Zusammen mit den Bürgern wurde den Sommer über das Gemeindeentwicklungskonzept „Auggen weiter denken“ erarbeitet.
Im Gemeinderat wurden nun die Ergebnisse von Jutta Breitschwerd und Matthias Weber von der Kommunalkonzept Sanierungsgesellschaft vorgestellt. Der Gemeinderat beschloss einstimmig, das Konzept als Handlungsgrundlage für zukünftige, strategisch wichtige Entscheidungen der Gemeinde zu verwenden. Das Gemeindeentwicklungskonzept (GEK) bildet die Basis für die Beantragung einer Städtebauförderung.
Weber und Breitschwerd erinnerten an die vergangenen Termine, zu denen im Juni eine Bürgerumfrage zählte, mit der erste Anregungen gesammelt wurden. Im Juli wurden die Kinder beteiligt. „Hier kamen keine nicht erfüllbaren Wünsche, sondern wirklich gute, praktische Ideen zusammen, was man für Kinder verbessern könnte“, schaltete sich Bürgermeister Ulli Waldkirch in den Vortrag ein. Ende Juli wurden in einer gut besuchten Zukunftswerkstatt wichtige Themen, Maßnahmen und Ziele diskutiert. In einem „Masterplan-Workshop“ im September priorisierten die Teilnehmer Handlungsfelder und Maßnahmen.
Bürger leben gerne im Ort
Erfreulich für die Gemeinde: Rund 95 Prozent der Bürger leben gerne in Auggen. In Sachen Stadtentwicklung wünschten sich die meisten, dass die Ortsqualität erhalten und gesteigert werden soll, dass Vereine und Ortsgemeinschaften gestärkt werden, Begegnungsstätten erhalten und neue geschaffen werden sollen. Der Weinbau soll gefördert, die Kulturlandschaft erhalten werden, und auch der Klimaschutz ist den Bürgern sehr wichtig.
Auggen habe viele schöne Plätze, auf denen sich Begegnungen anbieten, sagte Breitschwerd. Diese könne man noch bürgerfreundlicher gestalten. Viele Teilnehmer der Workshops wünschten sich am neu gestalteten Bahnhof zudem ein sauberes, sicheres und ordentliches Umfeld. Als Begegnungsstätten bieten sich die alte Winzergenossenschaft und das Martin-Luther-Haus mit Pfarrgarten an. Für letztere soll ein Grunderwerb angegangen werden. Für den Rathausplatz wurde ein „Tanzhüsli“ gewünscht.
Ein großer Wunsch, das bestätigte auch Waldkirch, ist es, die Geschwindigkeit auf der B 3 zu reduzieren. Dafür aber braucht es einen langen Atem. Zumindest eine nächtliche Temporegulierung auf 30 Stundenkilometer soll geprüft werden. Gewünscht wurde zudem, die Belastung durch parkende Fahrzeuge im Kernort zu reduzieren.
Angebote ausbauen
Das ÖPNV-Angebot sei verbesserungswürdig, zudem solle die Gemeinde am Frelo-Fahrradverleihsystem teilnehmen, fanden viele Bürger. Angebote für Jugendliche und Senioren sollen ausgebaut werden, dazu könnte auch eine entsprechende Vernetzung auch außerhalb der Vereine stattfinden – Stichworte sind hier „ehrenamtliches Engagement in der Jugendbetreuung“ und „Nachbarschaftshilfe“.
Maßnahmen für die soziale Infrastruktur und Begegnung wären zum Beispiel ein ehrenamtlicher Fahrdienst ins Oberdorf, der gerade für ältere Bürger wichtig wäre. Die Gemeinde will zudem langfristig eine Wohneinrichtung oder Tagespflege für ältere Mitbürger aufbauen.
Vorangebracht werden sollen auch der Klimaschutz sowie der öffentliche Ausbau der Infrastruktur. Die weitere Nutzung regenerativer Energien in der Gemeinde wird geprüft. Bestandsgebäude sollen auch wegen des schönen Ortsbilds erhalten bleiben, hier will die Gemeinde geplante Sanierungen unterstützen.
Stellplätze für Wohnmobile
Im Außenbereich ist angedacht, entlang der Wanderwege und in den Weinbergen, die nicht nur wirtschaftlich, sondern auch touristisch wichtig sind, mehr Sitzangelegenheiten anzubieten. Es gibt zudem die Idee, Stellplätze für Tagesgäste, die mit autarken Wohnmobilen unterwegs sind, in den Weinbergen einzurichten, so wie dies schon in Umlandgemeinden der Fall ist.