Die musikalische Reise der Musikkapelle Fürstenberg führte von den Alpen zu den Kanaren. Als Partner wirkte der Musikverein Frohsinn aus Tennenbronn mit.
In den Genuss orchestraler Blasmusik auf höchster Stufe kam das Publikum während des Frühjahreskonzerts der Musikkapelle Fürstenberg. In der Hüfinger Festhalle bot der traditionelle Abschluss der Frühjahrskonzerte noch einmal eine vielfältige Abwechslung an sinfonischer und anspruchsvoller Blasmusik.
Konzertpartner war der Musikverein Frohsinn aus Tennenbronn, der es mit seinem Dirigent Volker Braun verstand, vom ersten Takt an zu begeistern. Mit der „Sinfonia Per Banda“ eröffnete das Orchester einen Auftritt, in dem es während einer Stunde mit dem harmonisch wirkenden Zusammenspiel seiner einzelnen Register die Aufmerksamkeit des Publikums auf sich lenkte.
Der Wechsel zwischen einzelnen Tempi und Rhythmen erfolgte wie aus einem Guss und ging über Latino Rhythmen und melodiösen irischen Melodien in ein Medley von Hits zum Mitsummen der populären Band Coldplay über.
Dass der Frohsinn als Zugabe mit „O Vitinho“ einen selten gehörten portugiesischen Marsch wählte, passte ins Gesamtbild dieser besonderen musikalischen Reise.
Es wimmelt von Straftaten und Betrug
Die Gastgeber aus Fürstenberg unter Leitung von Matthias Mayer knüpften mit dem Programm nahtlos an den Auftritt des Konzertpartners an. Geht es nach den Aussagen ihres wie immer gut gelaunten Moderators Joachim Engesser, bot die Kapelle ein Programm, in dem es nur so von Straftaten, Betrug und Gesetzesübertretungen wimmelte.
Doch nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird. So beindruckte in der Sinfonia dall’opera zu Vincenzo Bellinis Oper Norma nicht etwa der in ihr verborgene Ehebetrug, sondern die musikalische Eleganz, mit der die Gastgeber ihren Auftritt eröffneten.
Grammatikalisch herausfordernd war der Titel des nächsten Werks. Dort waren Sequenzen des sinfonischen Daseins von Johannes Brahms zu einer Komposition zusammengefügt. Die Kapelle gab sie unter dem Titel „Also blus das Alphorn heut“ derart intensiv wieder, dass diverse Tonfolgen, die an das alpenländische Instrument erinnerten, mehrfach herauszuhören waren.
Eine energiegeladene Interpretation
Von der Gebirgswelt der Alpen entführten die Gastgeber ihr Publikum an die Strände der kanarischen Inseln. Dort tauchten sie ihr Publikum in ein 16 Minuten dauerndes Konzertwerk ein, das ihren Instrumenten alles abverlangten. Das Orchester prägte das Werk mit dem Titel „Ghost Ship“ durch eine energiegeladene Interpretation, gepaart mit einer musikalischen Intensität, die jeden geisterhaften Moment sichtbar zu machen schien.
Mit dem selten gehörten Medley an Melodien aus den acht Harry Potter Filmen verabschiedete sich das Fürstenberger Orchester von seinem Publikum. Moderator Engesser wollte derweil in seiner Bilanz in den zurückliegenden vier Stücken 16 Straftaten entdeckt haben und eine Ersparnis von mindestens 2690 Euro an Reisekosten, die für jeden im Publikum bei Ausflügen zu den Originalschauplätzen der Konzertwerke angefallen wären.
Den Tiroler Fluss „Die Isel“ brachten die Gastgeber als Marschzugabe zum Rauschen.