Ein Höhepunkt jagte den anderen bei der Konradsfasnet. Katharina Hirt und Claus Dinser gaben nach 16 Jahren Regie und Moderation in die Hände von Luis Dinser und Moritz Zimmermann.
Einen Abend der Superlative haben die Macher der Konradsfasnet am Samstag unter dem Motto „vu ellem eweng, querbeet, in einem unbekannten Land“ geboten.
Schwungvolle Tänze, witzige und persiflierende Sprechnummern, eine flotte Biene Maja und einen ausdauernd springenden Grashüpfer Flip als kongeniales Moderatorenduo, ein Debüt mit Gitarre und Gesang des neuen Pfarrers der Großpfarrei Quellenland, Thomas Mitzkus, sowie ein mit vielen Achs begleiteter Abschied von Katharina Hirt und Claus Dinser nach 16 Jahren Regie und Moderation bei der Konradsfasnet.
Mehr ging nicht bei einer glanzvollen dreistündigen Veranstaltung. Doch, da war noch das Geburtstagsständchen für Walter Ebner von „Losemol“. Das Duo ist seit Jahren fester Bestandteil des Programms, und so kamen Walter Ebner und Dieter Czeke trotz Ehrentag in den Gemeindesaal. Bevor die beiden Musiker ihre neuen und altbekannten Lieder sangen, begleitet vom „großen Publikumschor“ nahm Katharina Hirt in ihrem Prolog die allseits nervende Bürokratie aufs Korn.
Biene Maja und Fips
Als Biene Maja und Grashüpfer Fips ging es für Hirt und Dinser musikalisch „in ein unbekanntes Land“. Dann erfreuten unter der Leitung von Karin Krieg und Anja Grüßer die Tänzerinnen Mona Krieg, Felina Hornig, Lea Nuber, Elea Seeborg und Marlene Fuhrmann die Zuschauer.
Aus der Frage „wie heißen die Geister in den drei Flaschen“ entfachten Stefanie und Jakob Heuft ein akrobatisches Wortgefecht, das die Köpfe im Publikum rauchen ließ. Ein atemberaubendes optisches Verwirrspiel von weißen und schwarzen Beinen bot der Veranstaltungsausschuss mit Birgit Huger, Johanna Moser, Christiane Kübeler, Ceci Rottler, Andreas Schmidt, Michael Armbruster, Mariusz Lison und Karin Merker-Krek. Unter den Klängen des Narromarsches tanzten sie aneinander genäht auf die Bühne und warfen die Beine in die Höhe.
Als „Pfarrer mit Gitarre“ war der nächste Programmpunkt angekündigt. Da staunten die Konradsfastnachter nicht schlecht, als Thomas Mitzkus mit breitkrempigem Hut und Gitarre die Bühne betrat und „ebbis“ singen wollte. Das war nicht nur irgendwas, sondern ein gereimter Gruß an die Gemeinde, gespickt mit humoristischen Spitzen über Gott und die Welt. Mit seiner musikalischen Vorstellung eroberte Mitzkus im Sturm die Herzen der Zuschauer, die aus voller Brust in den Refrain „holadihi und holadiho“ einstimmten. Nächstes Jahr wolle er wieder kommen, kündigte er freudestrahlend an.
Was die Pfarrjugend, Luis Dinser, Moritz Zimmermann, Linus und Moritz Feustel, Matti und Max Lison, Vreni Dinser und Maxi Raufer, Lea Zimmermann, Amelie Hebsacker, Moritz Schaumann und Laura Schiff, in zwei Blöcken mit ihrer Persiflage auf „Wetten, dass“ darboten, war einfach nur großartig und urkomisch. Die Filmeinspieler von den Außenwetten liefen über große Leinwände, während auf zwei Sofas auf der Bühne die „prominenten“ Gäste saßen. Die überspitzte Darstellung von Thomas Gottschalk und Markus Lanz als Moderatoren hatte es in sich. Das Publikum war begeistert.
„Kaffeegeschwätz“
Nach der Pause führten Katharina Hirt als „Coffee“ und Claus Dinser als „Latte macchiato“ ein kurzes Kaffeegeschwätz über die Macken der Kaffeemaschine von St. Konrad. Dann rockte das Kneipenfasnetstübledamenballett mit Vreni Dinser und Selina Schaumann die Bühne.
Einen humorvollen Einblick in die Arbeit der Gärtner gaben Moritz Haas, Jonas Kretschmer und Mattis Richter. Ins Musical „Cabaret“ entführten Heike Hahn und ihre Männer Claus Hahn, Winni Huger, Armin Gut, Klaus Ebner, Sigi Kaiser und Stefan Singer das staunende Publikum ob der gewagten Kostüme mit Netzstrümpfen und knappen Kleidchen der Herren.
Hauch von Abschied
Ein Hauch von Abschied ergriff den Saal, als der Überraschungsgast angekündigt wurde: Claus Dinser in seiner Paraderolle als Udo Jürgens. Nach lauten Udo, Udo-Rufen betrat er die Bühne und sang mit Publikumsunterstützung die Ohrwürmer des Stars.
Dann war es soweit: „Wir gehen jetzt nach 16 Jahren in den Winterschlaf“, kündigte Biene Maja an. Es gebe fast kein Motto, das sie nicht ins Programm aufgenommen hätten. Dies belegten die dick gefüllten Ordner. Es habe all die Jahre Spaß gemacht mit „Claule“, wie Katharina Hirt Claus Dinser liebevoll nennt.
„Aber jetzt sagen wir tschüss“. Der Saal tobte. Es gab ein großes Dankeschön an die Beiden. Doch Katharina und Claule wären nicht die verantwortungsbewussten Regisseure, wenn sie nicht für eine Nachfolge gesorgt hätten.
Luis Dinser und Moritz Zimmermann sind die Neuen. Sie standen schon parat, und es gab Sekt für alle. Wenn das kein guter Einsteig war?! Zum großen Finale durfte schließlich die Rentnerbänd nicht fehlen, die noch lange für gute Stimmung sorgte.