Vor rund einem Jahr hat der Pop-up-Store in Nagold seine Pforten zum ersten Mal geöffnet. Für etwas mehr als zwölf Monate wurde getestet, wie das Konzept verschiedener Läden in der Einkaufsstadt Nagold ankommt. Gut, wie alles scheint – denn die Laufzeit wird verlängert. Wer als nächstes in den Laden einzieht, steht bereits fest.
Oberbürgermeister Jürgen Großmann, Citymanagerin Saskia Fortenbacher, Wirtschaftsförderin Mona Kirn und Marketingleiterin Marina Bley sind sich einig: „Nagolds Innenstadt braucht ein Experimentierfeld.“ Einen Ort für Menschen, die sich ausprobieren wollen; testen wie ihre Idee bei der Allgemeinheit ankommt. Fünf Konzepte hatten dazu schon die Möglichkeit. Und noch mehr werden folgen. Denn der Pop-up-Store in Nagold geht in die nächste Runde.
Die Stadt und der Cityverein seien sich sicher, dass der stationäre Einzelhandel Zukunft hat, auch wenn die Entwicklung zum Onlineeinkauf groß sei. „Wenn unsere Einzelhändler weiterhin professionell sind und immer etwas Neues anbieten“, unterstrich Großmann beim Pressegespräch, bleibe die Innenstadt belebt.
Der Pop-up-Store diene hierbei lediglich zur Ergänzung des bisherigen Angebots. Was der Stadt fehlen würde, konnte der Oberbürgermeister zwar nicht sagen, aber das Konzept des wechselnden Angebots habe im vergangenen Jahr bewährt. „Der Laden wurde gut angenommen und ist auch gut angekommen“, unterstrich Großmann.
Zwei neue Läden bereits geplant
Zwei weitere Ladenkonzepte seien auch bereits gebucht, verrät Fortenbacher. Im August zieht ein Fotostudio in das Gebäude schräg gegenüber des Rathauses und September und Oktober füllen sich die Räumlichkeiten mit skandinavischen Deko-Artikeln. Ab Oktober sei die Fläche dann wieder frei für jeden, der seinen Laden oder eine Idee gerne einmal stationär testen wolle. Bewerbungen dafür sind über die Webseite der Stadt noch bis zum 25. August möglich. Dann entscheiden die Verantwortlichen, wer einziehen darf.
Natürlich könne es auch immer sein, dass ein Konzept oder Anbieter die Stadt so überzeugt, dass er auch auf Dauer in den Laden einziehen könnte. Dieser Idee sei die Stadt nie abgeneigt. Doch es müsse auch passen. Etwas, sein, das Nagold noch nicht habe, erläutert Großmann. Bis dahin wolle man an dem „Erfolgskonzept Pop-Up“ festhalten.
Auch Stadt kann testen
Immerhin sei dies eine gute Möglichkeit für einzelne Betreiber zu wachsen und sich zu entwickeln, pflichtete Marina Bley vom Stadtmarketing bei: „Und das in einer 1-a-Lage.“ Aber auch für die Stadt sei dies eine tolle Möglichkeit, zu testen, was in Nagold Zukunft haben könnte, schloss sich Mona Kirn von der Wirtschaftsförderung an. Es wären noch einige Nischen im Markt offen, die sich auch durch den Pop-up-Store erschließen ließen.
Bisherige Einkaufsläden
Fünf verschiedene Konzepte
Im vergangenen Jahr gab es fünf verschiedene Konzepte, die das Leben in der Innenstadt bereicherten. Begonnen hat alles mit Josefine Englert und ihrer liebevoll genähten Kindermode. Passend ging es mit Kleidung für Erwachsene im Vintage-Store „Anorak“ weiter, bevor Regale voller Flaschen durch „Ginger & Fred“ einzogen. Dann ging es an Events und Dekorationen durch „Trend.Events“ und „Greensoul Floraldesign“. Letzte im Bunde war dann Vivienne Benz mit eigens kreiertem Schmuck. Für sie ist es auch nicht vorbei, denn ab November öffnet sie ihren eigenen Laden nur ein paar Häuser vom Pop-up-Store entfernt.