Die Flutereignisse der vergangenen Jahre haben gezeigt, dass Starkregen alle Kommunen treffen kann. Foto: ©eloleo - stock.adobe.com

Bad Liebenzell hat jetzt ein Starkregenrisikomanagement. Gegen Wassermassen helfen oft schon einfache Maßnahmen. Das zeigt sich auch im Handlungskonzept.

Starkregen kann alle Kommunen treffen. Offensichtlich sind Orte in Tallagen gefährdet. Aber auch auf vermeintlich sicheren Höhenrücken kann sich das Wasser in Mulden stauen und damit zur Gefahr für Anwohner werden. Die Stadt Bad Liebenzell möchte dieser Gefahr mit einem Starkregenrisikomanagement begegnen.

 

Informationsveranstaltung

Ein entsprechendes Planwerk hat der Gemeinderat im Februar verabschiedet. Am 18. April soll es der Öffentlichkeit in vollem Umfang im Rahmen einer Informationsveranstaltung vorgestellt werde. Dabei geht es darum, welche Gebiete besonders gefährdet sind. Und darum, wie sich diese Gebiete schützen lassen. Das Konzeptpapier enthält dabei eine ganze Reihen an konkreten Maßnahmen, welche die Kommune in den kommenden Jahren umsetzen möchte.

Bordsteine erhöhen

Oft sind es dabei kleine Veränderungen, die im Zweifelsfall einen großen Unterschied machen können. So zum Beispiel in der Steinhalde in Unterlengenhardt. Die zählt zu den gefährdeten Bereichen. Allerdings ist die Lösung recht einfach. Die Bordsteine können erhöht, das Straßenprofil geändert werden. So wird aus der Straße selbst im Starkregenfall eine Art Mini-Rückhaltebecken. Über Gräben kann das Wasser dann gezielt abgeleitet werden.

Manchmal verstopft

Dabei ist natürlich wichtig, dass diese Gräben frei sind und das Wasser dort auch abfließen kann. Das ist, so steht es im Konzeptpapier, nicht überall der Fall. Gräben, Verrohrungen und Dolen sind manchmal verstopft. Kommen die großen Wassermengen, werden solche Stellen zu Flaschenhälsen. Das Wasser soll aus kritischen Bereichen aber abgeleitet werden. An anderen Stellen soll durch Bauwerke wiederum das Gegenteil erreicht werden. Denn das Konzeptpapier schlägt auch Kaskaden vor.

Ein Beispiel ist hier die L 343. Zum einen sollen unter der Straße quer verlaufende Dolen das Wasser ableiten und eine Überflutung der Fahrbahn verhindern. Oberhalb und unterhalb der Straße sollen Kaskaden das Abließen des Wassers wiederum verlangsamen - ebenfalls zum Schutz vor Überflutung der Fahrbahn. Denn Starkregen überfordert per Definition die Abflusswege. Ein Rückhalten der Wassermengen soll dabei helfen, dass Flüsse, Bäche und die Kanalisation von den Wassermassen nicht überrollt werden. Trotzdem braucht es eine leistungsfähige Kanalisation. Stellenweise Vergrößerungen der Rohre stehen ebenfalls in dem Konzept.

Regelmäßige Kontrolle

Und dann sind da Vorschläge, die einem nicht direkt in den Sinn kommen, wenn es um Schutz vor Starkregen und seinen Auswirkungen geht. Dazu gehört zum Beispiel der Palisadenrechen. Die sollen Treibgut in Bächen und Flüssen abfangen. Das wiederum könnte sonst nämlich bei hohem Wasserstand den Durchfluss an einer Brücke behindern, und so für Überflutungen sorgen. Natürlich müssen auch solche Rechen regelmäßig kontrolliert werden.

Ein anderes Beispiel sind Ackerfurchen. Deren Richtung, ob sie mit oder gegen das Gefälle angelegt sind, ist bei Starkregen entscheidend. Denn entweder verbleibt das Wasser auf dem Acker oder es fließt auf darunterliegende Flächen ab.