Nach einer Lebensmittelkontrolle musste das Freudenstädter Asia-Restaurant vorübergehend schließen. (Symbolbild) Foto: picture alliance /dpa/Uwe Anspach

Die Beamten des Veterinär- und Verbraucherschutzamts stießen bei einer Lebensmittelkontrolle des Freudenstädter Asia-Restaurants auf erschreckende und teils ekelerregende Zustände.

Nach einer Lebensmittelkontrolle durch das Veterinär- und Verbraucherschutzamt wurde das „Chopsticks Bistro & Restaurant“ in Freudenstadt vorübergehend geschlossen. Die Kontrolleure stellten gravierende Verstöße gegen die Lebensmittelhygiene-Verordnung (LMHV) fest. Einen Tag später waren die Mängel beseitigt, das Restaurant konnte wieder öffnen.

 

Am 21. November kontrollierten die Beamten das Asia-Restaurant und stellten dort teils nicht haltbare Zustände fest. Dementsprechend umfangreich fiel auch ihr Bericht aus. Eine verspritze Mikrowelle mit kaputtem Drehteller, mit festgetrocknetem Öl, Soßen und Lebensmittelresten verschmutzte Oberflächen sowie teils stark verschmutzte Fußböden, Fliesen und Decken in der Küche führen die Kontrolleure auf.

Im Kühlraum gelagerte Lebensmittel seien der Kontamination durch Schimmelsporen ausgesetzt gewesen, heißt es weiter. Grund hierfür waren, laut des Berichts, versporte Behälter, verdorbene Hefe und 22 offene Gläser mit verschimmeltem Tiramisu. Lebensmittelbehälter seien an der Außenseite, der Eimer mit gekochten Bandnudeln auch an der Deckelinnenseite, mit schwarzen Sporen besiedelt gewesen.

Schimmel und Maden

Auch das Kühlbuffet sei mit festgetrockneten Lebensmittelrückständen verschmutzt gewesen. In diesem wurden durch angetrocknete Gemüseteilchen verschmutzte Behälter, ohne Deckel, zur Lagerung von Gemüse benutzt, beanstandeten die Lebensmittelkontrolleure.

Verdorbene Lebensmittel, darunter ein halb voller Eimer mit verschimmelter Mayonnaise, seien weder weggeräumt noch entsorgt worden. Auch habe seit längerem keine Kontrolle auf Schädlingsbefall stattgefunden. So mussten die Lebensmittelkontrolleure feststellen, dass 18, seit März 2024 abgelaufene, Würfel Frischhefe mit Maden besiedelt waren.

Aufgeweichte Kartons

Zudem wurden, laut des Berichts, mehrere frittierte Geflügelteile gefunden, die im direkten Kontakt in zwei offenen, vom Fett bereits aufgeweichten Kartons gelagert wurden. „Ein Karton ist kein hygienischer Aufbewahrungsbehälter für feuchte, nasse oder fettige Lebensmittel. Eine Kontamination durch festklebende und diffundierende Teilchen des Kartons kann unterstellt werden“, heißt es im Bericht des Amts.

Des weiteren seien leere Eierschalen zusammen mit vorrätig gehaltenen Eiern im offenen Eierkarton aufbewahrt worden. Auch sei die, für Bioabfälle vorgesehene, Tonne in der Küche offensichtlich nicht täglich geleert und nicht abgedeckt worden.

Umgehende Schließung

All diese „gravierenden Hygienemängel - mit extrem abweichendem Umgang von den Hygieneanforderungen nach §§ 3, 10 LMHV in Verbindung mit dem EU-Hygienepaket“ sprachen für ein Inverkehrbringen von unsicheren, beziehungsweise nicht mehr zum Verzehr geeigneten Lebensmitteln über mehrere Tage, erklärte das Amt in seinem öffentlich einsehbaren Bericht.

Die als nicht sicher eingestuften Lebensmittel seien vor Ort entsorgt worden. Der Betrieb wurde auf mündliche Anordnung vorläufig geschlossen. Die hygienischen Mängel seien bei der Nachkontrolle am 22. November jedoch in akzeptablem Umfang beseitigt worden, so dass der Betrieb wiederaufgenommen werden konnte.

Der Inhaber des Restaurants wollte sich auf Anfrage unserer Redaktion nicht zu den Vorfällen äußern. Für ihn sei die Sache erledigt.