Die Kita-Gebührenerhöhung wurde kontrovers diskutiert. Foto: Heinz Vollmar

Der Gemeinderat Inzlingen beschließt die Anpassung der Elternbeiträge für den Erstelkindergarten und die Waldgruppe.

Die Eltern der Kinder im Inzlinger Erstelkindergarten und der Waldgruppe müssen ab dem Kindergartenjahr 2025/2026 höhere Elternbeiträge bezahlen. In der öffentlichen Sitzung des Gemeinderats entschieden sich sieben Gemeinderäte für die Erhöhung der Beiträge bei drei Gegenstimmen und einer Enthaltung. Der Anpassung der Kita-Beiträge für den Erstelkindergarten und die Waldgruppe waren kontroverse Diskussionen vorausgegangen.

 

Angestoßen wurden diese von SPD-Gemeinderat Thilo Glatzel. Er sagte, dass die vorgesehene Erhöhung der Elternbeiträge um 7,3 Prozent von bisher 142 Euro auf nunmehr 152 Euro für das Erstkind und von 80 auf 90 Euro für jedes weitere Kind nicht sozial sei. Vor allem für Geringverdiener sei dies nicht zumutbar. Beispielhaft nannte er auch die Alleinerziehenden, für die eine solche Erhöhung eine enorme Belastung bedeuten würde. Er plädierte vielmehr für sozial gestaffelte Kita-Gebühren. Am liebsten wäre ihm jedoch, dass man gar keine Kita-Gebühren erheben würde. Weiter sagte er, dass man auch in Inzlingen neue Wege gehen müsse, um unter anderem ein Alleinstellungsmerkmal einer kinderfreundlichen und attraktiven Gemeinde nicht zu riskieren. Dieses stellte er explizit in Frage, sollten die Elternbeiträge wie geplant erhöht werden. Dem widersprachen nicht nur Bürgermeister Marco Muchenberger, sondern auch die Mitglieder der CDU-Fraktion sowie Teile der SPD und der Fraktion Gemeinsam für Inzlingen.

Muchenberger machte darauf aufmerksam, dass auch Vertreter des Städtetages, des Gemeindetages, der Kirchenleitungen sowie der kirchlichen Dachverbände in Baden-Württemberg empfohlen hätten, für das Kindergartenjahr 2025/2026 eine Erhöhung um 7,3 Prozent vorzunehmen. Im Übrigen benötige man auch das Geld. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass auch der katholische Kindergarten St. Elisabeth die Beiträge um 7.3 Prozent erhöhen werde und darauf, dass auch Lörrach daran arbeite, eine neue Gebührenordnung auszuarbeiten. Daher sollte man auch in Bezug auf eine gemeinsame Modellentwicklung abwarten, ob man sich dieser dann auch in Inzlingen anschließen könne. Der Einführung einer sozial gestaffelten Gebührenordnung zum Beginn des neuen Kindergartenjahres erteilte er eine Absage, weil die Verwaltung dies allein aus personellen Gründen nicht schaffen könne. Dennoch zeigte sich der Bürgermeister langfristig nicht abgeneigt sozial gestaffelte Elternbeiträge auch in Inzlingen einzuführen.