Begeisterten Beifall gab es für die Trompetensoli der Brüder Joachim (links) und Jörg Wendland Foto: Gudrun Gejhr

Während die Stadtmusik Schopfheim beim Weihnachtskonzert unter der Leitung von Joachim Wendland brillierte, überzeugte das Jugendorchester unterm neuen Leiter Markus Götz.

Vorsitzender Thomas Schulz begrüßte die Gäste am Samstag in der vollbesetzten Stadthalle. Er freute sich, im ersten Konzertteil als Dirigenten der Jugendkapelle erstmals den namhaften Musiker, Komponisten und Musikpädagogen Markus Götz ankündigen zu dürfen. Nach dem Ausstieg von Ingo Ganter im Mai letzten Jahres hatte interimsweise Joachim Wendland das Jugendorchester geleitet. Ab September dann fanden die ersten Proben mit Götz statt – und nun beim ersten öffentlichen Konzert bewahrheitete sich: Beide, der Dirigent und die Jungmannschaft, harmonieren bestens und haben jede Menge Spaß miteinander.

 

Humorvolle Eröffnung

Dies zeigte sich bereits beim Opener des ersten Konzertteiles: Eine Gruppe fröhlich flötender Jungmusikerinnen, die ein eher braves, traditionelles Weihnachtslied anstimmten, wurden von den Schlagzeugern demonstrativ mit fetzigen Rhythmen überstimmt.

Das erste richtige Stück „Zeitenklang“, eine Eigenkomposition von Markus Götz, vertonte als Suite in drei Sätzen eine musikalische Reise ins Mittelalter. Zum Schluss des Stückes ließ es der Nachwuchs jedoch kräftig krachen und präsentierte ein Rock-Finale.

Eine Filmmusik von John Powell zu „Drachen zähmen leicht gemacht“ mit keltischen Einflüssen ließ die Klangqualität des Jugendorchesters bestens zur Geltung kommen, es präsentierte sich mit Ausgewogenheit und einem guten Niveau.

Zauberei mit dem Taktstock

Der Zirkus-Leidenschaft Markus Götz’ entspringt eine weitere Eigenkomposition: „Circus Fantasia“, die er temperamentvoll und mit hohem körperlichen Einsatz leitete. Die Moderatorin des Jugendorchesters, Kira Invernale, meinte: „Markus Götz ist der einzige Zirkusdirektor, der mit dem Taktstock zaubern kann“. Auch freute sie sich im Namen des Nachwuchsorchesters über die Zusammenarbeit und sagte zu Götz: „Wir haben schöne drei Monate Proben hinter uns und freuen uns auf zahlreiche neue Auftritte mit Dir“. Die Probenbeteiligung der begeisterten Jungmannschaft liege seit dem Dirigat von Götz bei über 90 Prozent.

Die Jugendkapelle mit Dirigent Markus Götz Foto: Gudrun Gehr

Beim Stück „A Million Dreams“ aus dem Film „The Greatest Show Man“ zeigte die junge Sängerin Ines Schiller eine Kostprobe ihres Könnens, das Publikum war begeistert. Die erste Konzerthälfte endete mit einem Medley aus dem Film-Soundtrack „Barbie’s World“, als charmante blondgelockte Barbies fungierten die beiden Drummer Felix Trambetzki und Philip Wintgens.

Anspruchsvolles Niveau

Im zweiten Konzertteil ging es mit dem Aktivorchester unter der Leitung von Stadtkapellmeister Joachim Wendland Schlag auf Schlag weiter mit einem Ohrenschmaus auf hohem Niveau. Die sechs Teile der Jazz Suite Nr. 2 von Dmitri Shostakowitsch wurde mit Beteiligung der renommierten Akkordeonistin Marlene Adam aus Stühlingen aufgeführt, sie ist Dirigentin in mehreren Akkordeonvereinen und Bezirksdirigentin im Harmonikaverband des Dreiländerecks. Das Orchester präsentierte bei diesem Konzertstück über 20 Minuten lang Blasmusik auf besonderem Niveau und setzte bereits mehrere Höhepunkte des Konzertabends.

Jubel für Trompetensoli

Das Sahnehäubchen des Abends, der ohnehin reich an musikalischen Höhepunkten war, setzten Joachim Wendland und sein Bruder Jörg. Mit ihren Soli in den drei Sätzen des Doppelkonzertes für Piccolo-Trompete von Antonio Vivaldi brachten sie das Publikum zum Jubeln. Joachim Wendland hatte augenzwinkernd angekündigt: „Mein Bruder Jörg und ich möchten Ihnen das Stück präsentieren, solange wir es noch können“. Dirigent Joachim Wendland wirkte dabei sogar in Doppelfunktion als Dirigent und Trompeter. Der begeisterte Beifall der Gäste bestätigte den beiden Solisten, dass sie es tatsächlich noch bestens können – und dies hoffentlich noch lange Zeit.

Besinnlicher Abschluss

Im dritten Teil des Konzertes zauberten  Weihnachtsklassiker im Dämmerlicht der Stadthalle eine besinnliche Stimmung herbei. Ergriffen genossen die Gäste das weihnachtliche Medley samt „Petersburger Schlittenfahrt“.

Vorsitzender Thomas Schulz wünschte eine gesegnete Weihnachtszeit und sagte: „Wir hoffen, für Sie die farbenfrohen Melodien zum Leuchten gebracht zu haben“.

Ehrungen: Das Bronzene Jungmusiker-Leistungsabzeichen erhielten Laura Schottmüller (Flöte), Lena Klemm und Felix Schulz (Saxophon), Luke Musolt (Schlagzeug), Nikolas Hennies und Maximilian Bläsi (Trompete).