Konrad Riehle wurde im vergangenen Januar von den Stuttgarter Kickers an die SG Sonnenhof Großaspach ausgeliehen. Mit dem Oberligisten steht er nun vor dem WFV-Pokal-Finale und der Entscheidung um den Aufstieg. Der Offensivmann gibt Einblicke.
Die SG Sonnenhof Großaspach spielt an diesem Samstag (15.45 Uhr) in ihrem eigenen Stadion im WFV-Pokal-Finale gegen den VfR Aalen. Am 1. Juni (15.30 Uhr) geht es dann im letzten Oberliga-Spiel beim FC Holzhausen um den Regionalliga-Aufstieg. Konrad Riehle, der SG-Leihspieler von den Stuttgarter Kickers, gibt seine Einschätzungen ab.
Herr Riehle, wenn Sie wählen müssten: WFV-Pokal-Sieg mit DFB-Pokal-Garantie oder Aufstieg in die Regionalliga?
Beides wäre super, aber der Aufstieg ist wichtiger. Mit den Kickers bin ich 2022 WFV-Pokal-Sieger geworden, aber den Sprung in die Regionalliga haben wir verpasst. Ein Jahr später war’s andersrum – und das war die deutlich angenehmere Variante.
Nur durch den Patzer des 1. Göppinger SV am vergangenen Samstag beim ATSV Mutschelbach können Sie mit der SG den Aufstieg noch aus eigener Kraft schaffen. Warum lief es davor nicht rund?
Wir haben beim 0:0 gegen den FSV 08 Bissingen und beim 1:2 in Nöttingen Punkte liegen lassen. Das hat uns sehr enttäuscht, aber im Fußball ist nicht immer alles erklärbar. Der Druck spielt eine Rolle, die Nerven – gerade auch die Kickers können davon auf der Zielgerade ein Lied singen. Wir mit der SG haben es durch unser jüngstes 2:0 gegen Normannia Gmünd wieder selbst in der Hand – zumindest die Aufstiegsspiele zu erreichen.
Vor dem letzten Oberliga-Spieltag am 1. Juni steht am kommenden Samstag das WFV-Pokal-Endspiel gegen den VfR Aalen an.
Der VfR mit seinem Regionalliga-Kader geht sicherlich als Favorit in dieses Spiel, aber ich denke, aufgrund der Tatsache, dass es ein Endspiel ist, wird es dennoch eine ausgeglichene Partie werden, in welcher alles möglich ist. Ein Sieg würde uns natürlich einen Schub geben für den Aufstiegskampf, keine Frage. Wir sind heimstark, deshalb ist es schon ein kleiner Vorteil, dass wir zu Hause spielen. Ich denke, es ist ein 50:50-Spiel, in dem es um die DFB-Pokal-Teilnahme und damit auch um viel Geld geht.
Sie haben DFB-Pokal-Erfahrung.
(Lacht) Ganz klar: Die Spiele mit den Kickers gegen die SpVgg Greuther Fürth und Eintracht Frankfurt, als Tuta mein Gegenspieler war, waren Highlights meiner bisherigen Karriere.
Warum stagnierten Sie in der vergangenen Regionalliga-Saison in Ihren Leistungen und wurden ausgeliehen?
Wie schon erwähnt, im Fußball ist nicht immer alles erklärbar. Ich habe jedenfalls immer alles gegeben, in jedem Training, in jedem Spiel. Aber die Mannschaft war erfolgreich, es gab wenig Gründe für den Trainer, zu wechseln. Das nehme ich Mustafa Ünal nicht übel.
Auch nicht die Höchststrafe für Sie – die Ein- und Auswechslung beim 0:0 gegen den VfR Aalen?
Natürlich hat das extrem wehgetan. Aber so etwas kann passieren, das darf man nicht zu sehr an sich herankommen lassen.
Wie beurteilen Sie Ihre bisherige Zeit bei der SG?
Ich habe gebraucht, bis ich richtig reingekommen bin, da mir eben auch rund ein halbes Jahr die Spielpraxis gefehlt hat. Es war aber absolut der richtige Schritt. Wir haben zwar nicht diese Fanbase wie die Kickers, aber vor allem ein familiäres Umfeld, dazu ein drittligataugliches Stadion und rundum professionelle Bedingungen.
Und die Tore heben Sie sich für die alles entscheidenden Spiele auf?
(Lacht) Ich weiß, da muss ich zulegen. Aber mein Spielstil ist auch darauf ausgerichtet, meine Mitspieler in Szene zu setzen.
Nach unseren Informationen bleiben Sie bei der SG Sonnenhof, wenn der Aufstieg gelingt?
Ich fühle mich sehr wohl und kann mir eine weitere Saison sehr gut vorstellen. Eine endgültige Entscheidung ist aber noch nicht gefallen.
Info
Oberliga
Letzter Spieltag am 1. Juni (15.30 Uhr): FC Holzhausen – SG Sonnenhof Großaspach, FC 08 Villingen – 1. CfR Pforzheim, 1. Göppinger SV – FSV Hollenbach.
Tabellenspitze
1. FC 08 Villingen 69 Tore, plus 43 Tore, 2. SG Sonnenhof Großaspach 67 Punkte, plus 50 Tore, 3. 1. Göppinger SV 66 Punkte, plus 27 Tore, 4. 1. CfR Pforzheim 64 Punkte, plus 34 Tore.
Aufstiegsrunde
Der württembergische Vizemeister spielt in einer Aufstiegsrunde mit den Tabellenzweiten der Oberliga Hessen und der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar einen weiteren Aufsteiger in die Regionalliga Südwest aus. Los geht es am Mittwoch, 5. Juni, mit dem Duell Hessen – Rheinland-Pfalz/Saar. Gewinnt der Hessen-Vertreter nicht, geht es wie folgt weiter: Württemberg – Hessen (Samstag, 8. Juni) und Rheinland-Pfalz/Saar – Württemberg (Dienstag, 11. Juni). Gewinnt der Hessen-Vertreter das erste Spiel, lauten die folgenden Paarungen: Rheinland-Pfalz/Saar – Württemberg (Samstag, 8. Juni), Württemberg – Hessen (Dienstag, 11. Juni). (jüf)