantor Thomas Haverkamp begrüßt die rund 70 Sänger und Sängerinnen im Alter von Mitte 20 bis über 60 Jahre und kommt sofort zur Sache.
Gesungen wird allerdings nicht gleich. Mit Gymnastik wird zunächst der ganze Körper gelockert, auf Atemübungen folgt Stimmakrobatik, die in ihrer Gewaltigkeit das gesangliche Vermögen der Chormitglieder schon erahnen lässt. Nach einem frischen „ricola, rucola, broccoli“ geht es schließlich an die Liedzeilen des anstehenden Oratoriums.
„Interessant zu singen“ sei das ganze Konzert, findet Chorvorstand Florian Haas „und das macht allen Freude“. Im nunmehr dritten Jahr unter der Leitung von Thomas Haverkamp habe sich der Chor nach dem einschneidenden Corona-Lockdown zahlenmäßiggut entwickelt und auch verjüngt, ein Umstand, der die Villinger Kantorei in der Region einzigartig mache.
Auf das traditionelle Frühlingskonzert folgt im Herbst wieder ein Chorprojekt. Dessen Datum und Thema stehen bereits fest: Am 15. November wird ein Projektchor zusammen mit dem Sinfonieorchester VS im Franziskaner das Antikriegsstück „The Armed Man“ von Karl Jenkins aufführen.
Walpurgisnacht und Schwarzwald-Saga
Doch zurück zum 26. April. In „Walpurgisnacht“ vereint sind Felix Mendelssohn Bartholdys „Die erste Walpurgisnacht“ und die „Schwarzwald-Saga“ von Enjott Schneider. Orchestral begleitet wird der Chor dabei von den Instrumentalisten der Tübinger „Camerata Viva“ sowie den auswärtigen Solisten Anna Bachleitner (Alt), Marcus Elsässer (Tenor) und Thomas Laske (Bass).
Mendelssohn Bartholdy und Schneider, der eine einer der bedeutendsten deutschen Komponisten, Dirigenten und Pianisten des 19. Jahrhunderts, der andere ein aktueller Komponist, Musikwissenschaftler und Buchautor aus dem Schwarzwald, der bereits Opern, Musicals, Sinfonien, Oratorien, Orgelwerke und die Filmmusik zu Bibi Blocksberg schuf, verbindet bei dieser romantisch-gruseligen, aber auch belustigenden Aufführung die Thematik.
Im nächtlichen Wald rund um den Mummelsee treffen Hexen, Druiden und andere mystische Wesen zusammen, lassen ihre Stimmen vernehmen und bringen den schwarzen Wald um sie herum zum Klingen. Der Wind rauscht durch die Tannen, Nebel wabert über dem Wasser, Lichter und Liliengeister tanzen in der Dunkelheit.
Thomas Haverkamp formt aus der so gegensätzlich scheinenden Kombination zweier Musikwerke ein kurzweiliges und für die ganze Familie geeignetes Konzerterlebnis.
Termin und Tickets
Das Konzert „Walpurgisnacht“ wird am Sonntag, 26. April, 19 Uhr, im Franziskaner-Konzerthaus in Villingen aufgeführt. Zuvor gibt um 18.30 Uhr der Villinger Musikwissenschaftler Friedemann Kawohl eine Einführung.
Eintrittskarten gibt es über den Verbund Kulturticket Schwarzwald-Baar-Heuberg und die Hotline 07721/82 25 25.