Der DRK-Ortsverein Meßstetten erhielt Unterstützung bei der Anschaffung eines RescueTracks, eines Notfallrucksacks sowie Helmen und Softshelljacken. Foto: Mootz

Zum zweiten Mal wurden im vergangenen Jahr Projekte im Konversionsraum Alb mit Fördergeldern aus dem Programm "Regionalbudget" unterstützt. Die Fördersumme beläuft sich auf rund 200 000 Euro. Land und Bund steuern 180 000 Euro bei, den Rest tragen die Kommunen des Konversionsraums.

. Ein attraktiveres Angebot, regionale Identität und Dorfentwicklung durch die Stärkung von Vereinen und ehrenamtlichen Tätigkeiten in der Region – das ist das Ziel des Förderprogramms "Regionalbudget". Mehr als 50 Projekte von Vereinen, Kommunen, Kirchengemeinden und kleinen Unternehmen haben aus dem Fördertopf des "Regionalbudgets" profitiert. Laut Judith Mootz vom Regionalmanagement des Konversionsraums Alb war das Interesse trotz Coronakrise auch im vergangenen Jahr wieder groß und daher wurden viele kreative Vorhaben eingereicht.

27 Projekte wurden unterstützt

Ein zwölfköpfiges Auswahlgremium mit Vertretern aus Kultur, Sport, Gewerbe, Landwirtschaft, Gastronomie, Soziales und Kommunen) hat 27 Projekte ausgewählten, die 2021 verwirklicht wurden.

So freuen sich die Jungmusiker des Musikvereine Heinstetten und Unterdigisheim über Tubas, um den Kindern und Jugendlichen das Erlernen der teuren, großen Instrumente weiterhin zu ermöglichen. Die nachrückenden Nachwuchsmusiker des Musikvereins "Lyra" Obernheim wurden bei der Anschaffung zusätzlicher Uniformen unterstützt. Um auch ohne schwer organisierbare Leihgaben anderer Vereine spielfähig zu sein, beantragte der Musikverein Hartheim Fördermittel für die Anschaffung eines Xylofons, Percussion und Cajon Sets.

Vier Institutionen äußerten den Wunsch nach neuen Tischen und Stühle. So gibt es für den Kräuterkasten in Ebingen Tische, Stühle und zwei Sonnenschirme für den Außenbereich, im Sportheim des SV Tieringen ebenso wie im Vereinsraum der DLRG Meßstetten und im Gemeindehaus Hossingen wurde jeweils das stark in Mitleidenschaft gezogene Mobiliar erneuert.

E-Ritschka und Unterstützung im Pfarrgarten

Die Vinzentinischen Ersthelfer Albstadt profitierten gleich zweimal: Zum einen gab es eine Elektroradkutsche für die Bewohner und Pflegekräfte der Senioren- und Pflegeheime. Die Vinz-E-Rikscha soll für Stadt- und Gemeindefahrten, aber auch als Einkaufshilfe zur Verfügung stehen. Unterstützung gab es auch für das Projekt im Garten des ehemaligen Pfarrhauses in Lautlingen, wo ein Kräutergarten wie zu Omas Zeiten mit verschiedenen mehrjährigen Kräutern sowie ein Hasenhaus mit Außengehege und Bänken entstand.

Förderung erhielt auch die Traufganghütte Brunnental, um mit einem Verkaufsmobil Lebensmittel und eingeweckte auf Märkten im Konversionsraum präsent sein. Zu diesem Zweck wurde eine Ape als mobiles Tante-Emma-Lädle gekauft.

Neue Heizanlagen und Technik fürs DRK

Neue Heizanlagen, die sowohl sparsamer als auch umweltfreundlicher sind, gab es für die Albvereinshütte des Schwäbischen Albvereins Obernheim und die TG Hartheim. Der Schulförderverein Obernheim errichtete dank der Förderung eine Slackline neben der Grundschule, die für jedermann frei zugänglich ist. Der SV Heinstetten umzäunte mit Hilfe der Förderung das Sportgelände, um die Zuschauerzahl vor allem bei Landesligaspielen pandemiekonform kontrollieren zu können; der Gesangsverein "Eintracht" Hartheim erhielt eine Förderung für die Anschaffung von Veranstaltungstechnik.

Auch die DRK-Ortsvereine auf dem Heuberg und in Albstadt erhielten eine Finanzspritze für die Anschaffung von Technik: Der Ortsverein Meßstetten erhielt Unterstützung bei der Anschaffung eines RescueTracks – einer Art Navigationssystem –, eines Notfallrucksacks sowie Helmen und Softshelljacken. Auch ein Schranksystem für Arbeitsmaterialien und Notfallutensilien wurde dringend benötigt. Der Ortsverein Laufen-Lautlingen schaffte sich für die Helfer-vor-Ort-Gruppe ein geländegängiges Fahrzeug an. Unterstützung gab es bei der Finanzierung der sach- und fachgerechte Ausstattung.

Ein Pistenbully für die Meßstetter Loipen

Das Ebinger DRK erhielt neue Handfunkgeräte mit Zubehör, dank denen nun ein reibungsloser Austausch während der Einsätze gewährleistet ist. Auf dem Dach der DRK-Garage in Nusplingen wurde eine Photovoltaikanlage errichtet, welche die Stromkosten und gleichzeitig die CO2-Belastung erheblich senkt. Die Ortsgruppe Obernheim-Oberdigisheim profitierte aus dem Fördertopf zugunsten der Anschaffung neuer Defibrillatoren und neuer Funkgeräte.

Outdoor-Erlebnisse sind spätestens seit der Pandemie besonders gefragt: Daher wurde eine umweltschonende und nachhaltige Trockentoilette für Wanderer und Loipennutzer gefördert am vergrößerten Parkplatz Skilift/Zollernburg-Panorama in Onstmettingen. Der Skiverein spurt künftig die Loipen mit einem Pistenbully, der aus Mitteln des Regionalbudgets finanziert wurde.

Obwohl 2021 keine Fasnet stattfand, erhielt auch dieses Kulturgut eine Hilfe: Die Narrenzunft Kübele-Hannes Lautlingen hat eine eigene Lumpenkapelle gegründet; die Anschaffung der Instrumente wurde vom Regionalbudget gefördert.

Um dem hohen Aufkommen gerecht zu werden, wurde der Foodsharing-Fairteiler in Ebingen modernisiert und durch neue Ausstattung die Lagerungsbedingungen für Lebensmittel verbessert; das im Juli eröffnete erste Unverpacktlädle im Zollernalbkreis in Ebingen erhielt für die Ladenausstattung einen Zuschuss aus dem Regionalbudgets. Um den Pferden, Kindern und BesitzerInnen mehr Sicherheit zu bieten, wurden die Paddocks der Reitervereinigung Meßstetten-Heinstetten ausgebaut und eine ebene Fläche sowie eine stabile Umzäunung mit Ausbruchsicherung angelegt.

Auch 2022 werden Kleinprojekte unterstützt

Auch im laufenden Jahr können wieder viele Vereine und Einrichtungen zur Förderung aus dem Regionalbudget einreichen. Ob Möblierung, Technik oder neue Heizung im Vereinshaus, alle Vorhaben unterstützen das ehrenamtliche Engagement und die Wertschöpfung in der Region. Die Frist für den Förderaufruf endet am 27. Februar. Anfang April 2022 entscheidet das Auswahlgremium darüber, welche der eingereichten Projekte eine Förderung erhalten. Die Projekte müssen nach dem Prinzip der Jährlichkeit im jeweiligen Förderjahr umgesetzt und abgerechnet werden.