Immer wieder sind in der Galerie Meinlschmidt Ausstellungen mit namhaften Künstlern zu sehen. Wie das geht, erzählt er unserer Redaktion.
„15 Jahre nach Gründung unser Galerie haben wir uns in der Kunstszene etabliert“, erklärt Walter Meinlschmidt. Der Galerist entdeckte seine Leidenschaft für Kunst auf Auslandreisen: „Ich habe viele verschiedne Kunstrichtungen kennengelernt, besonders spannend war dabei auch die afrikanische Kunst“, erzählt er.
„Mich haben schon immer die großen Künstler und Museen Europas und in den USA fasziniert.“ Vor 15 Jahren baute er die Galerie auf: „Zwischen Kunst und Möbeldesign existiert ein herrliches Zusammenspiel“, so Meinlschmidt, der sich beruflich auch als Raumkonzept-Spezialist einen Namen gemacht hat.
Über die Jahre konnte die Galerie mit Werken zahlreicher renommierter Künstler beeindrucken, darunter Werke von Andy Warhol, James Francis Gill, Skulpturen von Hans Mendler und enger Zusammenarbeit mit Dietmar Schönherr. Wie das geht? „Man muss gut vernetzt sein“, sagt der Galerist. „Wir investieren viel Zeit in gute Beziehungen zu Künstlern, Kunstberatern, Sammlern und Verlegern.“
Kunstmessen besuchen
Der Besuch von Kunstmessen ist elementar wichtig. „Dort bekommen wir oft auch unsere Inspiration für neue Ausstellungen“, verrät Meinlschmidt. Durch den regelmäßigen Kontakt komme man an Themen und Künstler, die andernfalls schwer erreichbar wären. „Wir haben ein Kunstnetzwerk geschaffen“, so der Galerist.
Balingen ist als Kunststadt bekannt
Dabei sei es auch von Vorteil gewesen, dass Balingen schon seit jeher als Kunststadt bekannt ist. „Es ist ein Geben und Nehmen.“ Um einen Künstler für eine Zusammenarbeit zu gewinnen, müssen auch die Räumlichkeiten passen. „Wenn man Werke von namhaften Künstlern ausstellen will, muss die Galerie auch etwas bieten“, so Meinlschmidt. Letztendlich gehe es aber vor allem um eins: „Kontakte, Kontakte, Kontakte.“
Ist eine Kunstrichtung und ein Künstler gefunden wird der Titel der Ausstellung entschieden. Dann geht es an die Auswahl der dazu passenden Werke, die ausgestellt werden sollen. „Dazu treffen wir uns normalerweise mit dem Künstler in seinem Atelier und stellen gemeinsam eine Auswahl zusammen.“
Werke werden transportiert
Rückt der Zeitpunkt der Ausstellung näher, werden die Werke zum Transport fertiggemacht und abgeholt. Dabei ist größte Vorsicht angesagt. „Wenn man Kunst im Wert von mehreren tausend Euro oder mehr transportiert, muss man natürlich extrem aufpassen“, so Meinlschmidt. Sorgen, dass dabei etwas schiefgeht hat er sich aber noch nie gemacht. Selbst als Werke von Andy Warhol mit einem Gesamtwerk von etwa einer Millionen Euro zur Kunsthalle gebracht werden mussten, blieb er gelassen. „Unser Personal ist da gut geschult.“
Betrachter sollen eine Beziehung zu den Werken aufbauen
Etwa 40 bis 50 Werke finden an den sechs Meter hohen Wänden Platz. Dabei ist es wichtig, dass die Kunstwerke ausreichend Raum haben. „Der Betrachter soll die Möglichkeit haben, sich ohne Ablenkungen damit auseinanderzusetzen und eine Beziehung zu den Werken aufzubauen“, so der Galerist. Diese kommen teilweise von weit her. „Unser Einzugsgebiet reicht von Reutlingen über Stuttgart bis zum Bodensee.“
Drei Ausstellungen organisiert Meinlschmidt im Jahr. „Die großen Zeiten der Kunstausstellungen sind jedoch vorbei“, meint er. Grund seien die hohen Versicherungssummen. „Großen Museen ist das noch möglich, für kleinere Kunstgalerien wird es aber immer schwieriger diese Kosten zu stemmen.“ Gut also, wenn man gute Connections hat.
„Aktuell ist Pop-Art sehr im Trend“, weiß Meinlschmidt. „In dieser tristen Welt gefällt den Menschen etwas Farbe und auffällige Motive die einen anziehen.“ Das sei auch der Architektur geschuldet. „Gebäude mit viel Beton und Glas kommen ganz anders zu Geltung, wenn ein ausdrucksstarkes Gemälde es ziert“, so der Raumkonzept-Spezialist. „Das macht auch etwas mit den Räumlichkeiten.“