Das Ettenheimer Klinikum wird ab dem kommenden Jahr in ein Zentrum für Gesundheit umgewandelt. Für die Pläne, die Klinik-Chef Christian Keller den Kreisräten vorstellte, gab es von allen Seiten viel Lob. Foto: Ullrich (Archiv)

Aus dem Ettenheimer Klinkum wird ein Zentrum für Gesundheit. Am 23. Dezember endet der Betrieb, bis 2025 soll der Umbau fertig sein. Für das Konzept, das Geschäftsführer Christian Keller den Kreisräten präsentierte, gab es viel Lob.

Offenburg/Ettenheim - Von einer "Win-Win-Situation für alle Seiten" spricht Geschäftsführer Christian Keller im Ausschuss für Gesundheit und Kliniken des Kreistags. Mit diesen Worten stellte er den Kreisräten das Zentrum für Gesundheit vor, das ab 2025 den Ettenheimer Standort des Ortenau-Klinikums ersetzen soll. Dieses soll knapp 26 Millionen Euro kosten und aus zwei Säulen bestehen: Das Paul-Gerhardt-Werk, eine Geriatrische Rehabilitation mit etwa 60 Betten, sowie das sanierte Bestandsgebäude, indem unter anderem das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) untergebracht ist.

Café zieht in die Nähe des Eingangs

Rainer Bühn, Geschäftsführer der Medizinischen Versorgungszentren Ortenau, präsentierte die genauen Planungen für das Bestandsgebäude. So sollen im Erdgeschoss die Praxis Chirurgie sowie zwei weitere Praxisflächen untergebracht werden. Im ersten Obergeschoss gibt es einen großen Bereich für das Ambulante Operieren sowie eine dritte Praxisfläche. Die Endoskopie sowie die Psychotherapie sind im zweiten Stock untergebracht. Darüber hinaus soll es das Angebot einer Notfallsprechstunde im Erdgeschoss geben, um hausärztliche und internistische Versorgung auch in den Abendstunden und am Wochenende zu gewährleisten.

Das Café, ergänzte Keller, werde vom zweiten Stock in die Nähe des Eingangsbereichs ziehen. Die Lage dort sei behindertengerechter und auch besser zugänglich für die Nutzer des Paul-Gerhardt-Zentrums. Eine Rettungswache soll neu gebaut werden, damit die notärztliche Versorgung gewährleistet bleibt. Keller rechnet damit, dass die Baumaßnahmen im Juli kommenden Jahres starten können. Ende 2024 soll der Umbau abgeschlossen sein, sodass im Jahr 2025 der Betrieb in vollem Umfang aufgenommen werden kann. Wichtig für Keller: "Das MVZ muss während des Umbaus nicht komplett ausziehen". Damit es weiterhin eine Versorgung gibt, habe man höhere Kosten und eine länger Bauzeit in Kauf genommen. Die geriatrische Rehabilitation soll im Sommer 2025 fertig werden, womit das Projekt dann komplett abgeschlossen wird.

"Wir haben allen Mitarbeitern ein Angebot gemacht. Die meisten gehen mit nach Lahr", sagte Keller im Bezug auf die Schließung des Ettenheimer Standorts. Bis zum 23. Dezember werden alle Patienten nach Lahr verlegt. Ein Betrieb bis Silvester wäre möglich gewesen, doch mit der vorgezogenen Schließung wolle man auch die Mitarbeiter belohnen, die Resturlaub nehmen oder Überstunden abbauen sollen.

"Schmerzhafter Diskussionsprozess"

" Betriebs solle als "Zukunftsmusik" gedeutet werden. "Wir haben eine herausfordernde Zeit für uns. Aber die Ettenheimer sind in der Lage zu kämpfen", erklärte der Rathauschef. "Es ist ein gutes Ende für alle Seiten. Die Menschen werden weiterhin gut versorgt".

Die Ausschusssprecher der anderen Fraktionen schlossen sich Metz’ Ausführungen größtenteils an. Wenn der Ettenheimer Bürgermeister zufrieden ist, könne man nicht meckern, sagte etwa Alfred Baum (Grüne). Nach Gengenbach und Oberkirch sei der Plan für Ettenheim das dritte Beispiel eines "schlüssigen Gesamtkonzepts". Baum ist daher wie auch Kehls OB Wolfram Britz (SPD) optimistisch, dass auch für Kehl eine angepasste, vernünftige Lösung gefunden wird.

Edgar Gleis (FW) sprach von einem "vorbildlichen Konzept". "Das ambulante Versorgungsangebot kann enorm viel abdecken", ist sich Jens-Uwe Folkens (SPD) sicher. "Die Bevölkerung der südlichen Ortenau wird zufrieden sein".

"Bruno Metz hat alles dargelegt", hielt sich Günter Geng für die AfD kurz. Einen "Glückwunsch" zu diesem Konzept sprach Eberhard von Hodenberg (FDP) aus. Er hakte jedoch nach, warum das Paul-Gerhardt-Werk das Gebäude nicht selbst baut. "Wir betreiben ja auch den Rest des Gebäudes", antwortete Keller. Diese Lösung sei einfacher und der Wunsch des Paul-Gerhardt-Werks. Mit einer Gegenstimme sprach sich der Ausschuss für den Umbau des Ettenheimer Klinikums zum Zentrum für Gesundheit nach dem vorliegenden Konzept aus.

Diskussion um Energie

Markus Schilli (Grüne) erkundigte sich bei Klinikum-Chef Christian Keller, wie das neue Zentrum für Gesundheit mit Energie versorgt werden soll. Er vermisse die Kosten für eine Photovoltaik-Anlage im Konzept. Keller entgegnete, dass aus ökologisch und ökonomischen Gesichtspunkten geprüft werde, wie die Energieversorgung aussehen kann. Zur Nutzung von Fernwärme gebe es bereits ein Angebot der Stadt Ettenheim. Landrat Frank Scherer stellte in Aussicht, dass es auf dem Dach eine Photovoltaik-Anlage geben wird. Schließlich habe der Kreistag bereits den Beschluss gefasst, alle kreiseigenen Dächer wenn möglich mit Solaranlagen auszustatten.