Beim Auftritt im Spiegelzelt (von links): Pianistin Meghan Behiel, Bariton James Martin und Sopranistin Ani Moog Foto: Julian Ruoss

Glanzlichter zwischen Arie und Broadway präsentierten internationale Künstler auf der Gartenschau Freudenstadt und Baiersbronn.

Wer am Dienstagabend das Spiegelzelt auf der Gartenschau Freudenstadt und Baiersbronn betrat, erlebte ein bis auf den letzten Stehplatz ausgefülltes Haus und ein Kaleidoskop der Musikgeschichte. Das geht aus einer Pressemitteilung hervor.

 

Unter dem Titel „Best of Musical, Oper & Operette“ boten die georgische Sopranistin Ani Moog, der australische Bariton James Martin und die kanadische Pianistin Meghan Behiel ein Programm, das zwischen Mozart und Lloyd Webber, zwischen Wiener Walzer und Broadway-Ballade mühelos Brücken schlug. Bereits Moogs Auftakt mit Gershwins „Summertime“ verriet die Qualitäten dieses Abends, heißt es weiter: eine Stimme, die Wärme und Glanz vereint, sensibel geführt und zugleich von einer unmittelbaren Bühnenpräsenz getragen.

Begegnung beider Stimmen

Martin antwortete mit Rodgers „Some enchanted evening“ – ein Bariton, dunkel timbriert und mit jener Mischung aus Lyrik und dramatischem Gewicht, die große Operettenfiguren wie Danilo ebenso trägt wie das Volkslied „Danny Boy“.

Die großen Momente aber lagen in der Begegnung beider Stimmen. In Mozarts „La ci darem la mano“ fanden Sopran und Bariton zu feinem Zwiegesang, im Duett „All I ask of you“ aus Webbers Phantom der Oper verdichteten sie die Szene zu einer musikalischen Miniatur voller Innigkeit. Lehárs „Lippen schweigen“ schließlich ließ Walzerleichtigkeit und Ironie aufblitzen – eine heitere Apotheose des Abends.

Moog erwies sich als wandlungsfähige Sängerin: mit berührender Schlichtheit in Puccinis „O mio babbino caro“, mit südlicher Glut in Laras „Granada“. Martin dagegen ergänzte durch seine Stärke im erzählerischen Gestus, wenn er Stolz’ und Mackebens Operettenmelodien zu kleinen Charakterstudien verdichtete.

Raum der Begeisterung

Über allem wachte die Klavierkunst von Meghan Behiel. Ihre Begleitung war nie bloß stützendes Fundament, sondern atmender Partner, der Klangfarben eröffnete, Übergänge modellierte und den Abend mit einem stillen, aber unverkennbaren Glanz durchzog.

Nach rund 70 Minuten fand das Konzert in Bocellis „Time to say goodbye“ und Di Capuas „O sole mio“ zu einem Finale, das zugleich Verabschiedung und Triumph war. Der anhaltende Beifall des Publikums verwandelte das Spiegelzelt in einen Raum der Begeisterung, heißt es in der Mitteilung.

Die Freudenstadt Tourismus und das Musikhaus Rudert arbeiten seit vielen Jahren zusammen bei der musikalischen Gestaltung verschiedener Veranstaltungen in Freudenstadt, nun auch bei diesem Programm anlässlich der Gartenschau.