Eleona Semke und Lukas Faißt betreiben das Café. Foto: Semke

Eleona Semke und Lukas Faißt haben in den ehemaligen Räumen des Lapislazuli am Schloßplatz ein Café eröffnet. Die jungen Gründer haben sich damit einen Traum erfüllt.

Zehn Jahre Beziehung, unzählige gemeinsame Entscheidungen – und nun der größte Schritt ihres bisherigen Lebens: Die 24 Jahre alte Eleona Semke und der 25-jährige Lukas Faißt haben sich in Lahr den Traum vom eigenen Café erfüllt. Am 14. Februar – am Valentinstag – haben die beiden ihr Lokal in den ehemaligen Räumen des Lapislazuli eröffnet. Ein bewusst gewähltes Datum. „Es ist einfach ein schönes Symbol – und wir haben natürlich gehofft, dass an dem Tag viele Menschen unterwegs sind“, erklärt die Inhaberin unserer Redaktion.

 

Der Weg zur Eröffnung war geprägt von Mut, Risiko – und sehr viel Arbeit. „Es war wirklich alles dabei: Blut, Schweiß, Tränen und ganz viel Herz“, beschreibt Semke die vergangenen Monate. Das Konzept für Eles Café entstand nicht über Nacht. Die Gründerin ließ ihre gesamte gastronomische Erfahrung aus den vergangenen Jahren einfließen.

Dabei war die Gastronomie ursprünglich nicht der geplante Berufsweg der jungen Frau. Nach dem Abbruch ihrer Ausbildung zur zahnmedizinischen Fachangestellten kam sie durch eine Freundin zu einem Job als Servicekraft – und merkte schnell, wie sehr ihr die Arbeit gefiel. 2020 zog das Paar aus beruflichen Gründen nach Karlsruhe. Semke arbeitete dort in einem veganen Café und wurde nach einiger Zeit zur Betriebsleitung befördert. Im Oktober 2025 kamen die beiden nach Lahr zurück und entschieden sich für den Weg in die Selbstständigkeit. Hauptverantwortlich für das Café ist Semke. Ihr Lebensgefährte arbeitet weiter als Immobilienkaufmann und unterstützt im Hintergrund.

Aus dem Umfeld kam nicht nur Zuspruch

Beide stammen aus Lahr und hatten den Wunsch, langfristig wieder dort zu leben. Für die junge Gründerin spielte auch die Familie eine große Rolle: Ihre Eltern sind gehörlos, das Verhältnis ist sehr eng. „Ich wollte unbedingt in der Nähe sein“, sagt sie. Vor allem ihre Mutter habe sie bei ihrem Wunsch, sich selbstständig zu machen, bestärkt und unterstützt sie bei der Arbeit im Café.

Die angebotenen Kuchen etwa backt Semke gemeinsam mit ihrer Mutter. Das Café bietet außerdem besondere Barista-Angebote an. Dazu gehören unterschiedliche Alternativen zur klassischen Kuhmilch sowie die Gestaltung von Latte Art, bei der Milchschaum mit dekorativen Mustern versehen wird. Auf der Getränkekarte stehen unter anderem Espresso-Tonic sowie Latte-Variationen mit Matcha, Honig und Zimt oder als Chai Latte.

Nach eigenen Angaben setzen die Betreiber auf regionale Produkte. Von Freitag bis Sonntag wird Frühstück angeboten. Es umfasst süße und herzhafte Varianten wie belegte Stullen, Joghurt-Bowls mit frischen Früchten sowie einem Brotkorb mit Auswahl für zwei Personen.

Aus dem Umfeld des Paares kam nicht nur Zuspruch für ihre Idee. Freunde rieten ihnen, lieber in einer Großstadt zu eröffnen – dort würde ihr Konzept besser ankommen, die Zielgruppe sei größer. Doch genau das schreckte das Paar ab. „In Freiburg oder Karlsruhe gibt es viel mehr Mitbewerber. In Lahr gibt es so ein Café, wie wir es konzipiert haben, bisher nicht“, erklärt Semke. Genau das mache den Schritt zwar riskant, aber auch besonders reizvoll. Ihr Angebot soll bewusst für alle sein: für junge Menschen, Familien, Mütter mit Kindern – und auch für Gäste mit Hund. „Wir wollten einen Platz in Lahr erschaffen, wo die Menschen gerne hingehen und Zeit verbringen“, sagt die junge Frau im Gespräch mit unserer Redaktion.

Betreiberin träumt von warmer Küche

Die Einrichtung ist komplett selbst gestaltet. Mit Hilfe einer App visualisierten die Gründer ihre Ideen, tüftelten an Farben und Materialien. Herausgekommen ist ein warmes, modernes Design mit viel Holz, beigen Wänden und einer besonderen Idee von Faißt: eine dunkelgrüne Decke. „Ich war erst total skeptisch“, gibt seine Lebensgefährtin zu. „Aber es sieht einfach unglaublich gut aus.“ Der Vermieter unterstützte das Projekt: Er ließ den Boden verlegen, kümmerte sich um die Elektrik und setzte weitere Umbauten um. So konnten sich die beiden voll auf Atmosphäre, Konzept und Qualität konzentrieren.

„Entweder es wird richtig gut – oder die Leute nehmen es nicht an“, sagt Semke vor der Eröffnung. Doch für sie und ihren Partner fühlt es sich richtig an. „Wir geben alles und hoffen, dass es den Gästen gefällt.“ Langfristig träumt sie von einer kleinen warmen Küche – aber ohne klassisches Restaurant. „Ich möchte das Café-Konzept beibehalten, nur ein bisschen erweitern.“ Im Sommer sollen längere Öffnungszeiten und ein Außenbereich dazukommen.

Erste Resonanz

Die Resonanz seit der Eröffnung ist laut Betreibern durchweg positiv: „Die Leute rennen uns die Bude ein“, so Semke. Es gebe zahlreiche Reservierungsanfragen. Die 32 Plätze seien durchgehend besetzt.